Börse New York
Die Anleger halten sich zurück

Die Anleger an der Wall Street haben sich zum Ende der Handelswoche zurückgehalten. Sie warten auf konkrete Vorschläge zu Steuerkürzungen und Bürokratieabbau von der US-Regierung. Stark gefragt waren Adobe-Aktien.
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New York Kurz vor dem Wochenende haben sich Anleger an den New Yorker Börsen zurückgehalten. Verstärkt geriet am Freitag wieder die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump ins Visier. Die Anleger warten auf konkrete Vorschläge zu Steuerkürzungen und Bürokratieabbau. "Heute sieht es so aus, als ob wir wieder so einen Tag wie gestern bekommen, an dem der Markt nach etwas sucht, was Bewegung bringen könnte", sagte Andre Bakhos von Janlyn Capital.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,1 Prozent auf 20.914 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verringerte sich ebenfalls um 0,1 Prozent auf 2378 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 5900 Punkten auf der Stelle.

Die US-Industrie steigerte ihre Produktion im Februar um 0,5 Prozent und damit etwas stärker als erwartet. Es war der sechste Monat mit einem Plus in Folge. Angesichts der steigenden Rohstoffpreise legt die Nachfrage nach Maschinen und anderer Ausrüstung zu. Die Kauflaune der US-Konsumenten hellte sich stärker als erwartet auf. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg im März auf 97,6 Punkte nach 96,3 Zählern im Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 97,0 Stellen gerechnet. Die aktuelle wirtschaftliche Situation schätzen die Verbraucher so gut ein wie seit November 2000 nicht mehr.

Bei den Einzelwerten legten die Aktien des Luxusjuweliers Tiffany's 3,7 Prozent zu. Die Geschäfte des Unternehmens liefen zum Jahresende insbesondere in Asien gut, das kurbelte insgesamt den Umsatz an. In den USA litt das Unternehmen dagegen unter dem Wahlsieg Trumps: Weil es daraufhin zu Protestkundgebungen rund um den Trump Tower in New York kam, blieben in Tiffanys nahe gelegener Vorzeigefiliale auf der Prachtmeile Fifth Avenue die Kunden aus.

Starke Zahlen sowie eine Serie von Hochstufungen und Kursziel-Anhebungen hievten Adobe-Papiere auf ein Rekordhoch. Die Aktien des "Photoshop"-Machers stiegen zeitweise um mehr als fünf Prozent auf 130,30 Dollar.

Der kalifornische Firmensoftware-Spezialist MuleSoft feierte ein furioses Börsendebüt an der Wall Street. Die Aktie schoss um bis zu rund 50 Prozent in die Höhe. Damit kam das rasant wachsende Unternehmen aus San Francisco auf eine Marktkapitalisierung von 3,2 Milliarden Dollar.

Unerwartet schwach ausgefallene Studienergebnisse zu einem wichtigen Medikament enttäuschten Anleger von Amgen. Die Aktien des weltgrößten Biotechnologiekonzerns sackten um bis zu 7,9 Prozent auf 165,95 Dollar ab. Eine bei fast 28.000 Patienten durchgeführte Studie zur Wirkung des Cholesterinmittels Repatha zeigte, dass das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei der Einnahme des Medikaments zwar sinkt. Analysten hatten aber mit besseren Studienergebnissen gerechnet.

In Frankfurt hielt sich der Dax am Hexensabbat über der psychologisch wichtigen 12.000er Marke. Der deutsche Leitindex beendete den Handel 0,1 Prozent höher bei 12.095 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 0,2 Prozent auf 3448 Zähler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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