Börse New York Die Wall Street bewegt sich kaum vom Fleck

Die zuletzt widersprüchlichen Konjunkturdaten verunsichern die Anleger in den USA. Auch das Gespenst von einer frühzeitigen Zinserhöhung der Fed spukt wieder über das Parkett. Für einen weiteren Anstieg fehlen Impulse.
Update: 28.06.2014 - 00:04 Uhr Kommentieren
Broker in New York: Die Konjunkturlage bleibt heute still, lediglich der Konsumklima-Index der Uni Michigan wird erwartet. Quelle: AFP

Broker in New York: Die Konjunkturlage bleibt heute still, lediglich der Konsumklima-Index der Uni Michigan wird erwartet.

(Foto: AFP)

New YorkDie US-Börsen haben sich am Freitag trotz guter Konjunkturdaten nur wenig bewegt. Die Stimmung der US-Konsumenten besserte sich im Juni. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg nach endgültigen Daten um 0,6 Punkte auf 82,5 Zähler. Rückenwind bekommt die US-Konjunktur weiterhin von Liquiditätsspritzen der Zentralbank Fed. Bislang peilen die meisten Geldpolitiker eine Zinserhöhung erst für 2015 an. Einige Anleger zweifelten jedoch zuletzt an einem überzeugenden Comeback der US-Konjunktur und agierten vorsichtig.

Anfang der Woche erlitten sie bereits einen "Mini-Schock", nachdem die erste Schätzung für das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) enttäuscht hatte, wie David Kohl von Julius Bär zusammenfasste. "Das verdirbt den Appetit auf risikoreiche Anlagen."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nahezu unverändert auf 16.852 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,2 Prozent auf 1961 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,4 Prozent auf 4398 Stellen. Im Wochenvergleich gab der Dow um 0,6 Prozent und der S&P um 0,1 Prozent nach, während sich der Nasdaq um 0,7 Prozent verbesserte. In Frankfurt stieg der Dax am Freitag um 0,1 Prozent auf 9815 Zähler. Der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent auf 3228 Punkte.

Diese Aktien tanzen aus der Reihe

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
Xetra

+0,18 +0,16%
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Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens: Anleger reagieren enttäuscht
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Siemens: Anleger reagieren enttäuscht

Eine der aufregenden Diskussionen auf dem Parkett diese Woche: die Übernahmeschlacht um Teile des französischen Technologiekonzerns Alstom. Hier kommt wohl der amerikanische Konkurrent General Electric zum Zuge, nicht aber Siemens. Die Deutschen hatten ebenfalls für das Energiegeschäft des französischen Unternehmens geboten. Nachdem diese Träume enttäuscht wurden, reagierten auch die Anleger. Am Montag gaben die Siemens-Aktien 1,7 Prozent nach. Negativ sei, dass Siemens nicht an das Gasturbinengeschäft der Franzosen komme und GE in Europa nun zum stärkeren Wettbewerber werde, kommentierte Markus Friebel vom Analysehaus Independent Research die Entwicklung, merkte aber auch positiv an, dass sich Siemens nun wieder verstärkt dem Konzernumbau widmen könne.

Kursentwicklung Montag bis Donnerstag: − 3,7 Prozent

GENERAL ELECTRIC CO. REGISTERED SHARES DL -,06

WKN
ISIN
US3696041033
Börse
Xetra

-0,32 -2,63%
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Chart von GENERAL ELECTRIC CO. REGISTERED SHARES DL -,06
General Electric: Aktie gibt nach
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General Electric: Aktie gibt nach

Wer nun dachte, dass General Electric (GE) an der Börse profitiert, sah sich am Montag getäuscht. Auch die GE-Aktie gab nach, rund ein Prozent. Offenbar war die Fantasie schlicht raus. Die Entscheidung zugunsten der US-Amerikaner komme angesichts entsprechender Signale der Franzosen nicht überraschend, kommentierte Independent-Analyst Friebel den Deal. Die Finanzierung der Transaktion sei unproblematisch. An seinen Prognosen für GE änderte der Experte nichts.

Kursentwicklung Montag bis Donnerstag: − 2,8 Prozent

ALSTOM S.A. ACTIONS PORT. EO 7

WKN
ISIN
FR0010220475
Börse
Xetra

+1,40 +4,17%
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Chart von ALSTOM S.A. ACTIONS PORT. EO 7
Alstom: Analyst hat Vertrauen in Potenzial der Aktie
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Alstom: Analyst hat Vertrauen in Potenzial der Aktie

Offenbar gab es zumindest am Montag nur Verlierer in dem Spiel. Auch die Alstom-Aktien gaben nach, und zwar kräftig – um 4,1 Prozent. Wohl ebenfalls aufgrund der neuen Ruhe nach der Schlacht. Prinzipiell sehen Analysten die Aktie gut aufgestellt. Nach der Transaktion habe er weiterhin Vertrauen in das Aufwärtspotenzial, meinte etwa Martin Wilkie von der Deutschen Bank. Der französische Industriekonzern habe nun die Option, im Zuge der geplanten Kooperation mit dem US-Konkurrenten GE seinen Anteil am Energie-Gemeinschaftsunternehmen für 2,5 Milliarden Euro zu verkaufen. Auch die Nettoliquidität von 4,3 Milliarden Euro fällt dem Aktienstrategen positiv auf.

