Börse New York
Deutsche Daten lassen US-Börsen nicht kalt

Auch in den USA hat der schwache Ifo-Geschäftsklimaindex die Anleger enttäuscht. Die Daten aus Deutschland wirkten auch in den USA. Selbst Börsenstar Apple musste Verluste hinnehmen - im Gegensatz zu Google.
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Konjunktursorgen in Deutschland haben die Wall Street stotternd in die neue Woche starten lassen. Der fünfte Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex' in Folge sorgte am Montag für Ernüchterung bei den Investoren auf der anderen Seite des Atlantiks.

Denn er zeigt, dass sich die Unternehmen in der größten europäischen Volkswirtschaft schwerer tun, die Folgen der Euro-Schuldenkrise zu verdauen als erwartet. Der Ifo-Index sank unerwartet um 0,9 auf 101,4 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2010.

Der Rückgang trübte auch die Stimmung an der Wall Street, wo Anleger mit einer globalen Konjunkturabkühlung rechnen. Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten fiel um 0,1 Prozent auf 13.558 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 1456 Zähler nach. Der technologieorientierte Nasdaq sank 0,6 Prozent auf 3160 Zähler. In Frankfurt schloss der Dax mit 7413 Zählern und damit 0,5 Prozent im Minus.

Selbst Börsen-Superstar Apple konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen: Der Aktienkurs des US-Unternehmens mit dem höchsten Börsenwert fiel nach dem Allzeithoch in der vergangenen Woche um mehr als 1,3 Prozent auf 690 Dollar. Grund sind Sorgen im Markt, das Kultunternehmen könne die riesige Nachfrage nach dem neuen iPhone nicht erfüllen.

Dagegen sind die Papiere der Suchmaschine Google so beliebt wie nie zuvor: Der Kurs der Google-Aktie stieg um über zwei Prozent auf den neuen Höchststand von 749,38 Dollar.

Kurz vor der Berichtssaison für das dritte Quartal blicken die Investoren hoffnungsvoll auf Hedgefonds. Sie könnten sich kurz vor Ende des Vierteljahres mit den Aktien von Überfliegern eindecken, so Analysten.

Die makroökonomische Seite mache unverändert Sorgen, sagte Matthew Keator von der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Lenox Massachusetts unter Verweis auf die Krise in der Euro-Zone und den steigenden Schuldenberg in den USA. Mehr und mehr US-Anleger befürchten, dass die von der Fed angekündigten neuen Konjunkturhilfen ein Hinweis auf einen schlechten Zustand der US-Volkswirtschaft sind.

Neue Konjunkturindikatoren müssten nun das Gegenteil beweisen. Mit Spannung wird eine Reihe von Daten erwartet. Am Dienstag steht das Verbrauchervertrauen für September an und am Mittwoch der Eigenheimabsatz für August. Zwar hat sich der Immobilienmarkt in den letzten Monaten etwas stabilisiert. Die US-Industrie und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit machen dies aber wieder zunichte.

Neue Hinweise wird es am Donnerstag geben mit dem Auftragseingang für langlebige Güter im August, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 22. September sowie den endgültigen BIP-Daten für das zweite Quartal.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 629 Millionen Aktien den Besitzer. 1195 Werte legten zu, 1776 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1115 im Plus, 1365 im Minus und 103 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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