Börse New York
Die Zinsfrage bremst Wall Street aus

Die Börsen in New York mussten zu Wochenanfang Verluste hinnehmen. Vor allem die Frage nach dem Zeitpunkt der Leitzinserhöhung der Fed treibt die Anleger um. Für Belastung sorgen außerdem die Sorgen um Chinas Konjunktur.
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New YorkSorgen um China und das globale Wachstum sowie die Unsicherheit rund um eine Zinswende in den USA haben der Wall Street im August die Bilanz verhagelt. Am letzten Handelstag des Monats ging der Dow Jones Industrial am Montag mit einem Abschlag von 0,69 Prozent bei 16 528,03 Punkten aus dem Handel. Damit verlor der US-Leitindex im August 6,57 Prozent, das ist die schwächste Monatsbilanz seit Mai 2010.

Mit einem zwischenzeitlichen Rutsch auf 15 370 Punkte hätte er sogar noch deutlich schwächer abschneiden können. Aber auch so sind die einstigen Gewinne für 2015 aufgezehrt und in einen Verlust von über 7 Prozent verwandelt worden.

Kaum besser erging es dem S&P-500-Index und Nasdaq 100 mit den verlustreichsten Monaten seit 2012. Am Montag sank der marktbreite S&P um 0,84 Prozent auf 1972,18 Punkte, während der technologielastige Auswahlindex um 1,26 Prozent auf 4274,58 Punkte nachgab. Er liegt für das laufende Jahr noch knapp im Plus.

Wegen des Rätselratens um den ersten Zinsschritt in den USA seit einem Jahrzehnt werden Konjunkturdaten besonders beäugt. Die neuesten Daten zum Geschäftsklima in der Region Chicago lieferten jedoch kaum Impulse. Im August hatte es sich etwas deutlicher eingetrübt als erwartet. Besonders spannend wird es am Freitag, wenn der Arbeitsmarktbericht für August ansteht.

Am Wochenende hatten Aussagen von Stanley Fischer zur Inflation den Sorgen vor einer Leitzinsanhebung schon im September neue Nahrung gegeben. Der Vize-Chef der US-Notenbank hatte während der internationalen Notenbank-Konferenz am Wochenende in Jackson Hole von guten Gründen für einen Inflationsanstieg gesprochen. Marktteilnehmer hatten inzwischen auf höhere Leitzinsen frühestens im Oktober gehofft. Steigende Zinsen würden Aktien im Vergleich zu anderen Geldanlagen weniger attraktiv machen.

Im nachrichtenarmen Handel setzten sich Chevron mit plus 0,70 Prozent an die Spitze des Dow. Sie profitierten damit vom starken Anstieg des Ölpreises. Zuvor waren US-Zahlen zur Ölproduktion nach unten korrigiert worden. Zudem hatte die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) angekündigt, Gespräche mit anderen Ländern über "faire Preise" am Ölmarkt führen zu wollen.

Intel gehörten mit einem Aufschlag von 0,42 Prozent ebenfalls zu den Gewinnern. Börsianer begründeten dies mit einer positiven Analystenstudie. Abseits des Leitindex half der Twitter-Aktie eine Empfehlung sogar um 3,48 Prozent auf die Sprünge. Größte Verlierer im Index waren im nachrichtenarmen Handel Merck & Co. Die Papiere des Pharmakonzerns sanken um fast 2,75 Prozent.

Für die Aktien von Aktie von Netflix ging es um 2,21 Prozent abwärts. Der Streaming-Dienst hatte einen Filmrechte-Vertrag mit Epix nicht verlängert. Epix ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Filmstudios Paramount, Metro-Goldwyn-Mayer und Lionsgate.

Der Eurokurs pendelte zum Wochenauftakt weiter um die Marke von 1,12 US-Dollar und lag zuletzt leicht darüber. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1215 (Freitag: 1,1268) US-Dollar festgesetzt. Richtungweisende zehnjährige Anleihen sanken um 8/32 Punkte auf 98 3/32 Punkte und rentierten mit 2,21 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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