Börse New York
China-Sorgen belasten weiterhin US-Kurse

Die Sorgen um die Wirtschaft in China sowie der sinkende Ölpreis drücken die Stimmung an den US-Börsen. Die mit Spannung erwartete Veröffentlichung der jüngsten Fed-Protokolle hingegen liess die Anleger eher kalt.
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New YorkAnhaltende Sorgen um die chinesische Wirtschaft haben die Wall Street am Mittwoch ins Minus gedrückt. Wie zuvor in Europa befürchteten viele Anleger eine deutliche Konjunkturabkühlung in der zweitgrößten Volkswirtschaft. Auch ein Rückgang des Ölpreises belastete die Kurse.

Die mit Spannung erwartete Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung änderte am Markt-Trend wenig: Eine klar Aussage zum Zeitpunkt der Zinswende der US-Notenbank fand sich darin nicht.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 17.348 Punkten 0,9 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 17.282 und 17.517 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 2079 Zählern 0,8 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor ebenfalls 0,8 Prozent und schloss bei 5019 Punkten. In Frankfurt ging der Dax mit 10.682 Punkten 2,1 Prozent im Minus aus dem Handel.

Der Leitindex der Börse Shanghai war zeitweise um 5,1 Prozent abgerutscht, schloss dann aber mit 1,2 Prozent im Plus, nachdem die chinesische Zentralbank Geld ins System gepumpt hatte. Das Vertrauen in die Konjunktur im Reich der Mitte ist unter anderem durch eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten und der Abwertung des Yuan erschüttert worden.

Die Lage in China wirkt sich auch auf die Rohstoffmärkte aus. Der Kupferpreis fiel am Mittwoch zum Handelsschluss in London auf 4976 Dollar je Tonne und damit erstmals seit sechs Jahren unter die 5000-Dollar-Marke. Die chinesische Industrie verbraucht etwa 45 Prozent der weltweiten Kupferproduktion.

Einige Anleger setzen darauf, dass wegen Turbulenzen in China die Zinswende in den USA verschoben werden könnte. Viele Experten erwarten eine Erhöhung der Zinsen im September.

Da zentrale Entwicklungen in China wie die Abwertung des Yuan erst nach dem Fed-Treffen im Juli stattfanden, spielten sie in den veröffentlichten Protokollen noch keine Rolle. In dem Dokument verwiesen die Fed-Vertreter auf Verbesserungen am US-Arbeitsmarkt hin. Sie erwähnten allerdings auch Sorgen wegen der nach wie vor niedrigen Inflation und des schwachen Wachstums der Weltwirtschaft.

Ein unerwartet starker Anstieg der US-Rohölbestände drückte die Öl-Preise tiefer ins Minus. Der S&P Energie-Index fiel um 2,8 Prozent. Bei den Einzelwerten gewannen die Aktien von Lowe's 1,8 Prozent, nachdem die Baumarktkette im zweiten Quartal den Gewinn gesteigert hatte.

Papiere von Target wurden ebenfalls gekauft. Sie stiegen um 0,7 Prozent. Der US-Einzelhändler hatte nach einem Gewinnsprung seine Prognose erneut angehoben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 843 Millionen Aktien den Besitzer. 766 Werte legten zu, 2274 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 739 im Plus, 2065 im Minus und 138 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 20/32 auf 98-28/32. Die Rendite fiel auf 2,1256 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-1/32 auf 101-9/32 und rentierte mit 2,8115 Prozent. Händler erklärten den Rückgang der Renditen mit Sorgen der Anleger vor einer niedrigen Inflation angesichts der fallenden Ölpreise.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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