Börse New York
„Der letzte Rest des 'Trump-Dollars' ist dahin“

Die US-Börsen stehen unter Druck: Der Dollar fiel auf ein Sechs-Monats-Tief, und Grund dafür ist US-Präsident Donald Trump. Die wachsenden Zweifel angesichts der zahlreichen Polit-Affären belasten die Wall Street.
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New YorkDie zahlreichen Polit-Affären des US-Präsidenten Donald Trump haben auch die US-Börsen unter Druck gesetzt. Wachsende Zweifel an einer baldigen Umsetzung seiner Steuersenkungs- und Investitionspläne drückten den Dollar am Mittwoch auf ein Sechs-Monats-Tief. Einem Insider zufolge soll Trump den inzwischen entlassenen FBI-Chef James Comey gedrängt haben, die Untersuchung der Verbindungen des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn zu Russland einzustellen.

Anleger hätten große Hoffnungen auf Trumps Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur gesetzt, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. "Der jüngste Skandal verzögert seine Pläne im günstigsten Fall und im schlimmsten Fall werden sie nicht umgesetzt."

Hans Peterson, Anlageexperte bei der Vermögensverwaltung der SEB Bank, betonte, seine Klienten diskutierten bereits über eine mögliche Amtsenthebung Trumps. Britische Buchmacher taxieren die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Abgang Trumps auf 55 Prozent.

Am Mittwoch verzeichnete der Dow Jones Industrial den größten prozentualen Tagesverlust seit September vergangenen Jahres. Der Dow weitete im Handelsverlauf seine Verluste peu a peu aus und fiel am Ende um 1,8 Prozent auf 20.606 Punkte. Damit steht der US-Leitindex wieder auf dem Niveau des Vormonats.

Der marktbreite S&P-500-Index büßte 1,8 Prozent auf 2357 Punkte ein, nachdem er am Dienstag noch eine Bestmarke erreicht hatte. Für den konjunktursensiblen Technologiewerte-Index Nasdaq 100 ging es zur Wochenmitte gar um 2,6 Prozent auf 6011 Punkte nach unten. In Frankfurt hatten zuvor Dax und EuroStoxx50 jeweils etwa eineinhalb Prozent auf 12.631 beziehungsweise 3584 Punkte verloren. Für beide Indizes ist es der größte Tagesverlust seit der Wahl Trumps im November.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel am Mittwoch um 0,6 Prozent auf 97,490 Punkte und lag damit wieder auf dem Niveau vor Trumps Wahl. "Der letzte Rest des 'Trump-Dollars' ist dahin", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

Die Hoffnung auf einen US-Wirtschaftsboom und rasche Zinserhöhungen der Notenbank Fed hatte den Dollar-Index im Januar auf ein 14-Jahres-Hoch von 103,82 Zählern gehievt. Die aktuelle Talfahrt des US-Währung ist nach Ansicht von Leuchtmann noch nicht zu Ende. "Wir können weder annehmen, dass die in täglicher Frequenz auftauchenden Skandalmeldungen abreißen, noch, dass der Twitter-Sturm des US-Präsidenten abebbt."

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