Börse New York
China-Daten ziehen US-Börsen in den Keller

Die chinesische Konjunktur bleibt ein Problemfall für die Börsen. In den USA gehen die Kurse auf Talfahrt. Gewinner gab es nur wenige. Im S&P 500 mit seinen 500 Werten konnten nur zwei Papiere zulegen.
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New YorkEnttäuschende Konjunkturdaten aus China haben die Wall Street am Dienstag deutlich ins Minus gezogen. Auslöser war eine Umfrage zur chinesischen Industrie. Deren Geschäfte liefen demnach im August so schlecht wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das nährte erneut Sorgen um die Entwicklung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, die bereits seit Wochen auf den Aktienmärkten lasten.

Hinzu kamen unerwartet schwache US-Industriedaten, nach denen sich die Kursverluste ausweiteten. „Die Volatilität wird noch eine Zeitlang anhalten“, sagte Marktstratege Art Hogan vom Wertpapierhandelshaus Wunderlich Securities. Dies gelte zumindest, bis die US-Notenbank weitere Hinweise zum Zeitpunkt der erwarteten Zinserhöhung gebe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 2,8 Prozent tiefer auf 16.058 Punkten aus dem Handel, nachdem er kurz vor Börsenschluss noch bis auf 15.979 Stellen abgesackt war. Der breiter gefasste S&P-500 verlor drei Prozent auf 1913 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 2,9 Prozent auf 4636 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax mit knapp 10.016 Zählern 2,4 Prozent tiefer.

Die China-Daten drückten auch die Ölpreise um rund acht Prozent, was wiederum die Aktien von Ölkonzernen verbilligte. Chevron fielen 3,5 Prozent, Exxon 4,2 Prozent. Zu den Verlierern zählten außerdem insbesondere Finanzwerte. JPMorgan und Wells Fargo rutschten jeweils mehr als vier Prozent ab, Citigroup sogar 4,8 Prozent.

Der Eurokurs schaffte es im US-Handel wieder über die Marke von 1,13 US-Dollar und lag zuletzt leicht darüber. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,1236 (Montag: 1,1215) Dollar festgesetzt. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 13/32 Punkte auf 98 14/32 Punkte und rentierten mit 2,17 Prozent.

Gewinner waren am Dienstag absolute Mangelware. Selbst im S&P 500 mit seinen 500 Werten konnten nur zwei Papiere zulegen. Besonders gefragt waren die Aktien von American Airlines - sie stiegen an der Indexspitze um 0,56 Prozent. Börsianer begründeten dies mit einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Durch den anhaltenden Verfall der Energiepreise steige das Gewinnpotenzial einiger Fluggesellschaften, heiße es.

Der Kurs der Onlinevideothek Netflix brach um acht Prozent ein. Der Zeitschrift „Variety“ zufolge droht dem Unternehmen direkte Konkurrenz durch den Apple -Konzern, der eigene Filme für einen Streamingdienst produzieren wolle.

Die Aktien von Apple zeichneten selbst mit minus 4,47 Prozent schwächer. Dem Konzern macht die Konkurrenz zunehmend zu schaffen. Samsung veröffentlichte überraschend vor dem Start der IFA in Berlin erste Details zu seiner neuen Smartwatch. Die neue Computer-Uhr Gear S2 soll voraussichtlich ab Oktober in zwei Varianten auf den Markt kommen. Außerdem will Google Computer-Uhren mit seinem Betriebssystem Android Wear künftig auch an iPhone-Nutzer verkaufen. Google sanken um 3,31 Prozent.

Apple seinerseits hatte am Montagabend über eine Zusammenarbeit mit dem Netzwerk-Ausrüster Cisco informiert, um mehr iPhones und iPads in Unternehmen zu bringen. Cisco ist stark bei Technik für Unternehmensnetze und Software für Telekonferenzen. Für Apple ist dies bereits die zweite Partnerschaft dieser Art: Vor rund einem Jahr hatte sich der Konzern mit dem einstigen Rivalen IBM zusammengetan, um Apps für Unternehmen zu entwickeln. Cisco verloren 2,94 Prozent.

Die Yahoo-Aktien gaben 1,99 Prozent ab. Vorstandschefin Marissa Mayer (40) hatte bekanntgegeben, dass sie eineiige Zwillinge erwartet. Der voraussichtliche Geburtstermin der Mädchen ist Dezember. Sofern die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft und da der Umbau des Internet-Konzerns in einer wichtigen Phase ist, will sie weitgehend durcharbeiten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,15 Milliarden Aktien den Besitzer. 422 Werte legten zu, 2666 gaben nach und 105 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,22 Milliarden Aktien 562 im Plus, 2292 im Minus und 110 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 10/32 auf 98-17/32. Die Rendite sank auf 2,167 Prozent. Der 30-jährige Bond rückte um 6/32 auf 99-1/32 vor und rentierte mit 2,925 Prozent. Händler sagten, dass die festverzinslichen Wertpapiere als sicherer Hafen gefragt gewesen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die China-Krise ist, wie andere auch, inszeniert und dient lediglich dazu Privatanleger aus dem Markt zu drängen und die Chinesen zur Yuan Abwertung zu zwingen.

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