Kursentwicklung Montag bis Donnerstag: − 4,4 Prozent

ELECTRICITE DE FRANCE (E.D.F.) ACTIONS AU PORTEUR EO -,50

WKN
ISIN
FR0010242511
Börse
Xetra

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Chart von ELECTRICITE DE FRANCE (E.D.F.) ACTIONS AU PORTEUR EO -,50
EdF: Französische Aktionäre fürchten Folgen des Alstom-Deals
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EdF: Französische Aktionäre fürchten Folgen des Alstom-Deals

Der Übernahmepoker zog am Montag insbesondere in Frankreich noch weitere Kreise. Ursache war der Einstieg der Pariser Regierung bei Alstom. Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg hatte signalisiert, dass die Regierung zur Finanzierung der Anteilsaufstockung Beteiligungen an anderen Firmen verkaufen könnte. Darauf reagierten Aktien französischer Firmen mit einer hohen Staatsbeteiligung mit Verlusten. Die Papiere von EdF, Safran, Orange, Airbus und Thales verloren bis zu vier Prozent und zählten damit zu den größten Verlierern im CAC40. Auch negative Analystenstimmen trugen bei EdF zu den Verlusten bei.

Kursentwicklung Montag bis Donnerstag: − 4,4 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,09 -0,40%
0,00€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S: Agrochemie im Übernahme-Fieber
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K+S: Agrochemie im Übernahme-Fieber

Eine weitere Fusion beschäftigte die Börse diese Woche: Die Agentur Bloomberg hatte berichtet, der US-Konzern Monsanto habe Gespräche mit der Schweizer Syngenta über eine Akquisition geführt. Das Geplauder sei zwar beendet, hieß es. Doch an der Börse wurde am Dienstag kräftig spekuliert, auch in Frankfurt. "Diese Meldung hilft auch den deutschen Konkurrenten", sagte ein Börsianer. So stieg die K+S-Aktie um 1,7 Prozent und zählte zu den größten Gewinnern im Leitindex Dax. Bayer verteuerten sich um 1,3 Prozent. K+S profitierte zudem von einer positiven Branchenstudie des US-Analysehauses Bernstein Research. Der globale Kalidünger-Absatz könnte 2014 fast auf Rekordniveau steigen, schrieb Marktbeobachter Ben Scarlett. Allerdings gab die Aktie all diese Vorsprünge wieder ab. Kollege Jeremy Redenius aus dem gleichen Haus pubizierte einen Tag später eine Studie, nach der das Produktionswachstum für Düngemittel in Europa im April im Jahresvergleich gesunken sei; dies sei negativ für K+S.

Kursentwicklung Montag bis Donnerstag: − 4,9 Prozent

SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10

WKN
ISIN
CH0011037469
Börse
STU

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Chart von SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10
Syngenta: Anleger erkennen versteckte Werte
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Syngenta: Anleger erkennen versteckte Werte

Der Schweizer Monsanto-Konkurrent Syngenta profitierte besonders von den Nachrichten. In Zürich schossen die Aktien des Basler Agrarchemiekonzerns in der Spitze um sieben Prozent in die Höhe. Bei Analysten stieß die Nachricht indes auf geteiltes Echo. In Börsenkommentaren von J.Safra Sarasin und Merrill Lynch hieß es, es sei unwahrscheinlich, dass es zu einer solchen Transaktion komme. Dagegen meinten die Marktbeobachter der Privatbank Mainfirst, der Übernahmeversuch zeige, wie viel an verstecktem Wert in Syngenta enthalten sei. Das sahen die Anleger offenbar ähnlich.

Kursentwicklung Montag bis Donnerstag: + 0,2 Prozent

MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US61166W1018
Börse
Xetra

+0,95 +0,97%
0,00€
Chart von MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Monsanto: Zahlen überzeugen
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Monsanto: Zahlen überzeugen

Und was passiert beim Hauptakteur? Bei Monsanto reagieren Anleger weniger auf die Fusionsgerüchte als auf Zahlen. Am Mittwoch verteuerten sich die an der Wall Street notierten Aktien des Agrarkonzerns um fünf Prozent auf knapp 127 Dollar, nachdem der Ausblick für das Gesamtjahr optimistischer ausgefallen war als bisher gedacht.

Kursentwicklung Montag bis Donnerstag: + 3,2 Prozent

Bei den Einzelwerten legten Nike um ein Prozent zu. Der Adidas-Rivale hatte am Donnerstag nach US-Börsenschluss einen unerwartet deutlichen Umsatzanstieg für das abgelaufene Quartal präsentiert. Auch der Gewinn lag über den Prognosen. .

Um rund drei Prozent abwärts ging es indes mit dem Kurs von DuPont. Der Chemiekonzern hat seine Gewinnprognosen für das laufende Quartal und das Gesamtjahr gesenkt.

Abgestraft wurden auch Dollar General. Die Anteilsscheine der Warenhauskette ließen mehr als sieben Prozent Federn, nachdem ihr Chef seinen Rückzug für kommenden Mai angekündigt hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,28 Milliarden Aktien den Besitzer. 2038 Werte legten zu, 1008 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,63 Milliarden Aktien 1689 im Plus, 984 im Minus und 117 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben bei dünnen Umsätzen nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 3/32 auf 99-23/32. Die Rendite stieg auf 2,532 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 12/32 auf 100-7/32 und rentierte mit 3,363 Prozent. Händler begründeten de Abschläge mit Gewinnmitnahmen.

  • rtr
  • dpa
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