Börse New York
Das Zinsgespenst kehrt zurück an die Wall Street

Die US-Aktienmärkte haben am Freitag schwächer geschlossen. Notenbankchefin Janet Yellen beflügelte Gerüchte über eine Zinswende mit der Bekräftigung, noch 2015 das Ende der aktuellen Geldpolitik einleiten zu wollen.
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New YorkNach ihrer jüngsten Rekordjagd haben die US-Börsen zum Wochenschluss etwas schwächer geschlossen. US-Notenbankchefin Janet Yellen bekräftigte in Handelsverlauf, dass sie weiterhin von einer US-Zinsanhebung noch in diesem Jahr ausgehe, da sie eine weitere Aufhellung der Konjunktur erwarte. Zuvor bereits hatten Börsianer nach neuen Inflationsdaten die Einschätzung geäußert, dass die Zeit des ultra-billigen Notenbank-Geldes, das die Börsen in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord getrieben hat, sich dem Ende neigt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,3 Prozent auf 18.232 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent auf 2126 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging 0,03 Prozent tiefer mit 5089 Stellen aus dem Handel. Für die Gesamtwoche ergibt sich damit für den Dow ein Abschlag von 0,2 Prozent, für den S&P ein Zuwachs von 0,2 Prozent und für die Nasdaq ein Plus von 0,8 Prozent. Der Dax in Frankfurt verlor 0,4 Prozent auf 11.815 Zähler.

Yellen sagte auf einer Veranstaltung, sie gehe davon aus, dass die Notenbank 2015 die Zinswende einleite. Schließlich sei die US-Wirtschaft auf gutem Weg, das schwache erste Quartal abzuschütteln. Händler nahmen die Worte als Bekräftigung des bestehenden Fed-Kurses auf.

Die Anleger deuteten auch die Inflationsdaten als Hinweis auf eine Zinserhöhung noch 2015. Die US-Verbraucherpreise fielen im April zwar wegen des günstigeren Öls um 0,2 Prozent. Die Kern-Rate, die Lebensmittel und Energie ausklammert, hielt sich indes überraschend bei plus 1,8 Prozent. "Das gibt der Fed weniger Spielraum für eine Verschiebung der Zinswende", sagte der Chefvolkswirt von Capital Economics, Paul Ashworth. Am Markt wird allgemein für Ende 2015 mit einer Zinserhöhung gerechnet.

Aktien von Hewlett-Packard stiegen um 2,7 Prozent. Die Anleger erfreute, dass der Konzern die Kosten für seine geplante Aufspaltung nur noch auf knapp die Hälfte der ursprünglich kalkulierten eine Milliarde Dollar veranschlagt.

Papiere von Expedia kletterten um 6,7 Prozent. Der Online-Reiseanbieter verkauft seine Beteiligung an dem Verluste schreibenden Reiseanbieter eLong für 671 Millionen Dollar.

Zu den Gewinnern gehörten auch Aktien des SAP -Rivalen Salesforce, die um 2,9 Prozent stiegen. CNBC berichtete, Microsoft habe 55 Milliarden Dollar für das Software-Unternehmen geboten, Salesforce habe aber 70 Milliarden Dollar gefordert. Salesforce steht seit längerem im Fokus von Übernahme-Spekulationen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 1085 Werte legten zu, 1922 gaben nach und 177 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,54 Milliarden Aktien 1177 im Plus, 1566 im Minus und 139 unverändert.

Bei den US-Staatsanleihen gaben die zehnjährigen Bonds 6/32 nach auf 99-07/32. Sie rentierten mit 2,213 Prozent. Die 30-jährigen Papiere notierten unverändert mit 100-08/32 und hatten eine Rendite von 2,987 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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