Börse New York
Börsianer lassen nach Rekordjagd Vorsicht walten

Geldflut und aufhellende Konjunkturdaten sind die Zutaten für freundlichen US-Börsen am Mittwoch: Der Leitindex Dow Jones klettert auf immer neue Allzeit-Bestmarken – und steckt damit die Börsen weltweit an.
  • 5

New YorkErmutigende Daten vom kriselnden US-Arbeitsmarkt haben den Leitindex der New Yorker Börse am Mittwoch den zweiten Tag in Folge auf ein Allzeithoch getrieben. Die US-Unternehmen schufen im Februar überraschend viele Jobs - dies nährte Hoffnungen auf eine stabile Konjunkturerholung und gab der von der Notenbank-Geldflut getriebenen Rally zunächst neue Nahrung. Nach anfänglichen Käufen ließen dann jedoch viele Investoren Vorsicht walten, so dass sich die Kursveränderungen in engen Grenzen hielten.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten gewann 0,3 Prozent auf 14.296 Punkte, nachdem er im frühen Handel zunächst bei 14.320 Zählern einen Rekord markiert hatte. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,1 Prozent auf 1541 Zähler vor und näherte sich damit ebenfalls einem neuen Höchststand. Der Nasdaq gab indes 0,1 Prozent nach auf 3222 Punkte. Der Dax schloss in Frankfurt 0,6 Prozent fester bei 7919 Zählern.

Die Arbeitsmarktdaten des privaten Anbieters ADP fielen mit 198.000 neu geschaffenen Stellen besser aus als prognostiziert. Die Aufträge für die US-Industrie gingen im Januar zwar zurück, mit zwei Prozent aber weniger als befürchtet.

Auch zuletzt noch risikoscheue Anleger kämen nun angesichts der sich aufhellenden Aussichten zurück, sagte Analystin Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. JJ Kinahan von TD Ameritrade sprach von weiterem Potenzial für neue Börsenrekorde. "Es gibt noch immer eine Menge Bargeld, das in den Aktienmarkt fließen kann. Man sieht, dass die Investoren Geld vom Bondmarkt abziehen, aber es ist noch nicht an der Börse angekommen."

Für das schwache Abschneiden der Nasdaq waren vor allem die Aktien von Microsoft verantwortlich, die ein Prozent nachgaben. Die EU-Wettbewerbshüter verdonnerten den Softwareriesen wegen Missbrauchs seiner Marktmacht zu einer Geldbuße von mehr als einer halben Milliarde Euro. Die Papiere des Büroartikel-Herstellers Staples fielen sogar um mehr als sieben Prozent. Der Branchenprimus enttäuschte die Anleger mit seinem Quartalsumsatz und seiner Gewinnprognose.

Auch Verizon zählten zu den Verlierern mit einem Minus von knapp ein Prozent. Grund waren Spekulationen über die Zukunft von Verizon Wireless - angeblich erwägt Vodafone ein Ende dieses Joint Ventures. Dies hatte Vodafone-Papieren in London einen kräftigen Schub gegeben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,68 Milliarden Aktien den Besitzer. 1640 Werte legten zu, 1319 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Milliarden Aktien 1355 im Plus, 1099 im Minus und 112 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Börsianer lassen nach Rekordjagd Vorsicht walten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Holzauge37 „Kluge Leute VERKAUFEN JETZT.“
    ---
    „Genau dass ist ja das Problem.
    Wir erleben wohl das erste Mal in der Geschichte der Börsen den Fall, dass die Distributionphase nicht funktioniert. Sprich es gelingt den großen Adressen, den sogenannten “sicheren Händen”, nicht, ihre Bestände unauffällig in die Hände unerfahrener Anleger, den “zittrigen Händen” zu befördern, weil die ihnen das Zeug einfach nicht abkaufen wollen. Die Zahl der Privatanleger sinkt zügig, weil man sich in den letzten Jahren von den Medien, der Politik und dem Börsengeschehen selbst (letzteres kann aber nichts dafür) zu oft belogen fühlte. Dadurch fällt auch der seit Jahren beschworene Exodus aus den angeblich unrentablen Anleihen aus. Im Gegenteil, dorthin fließt weiterhin mehr frisches Geld als in die Aktien. Die Rohstoffe und der Euro haben bereits nach unten gedreht, nur die Aktienmärkte in Japan und den USA halten die Hausse-Fahne noch verbissen hoch. Nur passiert das nicht aus Überzeugung, sondern weil man nicht anders kann!

    Wer gigantische Positionen hält, wie es Banken im Eigenhandel, Fonds oder Hedge Funds tun, braucht starkes Kaufinteresse, um diese verkleinern zu können. Denn nur so gelingt es, die Portfolios zu reduzieren, ohne die Kurse zu sehr unter Druck zu setzen. Und genau das ist natürlich unerwünscht, weil dann ja der Wert der restlichen eigenen Positionen mit sinken würde. Daher war es bislang immer eine klassische Milchmädchen-Hausse, die am Ende eines Aufwärtstrends stand. Aktienmärkte in den Schlagzeilen, angeblich ewig weiter steigende Kurse, der Beginn einer neuen Zeit. 1987, 2000, 2007 lief das so. Diesmal haut es nicht hin. Und das macht die aktuelle Lage extrem gefährlich.“[...]
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das wird enden wie damals der Internethype, wo die letzte Putzfrau noch auf den Zug sprang. Merke: Gewinne sind nur realisierte Gewinne. Kluge Leute VERKAUFEN JETZT.

  • Schließt dieses substanzlose Forum!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%