Börse New York
Dell und der Dollar belasten die Wall Street

An der Wall Street gaben die Aktienkurse heute nach. Händler sehen eine Ursache im stärker gewordenen Dollar. Außerdem enttäuschen Unternehmen die Investoren, zum Beispiel der Computerhersteller Dell. Einige Anleger packen nun offenbar die Koffer..
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HB NEW YORK. Nach unerwartet schwachen Geschäftszahlen des Computerherstellers Dell sind die US-Börsen am Freitag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. An den Märkten wurden sie ebenso wie ernüchternde Nachrichten aus der Baubranche als Zeichen für weitere Hürden auf dem Weg aus der Rezession gewertet. Es gebe derzeit wenig Gründe, einen großen Einsatz zu wagen, hieß es.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 10 318 Punkte ins Wochenende. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 10 271 und 10 342 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,3 Prozent auf 1091 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 2146 Punkte ab. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 5663 Punkte aus dem Handel. Im Wochenverlauf legte der Dow 0,5 Prozent zu. Der S&P verlor 0,2 Prozent, die Nasdaq sogar ein Prozent.

Dell hatte einen massiven Gewinneinbruch im Quartal gemeldet. Auch der Umsatz blieb hinter den Erwartungen zurück. Der Aktienkurs brach daraufhin um knapp zehn Prozent ein. Technologiewerte stehen derzeit an den US-Börsen unter scharfer Beobachtung, da die Branche zuletzt Hoffnungen auf ein baldiges Ende ihrer langjährigen Krise weckte. Der S&P-Branchenindex legte seit seinem Tiefpunkt im März mehr als 70 Prozent zu.

Ein skeptischer Analystenkommentar zu den Aussichten von Halbleiterherstellern hatte allerdings schon am Donnerstag die Euphorie gedämpft. "Wir schreiben keine Traueranzeige für diesen Markt, aber er konsolidiert sich und wird vorsichtiger. Es ist klug, etwas Geld und einige Risiken aus der Branche herauszunehmen", sagte Analystin Quincy Krosby von Prudential Financial.

Verluste gab es erneut für General-Electric-Titel, die 1,1 Prozent einbüßten. Kreisen zufolge kamen sich der Mischkonzern und die Mediengruppe Vivendi bei den Verhandlungen über eine Kaufsumme für den 20-prozentigen Anteil von Vivendi an NBC Universal zwar näher. Die Gespräche drohten sich aber hinzuziehen. Schwer gebeutelt wurde die Aktie des Baukonzerns D.R. Horton mit Verlusten von 15,4 Prozent. Sie zog auch Konkurrenten mit nach unten, nachdem das Unternehmen das Marktumfeld als "immer noch herausfordernd" bezeichnete.

Ebenfalls zu den Verlierern gehörten die Titel von Goldman Sachs, die um 1,6 Prozent nachgaben. Laut einem Medienbericht haben große Anteilseigner die Bank gebeten, mehr Gewinne an Investoren weiterzugeben und nicht in Form von Boni Mitarbeitern zukommen zu lassen.

Die Rio-Tinto-Tochter Cloud Peak Energy verlor bei ihrem Debüt an der New Yorker Börse 1,1 Prozent. Schon der Einstandspreis für Aktien des drittgrößten US-Kohleproduzenten war mit 14,50 Dollar mehr als drei Prozent unter dem IPO-Preis geblieben. Gefragt waren dagegen die Papiere eines weiteren NYSE-Neulings: Die chinesische Billig-Hotelkette sieben Days legte knapp 13,6 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,14 Mrd. Aktien den Besitzer. 1271 Werte legten zu, 1716 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Mrd. Aktien 1219 im Plus, 1442 im Minus und 139 unverändert.

An den US-Kreditmärkten büßten die zehnjährigen Staatsanleihen um 07/32 auf 100-04/32 ein. Sie rentierten mit 3,366 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 08/32 auf 101-14/32 und hatten eine Rendite von 4,295 Prozent.

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