Börse New York
Dow Jones fällt unter 17.000 Punkte

Die Quartalsbilanz in den USA ist in vollem Gange. Während einige Unternehmen positiv überraschen können, schockieren andere regelrecht ihre Anleger – dazu gehören Amazon und Visa.
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New YorkEnttäuschende Geschäftszahlen von Konzernen wie Amazon und Visa haben am Freitag die Stimmung an den New Yorker Börsen vermiest. Belastend wirkten sich auch die Konflikte in Nahost und der Ukraine aus. "Angesichts der weiter schwelenden Ukraine-Krise bringen viele Anleger vor dem Wochenende ihre Schäfchen ins Trockene, zumal auch die jüngsten Unternehmensbilanzen eher durchwachsen waren", sagte Anlagestratege Robert Halver von der Baader Bank.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent tiefer auf 16.960 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 1978 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 4449 Punkte. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Minus von 0,8 Prozent, für den S&P in etwa ein Nullsummenspiel und für den Nasdaq ein Plus von 0,4 Prozent. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 1,5 Prozent tiefer auf 9644,01 Punkten ins Wochenende, der EuroStoxx50 sank um 1,4 Prozent auf 3174,99 Zähler.

Die US-Industrie fuhr im Juni ein überraschend dickes Auftragsplus ein. Die Bestellungen für langlebige Güter stiegen um 0,7 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Mai noch ein Minus von 1,0 Prozent gegeben hatte.

„Insbesondere der signifikante Anstieg außerhalb des Transportsektors lässt auf eine zunehmende Investitionstätigkeit in der Wirtschaft schließen“, kommentierte Analyst Johannes Jander von der Landesbank Helaba. Die Daten gäben aber keinen Grund, auf eine frühe Zinsanhebung der US-Notenbank zu spekulieren. Bernd Krampen von der NordLB sprach von einer sukzessiven Verbesserung der Lage „in allerdings nur moderatem Tempo“.

Bei den Einzelwerten stürzten Amazon-Aktien rund zehn Prozent ab. Von April bis Juni machte der Internet-Händler einen Nettoverlust von 126 Millionen Dollar - fast doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Für das laufende Quartal rechnet das Management sogar mit einem operativen Minus von bis zu 810 Millionen Dollar. Visa-Anteilscheine verloren knapp vier Prozent. Der weltgrößte Kreditkartenanbieter rechnet wegen der anhaltenden Dollarstärke mit einem geringeren Einnahmen-Zuwachs als bisher.

Die Titel der Kaffeehauskette Starbucks verloren ungeachtet eines Rekordquartals und angehobener Jahresziele 2,13 Prozent. Börsianer äußerten die Sorge, die Gewinndynamik könnte unter dem Expansionskurs leiden. Im gesamten Geschäftsjahr, das im September endet, sollen nun 1550 neue Standorte weltweit eröffnet werden und damit 50 mehr als bislang geplant.

Positiv überraschte Chinas führender Suchmaschinenbetreiber Baidu. Dank wachsender Einnahmen aus dem Werbegeschäft steigerte das an der Nasdaq notierte Unternehmen seinen Nettogewinn um mehr als ein Drittel. Die Aktie kletterte um knapp elf Prozent.

Die ehemalige Rußchemie-Sparte von Evonik schaffte nur mit Mühe den Sprung an die New Yorker Börse. Die beiden Finanzinvestoren Triton und Rhone, die das Unternehmen vor drei Jahren gekauft und in Orion Engineered Carbons umbenannt hatten, mussten beim Ausgabepreis für die Aktien Abstriche machen. Statt in einer Spanne von 21 bis 24 Dollar wurden die Papiere zu 18 Dollar ausgegeben. Zur Erstnotiz am Freitag fielen sie bis auf 17,69 Dollar.

Für die Aktien von Moody's ging es trotz guter Zahlen um 0,93 Prozent bergab. Die Ratingagentur übertraf die Gewinnerwartungen, nachdem im zweiten Quartal die verstärkte Ausgabe von Unternehmensanleihen die Nachfrage nach Kreditwürdigkeits-Einstufungen angekurbelt hatte.

Der Euro geriet nach der Vortagsstabilisierung wieder unter Druck und sank auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,3429 US-Dollar. US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren gewannen hingegen 10/32 Punkte auf 100 9/32 Punkte und rentierten mit 2,47 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 570 Millionen Aktien den Besitzer. 1009 Werte legten zu, 2002 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 858 im Plus, 1811 im Minus und 128 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 12/32 auf 100-9/32. Die Rendite fiel auf 2,467 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg 1-3/32 auf 102-17/32 und rentierte mit 3,243 Prozent. Händler sagten, dass Investoren ihr Geld aus den Aktienmärkten abgezogen und in die als sicher geltenden Bonds gesteckt hätten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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