Börse New York
Das Zinsgespenst schreckt US-Anleger nicht mehr

Rückläufige US-Lagerbestände nähren die Hoffnung auf ein Ende des weltweiten Erdöl-Überangebots. Das treibt den Preis für den Rohstoff – und gibt der Wall Street Rückenwind. Auch Übernahmepläne bewegten die Aktienkurse.

New YorkDie US-Börsen haben am Mittwoch den zweiten Tag in Folge zugelegt. Rückenwind lieferte dabei ein Anstieg der Ölpreise. Rückläufige US-Lagerbestände nährten die Hoffnung auf ein Ende des weltweiten Erdöl-Überangebots. Dies trieb den Preis für die US-Sorte WTI zeitweise auf ein Siebeneinhalb-Monats-Hoch von 49,62 Dollar je Barrel (159 Liter).

Börsianern zufolge gehen Investoren zudem mit der Aussicht auf eine nahende US-Zinserhöhung gelassener um. Nach jüngsten Äußerungen von Zentralbankern rechnen mehr und mehr Anleger mit einer Anhebung schon im Juni.

"Es gab einige gute Konjunkturdaten und die Anleger merken, dass höhere Zinsen in kleinen Raten nicht das Ende der Welt sind, aber ein Vertrauensbeweis in die Wirtschaft", sagte Analyst Andre Bakhos vom Investmenthaus Janlyn Capital. Chefinvestor Dan Ivascyn von der Allianz-Tochter Pimco sieht die Chance für eine Zinserhöhung im Juni bei über 50 Prozent.

Wie von der Aufsichtsbehörde FHFA bekannt gegeben wurde, hatte sich im März der Anstieg der Hauspreise stärker als erwartet fortgesetzt. Am Dienstag bereits hatte das Handelsministerium beeindruckende Zahlen zu den Neubauverkäufen im April veröffentlicht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent höher auf 17.852 Punkten. Der breiter gefasste S&P legte um 0,7 Prozent auf 2091 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 4895 Zähler. Die Erleichterung der Anleger über den Schulden-Deal mit Griechenland und eine nachlassende Furcht vor einem "Brexit" gaben zuvor in Europa schon dem Dax Auftrieb. Der Index schloss 1,5 Prozent höher bei 10.205 Punkten.

An der Wall Street hatten erneut die Aktien von Banken und Versicherern die Nase vorn, denn sie würden besonders von einer Leitzinsanhebung profitieren, zu der es womöglich noch im Juni kommt. "Das könnte die Geschäfte für die Geldhäuser zumindest in den USA beleben", sagte ein Händler. Die Aktien der Bank of America rückten um 1,6 Prozent vor, Citigroup-Scheine um 2,3 Prozent und JPMorgan-Titel um 1,5 Prozent.

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