Börse New York
Dow Jones beendet Handel mit leichten Verlusten

Nach der Rally der vergangenen Tage legen die Märkte eine Verschnaufpause ein. Die US-Börsen notieren ungeachtet mehrerer positiv aufgenommener Übernahmen leicht im Minus. Sorgen um die Konjunktur und eine irische Bank belasten die Kurse.
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HB NEW YORK. Nach einer vierwöchigen Rally sind die US-Börsen schwach in die neue Woche gestartet. Belastet wurde der Handel von Konjunktursorgen und Gewinnmitnahmen. Auf die Stimmung drückte zudem, dass die Ratingagentur Moody's die Bonität der schwer angeschlagenen Bank Anglo Irish schlechter beurteilte und damit Zweifel an der Rettung der staatlich gestützten Großbank geschürt hatte. Eine Reihe von Käufen und Übernahmen sorgte jedoch auch für positive Impulse.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,44 Prozent auf 10 812 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 10 809 und 10 873 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,57 Prozent auf 1142 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,48 Prozent und schloss bei 2369 Stellen. In Frankfurt beendete der Dax den Handel 0,3 Prozent tiefer bei 6278 Punkten.

Investoren retteten sich in als sicher geltende Anlagen wie deutsche und amerikanische Staatsanleihen. Analysten zufolge scheuen manche Investoren vor der Kongresswahl im November einen Einstieg in den Aktienmarkt. "Am Markt wird darüber gestritten, welche Auswirkungen die Wahl haben wird", sagte Anton Schutz von Mendon Capital. Die Demokraten von Präsident Barack Obama müssen wegen der andauernden Wirtschaftskrise um ihre Parlamentsmehrheit bangen.

Die zuletzt überraschend guten US-Konjunkturdaten konnten die Anleger nicht zu weiteren Käufen animieren. Am Freitag hatte der besser als erwartet ausgefallene Auftragseingang langlebiger US-Güter dem Dow-Jones-Index noch einen Aufschlag von 1,9 Prozent beschert.

Neue Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft erhoffen sich die Investoren von einer Reihe Konjunkturdaten, die in dieser Woche aus den USA anstehen. Im Fokus steht vor allem der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager (ISM) am Freitag, der im August überraschend angestiegen war. Den Reigen der US-Daten eröffnet am Dienstag eine Umfrage zum Verbrauchervertrauen der Amerikaner im September.

Die anhaltende Unsicherheit über die Entwicklung der Weltkonjunktur machte sich am Montag auch auf dem Rohstoffmarkt bemerkbar: Der Goldpreis knackte erstmals die psychologisch wichtige Marke von 1300 Dollar je Feinunze.

Übernahmen sorgten bei Händlern für Lichtblicke, signalisieren sie doch häufig, dass die Unternehmen den Markt höher bewerten. Bei den Einzelwerten ragten die Aktien von Alberto Culver mit einem Plus von fast 20 Prozent heraus.

Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever übernimmt den US-Haarpflegespezialisten für 3,7 Mrd. Dollar in bar.

Die Aktien des Billigfliegers AirTran sprangen 61 Prozent in die Höhe. Die Fluggesellschaft Southwest Airlines kauft AirTran für gut eine Milliarde Dollar.

Southwest-Papiere verteuerten sich um 8,7 Prozent.

Papiere des Autovermieters Hertz wurden wegen des Bieterduells um den kleineren US-Konkurrenten Dollar Thrifty ein Prozent im Plus gehandelt. Der Übernahmekandidat hatte erneut das Angebot von Avis zurückgewiesen und seinen Aktionären die Annahme der Hertz-Offerte empfohlen.

Wal-Mart-Aktien verloren 1,1 Prozent. Die US-Supermarktkette will mit der Übernahme des südafrikanischen Anbieters Massmart nach Afrika expandieren. Wal-Mart bietet mehr als vier Mrd. Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 920 Mio. Aktien den Besitzer. 1259 Werte legten zu, 1704 gaben nach und 133 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Mrd. Aktien 1036 im Plus, 1614 im Minus und 104 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen auf 100-31/32. Sie rentierten mit 2,5135 Prozent.

Die 30-jährigen Bonds legten auf 103-06/32 zu und hatten eine Rendite von 3,6977 Prozent.

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