Börse New York
Countdown zu Krim-Abstimmung lähmt Börsen

An der Wall Street gab es Verluste: Angesichts der Krim-Krise blieb der Handel verhalten. Bei den Einzelwerten standen General Motors und Liberty Media im Fokus der Anleger.
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New York Der Countdown zum Referendum auf der Krim hat die Anleger auch in New York nervös gemacht. Zwei Tage vor der umstrittenen Volksabstimmung über die Zukunft der ukrainischen Halbinsel wagten sich die Anleger am Freitag nicht aus der Deckung. „Das Votum auf der Krim wird mit Spannung erwartet“, sagte Ryan Detrick, Anlagestratege bei Schaeffer's Investment Research. Deshalb sei am Markt eine gewisse Unsicherheit zu spüren.

Die Börsenbarometer reagierten mit einer Berg- und Talfahrt. Zum Schluss hielten sich die Verluste im Vergleich zum Vortag aber in Grenzen. Fest im Blick behielten die Anleger abermals GM. Die Opel-Mutter gerät wegen fehlerhafter Zündungen bei einigen seiner Modelle zunehmend unter Druck.

Am Sonntag soll ein Referendum über einen Anschluss der Halbinsel an Russland entscheiden. Kurz vorher verhärteten sich die Fronten zwischen der Regierung in Moskau und dem Westen weiter. Westliche Staaten stufen die Abstimmung als illegal ein. Aktienmärkte in Europa und insbesondere die Börse in Russland gerieten unter Druck.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.165 und einem Tief von 16.046 Punkten. Er schloss 0,3 Prozent im Minus auf einem Stand von 16.065 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büßte ebenfalls 0,3 Prozent ein und ging mit 1841 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,4 Prozent auf 4245 Stellen. Auf Wochensicht fuhr der Dow ein Minus von 2,4 Prozent ein, der S&P verlor zwei und die Nasdaq 2,1 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax am Freitag nach zwischenzeitlichen Verlusten 0,4 Prozent höher bei 9056 Punkten.

GM-Anleger wurden durch neue Informationen zu der Pannenserie aufgeschreckt, durch die es nach Einschätzung der Verbraucherschutzorganisation Center for Auto Safety mit 303 Todesfällen deutlich mehr Opfer gab als bisher bekannt. GM hatte 1,6 Millionen Autos zurückgerufen. GM-Aktien gaben zunächst 0,2 Prozent nach, schafften später aber ein Plus von 0,9 Prozent.

Um mehr als 20 Prozent ging es für die Anteilsscheine von Aeropostale nach unten. Der auf die jugendliche Zielgruppe zugeschnittene Modehersteller schrieb das fünfte Quartal in Folge rote Zahlen.

Die Aktien von Liberty Media schossen dagegen mehr als sieben Prozent in die Höhe, nachdem der US-Kabelkonzern seine Pläne zur vollständigen Übernahme am Satellitenradioanbieter Sirius XM Holdings aufgegeben hat. Eigentlich hatte sich Liberty, kontrolliert vom Milliardär John Malone, die restlichen Anteile an Sirius im Rahmen eines Aktientausches einverleiben wollen. Die Titel von Sirius gewannen gut zwei Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 640 Millionen Aktien den Besitzer. 1715 Werte legten zu, 1256 gaben nach und 156 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 2,2 Milliarden Aktien 1406 Titel im Plus, 1199 im Minus und 106 unverändert.

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Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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