Börse New York
Der schwächelnde Arbeitsmarkt besorgt die US-Händler

Einen Tag vor den Europäern kehrten die amerikanischen Börsianer aus dem Osterwochenende zurück - mit besorgten Blicken auf den Arbeitsmarkt. Die Wall Street schloss im Minus, doch für einzelne gab es satte Gewinne.
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New YorkEnttäuschende Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt haben die Wall Street am Ostermontag belastet. Die schwächelnde US-Wirtschaft schaffte im März zwar 120.000 Stellen, lag damit aber deutlich unter den Erwartungen von Experten. Vor allem Bank- und Industriewerte standen auf den Verkaufszetteln.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 1,0 Prozent bei 12.929 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.903 und 13.057 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1382 Punkten, ein Abschlag von 1,1 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor ebenfalls 1,1 Prozent und ging mit 3047 Punkten aus dem Handel. Die Börsen in Europa blieben über Ostern geschlossen.

Der schon am Karfreitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht schürte Zweifel an der Fähigkeit der USA, die Weltwirtschaft in Zeiten der europäischen Schuldenkrise und eines abkühlenden Aufschwungs in China zu stabilisieren.

Nach den schwachen US-Arbeitsmarktzahlen wird die US-Notenbank nach Einschätzung vieler Wall-Street-Firmen ihre Geldpolitik zur Stimulierung der Wirtschaft nochmals lockern. Elf von 16 befragten Händlern gingen in einer Reuters-Umfrage vom Montag davon aus, dass die Fed eine dritte Runde solcher Maßnahmen einläuten wird (QE3).

„Der Arbeitsmarktbericht hat die Sorgen von Fed-Chef Ben Bernanke bestätigt, dass die zuletzt guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt nicht von Dauer und die Erholung der Wirtschaft noch nicht selbst tragend sein könnte“, sagte Julia Coronado, Chefvolkswirtin für Nordamerika bei der Bank BNP Paribas in New York.

Die Händler dürften nun den Arbeitsmarktbericht abhaken und sich auf die Bilanzsaison konzentrieren, sagte Ryan Detrick von Schaeffer's Investment Research. Am Dienstag gibt traditionell Alcoa als erstes Schwergewicht Einblick ins abgelaufene Quartal.

Bei den Einzelwerten stand AOL mit einem Kurssprung im Fokus. Der einstige Internetpionier verkauft für die unerwartet hohe Summe von einer Milliarde Dollar rund 800 Patente an Microsoft. Einen Teil der Einnahmen will AOL an seine Aktionäre weiterreichen. Das AOL-Papier stieg um 43 Prozent auf 26,40 Dollar. Microsoft verlor 1,3 Prozent. Der S&P-Index für den Finanzsektor lag 1,6 Prozent im Minus.

Der Versicherer AIG verlor 2,7 Prozent, für die Citigroup ging es 2,4 Prozent abwärts. Die Avon -Aktie gab 3,1 Prozent nach. Die J&J-Managerin Sherilyn McCoy übernimmt den Chefposten von der langjährigen Vorsitzenden Andrea Jung. Der Kosmetikkonzern wird von dem New Yorker Konkurrenten Coty umworben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 635 Werte legten zu, 2370 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,35 Milliarden Aktien 462 im Plus, 2079 im Minus und 74 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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