Börse New York
Der Dow Jones schafft es nicht aus dem Minus

Derzeit stehen die politischen Risiken der Eurozone im Fokus der Anleger. Auch schlechte Konjunkturdaten drückten die Stimmung. Die Anleger schickten den Dow auf Talfahrt, bis zum Börsenschluss erholte er sich nur wenig.
  • 0

DüsseldorfDie unklaren politischen Verhältnisse in Griechenland haben US-Anleger am Dienstag verschreckt. Für zusätzlichen Unmut an den Märkten sorgte der Chef der radikalen Linken, Alexis Tsipras. Nachdem die Konservativen ihr Mandat zur Regierungsbildung zurückgegeben hatten, war er damit beauftragt worden und erklärte umgehend, dass die Zusagen seines Landes zum milliardenschweren Rettungspaket null und nichtig seien.

"Griechenland ist momentan ein Zombie-Staat", sagte Rick Fier, Handelsmanager bei Conifer Securities. Es werde sehr schwierig für das Land, seine Schulden abzuzahlen - egal ob es in der Euro-Zone bliebe oder nicht. Wegen der Angst vor einem Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise gerieten besonders Werte unter Druck, die stark von der Konjunktur abhängig sind.

Der S&P-Index für den Konsumsektor verlor knapp 1,3 Prozent. Investoren wendeten sich verstärkt krisenfesteren Titeln aus dem Versorger- und Telekommunikationsbereich zu.

"Was uns in den vergangenen sechs Wochen über Wasser gehalten hat, war die Berichtssaison", sagte Randy Warren von Warren Financial Service & Associates. "Jetzt wo die wichtigen Bilanzen veröffentlicht sind, richtet sich der Blick, wenigstens kurzfristig, wieder auf Europa."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 0,6 Prozent bei 12.932 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte er zwischen 12.810 und 13.000 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss 0,4 Prozent schwächer bei 1363 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab ebenfalls 0,4 Prozent auf 2946 Punkte ab. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 1,9 Prozent bei 6444 Punkten aus dem Handel.

Auch das drohende Auseinanderbrechen der Achse Paris-Berlin beim Kampf gegen die Überschuldung in Europa bereitete Händlern Sorgen. Der kommende französische Präsident Francois Hollande fordert, ein stärkeres Gewicht auf die Wachstumsförderung zu legen. Bundeskanzlerin Angela Merkel trat bisher vor allem für Haushaltsdisziplin als Mittel gegen die Schuldenkrise ein.

"Das zieht das Ganze noch weiter in die Länge", sagte Mark Foster von Kirr Marbach & Co. "Damit sinken die Chancen, dass sich die Fortschritte, die es bisher gegeben hat, fortsetzen werden."

Zu den Verlierern gehörten Finanztitel, die in der Regel empfindlich auf Nachrichten zur Schuldenkrise reagieren. Bank of America gab 2,1 Prozent, Goldman Sachs 0,6 Prozent, Citigroup 1,1 Prozent und JPMorgan ein Prozent nach.

Die Anteilsscheine des Taschen- und Uhren-Herstellers Fossil brachen knapp 38 Prozent ein. Der Konzern kürzte seine Ergebnisprognose für 2012. Als Gründe nannte Fossil Schwächen im Europa-Geschäft und Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme des dänischen Uhrmachers Skagen.

Mit Verkäufen reagierten die Händler auch auf einen Zwischenbericht der Fastfood-Kette McDonald's. Die Umsätze fielen im April nicht so aus wie gewünscht, die Aktie ließ über zwei Prozent Federn.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Millionen Aktien den Besitzer. 1182 Werte legten zu, 1787 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,17 Milliarden Aktien 1204 im Plus, 1311 im Minus und 103 unverändert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Der Dow Jones schafft es nicht aus dem Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%