Börse New York
„Die Investoren lieben dieses Fed-Protokoll“

Die Anleger setzen auf eine spätere US-Zinsanhebung und bescheren der Wall Street leichte Gewinne – insgesamt bleibt es ruhig in New York. Sorgen machen die Quartalsberichte mehrerer Großbanken.

New YorkSpekulationen auf eine Verschiebung der US-Zinswende haben zum Wochenschluss den Handel an der Wall Street bestimmt. Aus dem Protokoll der September-Sitzung der US-Notenbank Fed war hervorgegangen, dass die Zentralbanker auf dem Weg zur Zinswende Hürden sehen. Damit dürfte eine Erhöhung des US-Leitzinses noch bis 2016 auf sich warten lassen, sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. „Die weiterhin zum Nulltarif zur Verfügung gestellte Liquidität bleibt also erhalten.“ Davon profitierten vor allem Aktien. „Die Investoren lieben dieses Fed-Protokoll, weil es eine starke Wirtschaft und niedrige Zinsen signalisiert“, sagte CMC-Markets-Analyst Jasper Lawler.

Insgesamt war der Handel unruhig. Kursverluste bei Energie- und Bankenaktien machten deutlichere Gewinne zunichte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte gegen Mittag um seinen Schlusskurs vom Vortag bei 17.048 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,2 Prozent auf 2010 Zähler.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent auf 4819 Punkte. Die mögliche Verzögerung der ersten Zinserhöhung in den USA seit zehn Jahren lockte die Anleger auch an die europäischen Aktienmärkte. Der Dax stieg um ein Prozent auf 10.096,60 Punkte und schloss die Woche damit fast sechs Prozent im Plus. Der EuroStoxx50 legte um 0,8 Prozent auf 3250,31 Zähler zu.

Die Unsicherheit über die künftige US-Geldpolitik mache die Anleger aber allmählich mürbe, sagte ein Händler. Das bekam auch der Dollar zu spüren: Der Euro kletterte auf 1,1370 Dollar.

Mit Skepsis schauten die Anleger aber auf die US-Bilanzsaison mit den Quartalsberichten einer Reihe von Großbanken. Das könne die Kauflaune der Anleger dämpfen. Denn der Auftakt war wenig verheißend: Alcoa vergraulte die Anleger mit einem überraschend kräftigen Gewinneinbruch - die Aktien verloren knapp fünf Prozent. Die Aussagen von Managern wie sie mit der schwächelnden Wirtschaft in China umgehen wollten oder auch der stärkere Dollar würden den Markt diktieren, sagte Kevin Kelly von Revon Capital Partners.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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