Börse New York
Chinas Boom weckt Risikobereitschaft

Von einem Jahreshoch zum anderen: Die US-Börsen sind einmal mehr mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Für Auftrieb sorgten vor allem überraschend starke Konjunkturdaten aus China und Signale der US-Notenbank Fed, die Zinsen noch länger niedrig zu halten. Doch auch einige Unternehmensnachrichten erregten Aufsehen.
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HB NEW YORK. Überraschend starke Konjunkturdaten aus China haben die US-Börsen am Mittwoch auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr gehoben. Die Rückkehr der Volksrepublik zu Wachstumsraten aus der Boomphase und Aussagen von Vertretern der US-Notenbank Fed, die noch länger niedrige Zinsen signalisiert hatten, weckten die Risikobereitschaft der Investoren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher bei 10 291 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 10 246 und 10 341 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,5 Prozent auf 1098 Zähler. Beide Indizes schlossen auf dem höchsten Stand seit 13 Monaten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 2 166 Punkte.

„Die Nachrichten aus China heben die Stimmung hinsichtlich der weltweiten Wirtschaft“, sagte Peter Cardillo von Avalon Partners. Die chinesische Industrie hatte ihre Produktion so stark gesteigert wie seit März 2008 nicht mehr, bevor die Finanzkrise den Welthandel in die Knie gezwungen hatte.

Doch auch Unternehmensnachrichten sorgten für Aufsehen. Die Aktien des auf Luxushäuser spezialisierten Baukonzerns Toll Brothers gingen um 16,5 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen eine Umsatzsteigerung weit über den Erwartungen bekanntgegeben hatte. Die Anteilsscheine des weltgrößten Paketdienstes UPS stiegen um 2,2 Prozent. Konzernchef Scott Davis sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er gehe für 2010 von mehr Aufträgen aus.

Die Papiere der Kaufhauskette Macy's gaben indes um acht Prozent nach, obwohl das Unternehmen im Sommer weniger Verlust angehäuft hatte als erwartet. Experten verwiesen jedoch auf einen gemischten Ausblick auf das Jahresende.

Der Chef des Versicherungskonzerns AIG kündigte einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Führungsgremium des Unternehmens an zurückzutreten. Robert Benmosche sei unzufrieden über die Vorgaben, die der Konzern von staatlichen Aufsehern erhalte, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen. Die AIG-Aktien verloren 2,2 Prozent, nachdem sie am Vortag noch kräftig zugelegt hatten.

Die Anteilsscheine von Motorola sanken um rund ein Prozent. Der Handy-Hersteller erwägt Kreisen zufolge den Verkauf seiner Sparte für Digitalempfänger und Netzwerkausrüstung für etwa 4,5 Mrd. Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,04 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 872 Werte legten zu, 1 128 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,84 Mrd. Aktien 1 672 im Plus, 1 006 im Minus und 112 unverändert. Wegen des Veteranentags blieben der Anleihenmarkt und Regierungseinrichtungen in den USA am Mittwoch geschlossen.

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