Börse New York Das Zinsgespenst kehrt zurück an die Wall Street

Die US-Aktienmärkte haben am Freitag schwächer geschlossen. Notenbankchefin Janet Yellen beflügelte Gerüchte über eine Zinswende mit der Bekräftigung, noch 2015 das Ende der aktuellen Geldpolitik einleiten zu wollen.
Update: 22.05.2015 - 22:50 Uhr Kommentieren
Kommt die Zinswende 2015 noch? Quelle: dpa
Händler an der Wall Street

Kommt die Zinswende 2015 noch?

(Foto: dpa)

New YorkNach ihrer jüngsten Rekordjagd haben die US-Börsen zum Wochenschluss etwas schwächer geschlossen. US-Notenbankchefin Janet Yellen bekräftigte in Handelsverlauf, dass sie weiterhin von einer US-Zinsanhebung noch in diesem Jahr ausgehe, da sie eine weitere Aufhellung der Konjunktur erwarte. Zuvor bereits hatten Börsianer nach neuen Inflationsdaten die Einschätzung geäußert, dass die Zeit des ultra-billigen Notenbank-Geldes, das die Börsen in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord getrieben hat, sich dem Ende neigt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,3 Prozent auf 18.232 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent auf 2126 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging 0,03 Prozent tiefer mit 5089 Stellen aus dem Handel. Für die Gesamtwoche ergibt sich damit für den Dow ein Abschlag von 0,2 Prozent, für den S&P ein Zuwachs von 0,2 Prozent und für die Nasdaq ein Plus von 0,8 Prozent. Der Dax in Frankfurt verlor 0,4 Prozent auf 11.815 Zähler.

Yellen sagte auf einer Veranstaltung, sie gehe davon aus, dass die Notenbank 2015 die Zinswende einleite. Schließlich sei die US-Wirtschaft auf gutem Weg, das schwache erste Quartal abzuschütteln. Händler nahmen die Worte als Bekräftigung des bestehenden Fed-Kurses auf.

Die Anleger deuteten auch die Inflationsdaten als Hinweis auf eine Zinserhöhung noch 2015. Die US-Verbraucherpreise fielen im April zwar wegen des günstigeren Öls um 0,2 Prozent. Die Kern-Rate, die Lebensmittel und Energie ausklammert, hielt sich indes überraschend bei plus 1,8 Prozent. "Das gibt der Fed weniger Spielraum für eine Verschiebung der Zinswende", sagte der Chefvolkswirt von Capital Economics, Paul Ashworth. Am Markt wird allgemein für Ende 2015 mit einer Zinserhöhung gerechnet.

Aktien von Hewlett-Packard stiegen um 2,7 Prozent. Die Anleger erfreute, dass der Konzern die Kosten für seine geplante Aufspaltung nur noch auf knapp die Hälfte der ursprünglich kalkulierten eine Milliarde Dollar veranschlagt.

Papiere von Expedia kletterten um 6,7 Prozent. Der Online-Reiseanbieter verkauft seine Beteiligung an dem Verluste schreibenden Reiseanbieter eLong für 671 Millionen Dollar.

Zu den Gewinnern gehörten auch Aktien des SAP -Rivalen Salesforce, die um 2,9 Prozent stiegen. CNBC berichtete, Microsoft habe 55 Milliarden Dollar für das Software-Unternehmen geboten, Salesforce habe aber 70 Milliarden Dollar gefordert. Salesforce steht seit längerem im Fokus von Übernahme-Spekulationen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 1085 Werte legten zu, 1922 gaben nach und 177 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,54 Milliarden Aktien 1177 im Plus, 1566 im Minus und 139 unverändert.

Bei den US-Staatsanleihen gaben die zehnjährigen Bonds 6/32 nach auf 99-07/32. Sie rentierten mit 2,213 Prozent. Die 30-jährigen Papiere notierten unverändert mit 100-08/32 und hatten eine Rendite von 2,987 Prozent.

Bieterkampf befeuert Nokia, Wacker Chemie enttäuscht

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

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US0378331005
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+1,14 +0,81%
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Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple (Top)
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Apple

Der US-Investor Carl Icahn drängt Apple zu einer abermaligen Aufstockung des milliardenschweren Aktien-Rückkaufprogramms. Der Anteilsschein des iPhone-Herstellers sei „immer noch dramatisch unterbewertet“, schrieb der Milliardär in einem offenen Brief am Montag an Apple-Chef Tim Cook. Es sei Zeit für einen deutlich größeren Aktienrückkauf. Das Papier müsse eigentlich bei 240 Dollar gehandelt werden und damit mehr als 100 Dollar höher als derzeit. Nach Icahns Äußerungen stiegen viele Aktionäre in der Hoffnung auf kurzfristige Gewinne bei Apple ein.

Kursentwicklung bis Donnerstag: + 3,2 Prozent

UNITEDHEALTH GROUP INC. REGISTERED SHARES DL -,01

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ISIN
US91324P1021
Börse
Xetra

+0,35 +0,19%
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Chart von UNITEDHEALTH GROUP INC. REGISTERED SHARES DL -,01
United Health (Top)
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United Health

United Health ist ein führendes Dienstleistungsunternehmen der Gesundheitsvorsorge. Das Kerngeschäft setzt sich aus Versicherungen und Gesundheitsfürsorge zusammen, die jeweils über die beiden Bereiche United Healthcare und Optum erbracht werden. In der zu Ende gehenden Handelswoche gehörten die Aktien des Konzerns zu den stärksten an der New Yorker Börse.

Kursentwicklung bis Donnerstag: + 4,6 Prozent

NOKIA OYJ REGISTERED SHARES EO 0,06

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ISIN
FI0009000681
Börse
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-0,01 -0,21%
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Chart von NOKIA OYJ REGISTERED SHARES EO 0,06
Nokia (Top)
3 von 19

Nokia

Derzeit ist ein Wettkampf um Nokias Kartendienst Here entbrannt. Die potenziellen Käufer sind keine unbekannten. Sie heißen Daimler, BMW, Audi und der US-Fahrtendienst Uber. Außerdem soll sich der US-Finanzinvestor General Atlantic dem Bieterwettkampf angeschlossen haben. Einem der Insider zufolge wollen Daimler, BMW und die VW-Tochter Audi jeweils 700 Millionen Euro ausgeben. Wie hoch das Gebot zusammen mit General Atlantic wäre, blieb offen. Uber bietet für den Kartendienst drei Milliarden Dollar. Der Bieterkampf macht sich bei den Nokia-Aktien bemerkbar. Im finnischen Leitindex verzeichneten sie das größte Wochenplus.

Kursentwicklung bis Donnerstag: + 6,1 Prozent

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

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ISIN
DE000BAY0017
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-0,52 -0,53%
+97,99€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Bayer
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Bayer

Der Chemie-Riese gilt als einer von vielen Kaufkandidaten von profitablen Sparten des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta. Sollte ein Kauf zustande kommen, dürften die Aktien von Bayer deutlich steigern. Einige Anleger spekulieren auf diese möglichen Gewinne und decken sich im Vorfeld mit Bayer-Papieren ein. In dieser Woche half den Aktien außerdem eine Kurszielerhöhung durch Analysten der Commerzbank von 129 auf 132 Euro.

Kursentwicklung bis Donnerstag: + 6,4 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
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-1,32 -0,81%
+162,58€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
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Volkswagen

Starke Absatzzahlen in Europa halfen in dieser Woche den Autobauern. In der Europäischen Union rollten 1,17 Millionen Autos zu den Kunden, ein Plus von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der europäische Automarkt ist für VW nach China der zweitwichtigste. Dementsprechend trieben die Absatzzahlen die Aktien des Wolfsburger Autobauers.

Kursentwicklung bis Donnerstag: + 6,6 Prozent

NORDEX SE INHABER-AKTIEN O.N.

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DE000A0D6554
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+0,06 +0,60%
+9,77€
Chart von NORDEX SE INHABER-AKTIEN O.N.
Nordex
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Nordex

Die Zahlen aus der Vorwoche gaben Nordex auch in dieser Woche Auftrieb. Im ersten Quartal übertraf Nordex die Vorjahreswerte mit einer Umsatzsteigerung um 17 Prozent. Die TecDax-Aktie hätte noch besser abscheiden können. Der überraschende Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Zeschky drückte die Papiere des Windkraftkonzern am Donnerstag. „Zeschky war sehr angesehen bei den Marktteilnehmern und verantwortlich für das steile Wachstum der vergangenen Jahre“, sagte ein Händler.

Kursentwicklung bis Donnerstag: + 6,9 Prozent

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
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-0,18 -0,28%
+63,54€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius
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Fresenius

Bei Medizinkonzern Fresenius half ein positiver Analystenkommentar. Experten der UBS erhöhten das Kursziel der Aktien von 47 auf rund 56 Euro. Ihr Rating beließen sie bei „neutral“.

Kursentwicklung bis Donnerstag: + 7,3 Prozent

  • rtr
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