Börse New York
Dow Jones geht unentschlossen aus dem Handel

Gute Umsatzentwicklung im US-Einzelhandel, aber getrübte Stimmung im verarbeitenden Gewerbe in New York: Angesichts gemischt aufgefallener Konjunkturdaten ist der US-Leitindex Dow Jones am Montag kaum verändert aus dem Handel gegangen.
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HB NEW YORK. Angesichts gemischt aufgefallener Konjunkturdaten ist der US-Leitindex Dow Jones am Montag kaum verändert aus dem Handel gegangen. Zum einen hatten die Umsätze im Einzelhandel in den USA im Oktober doppelt so stark wie erwartet zugelegt, zum anderen hatte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York überraschend deutlich eingetrübt.

Belastend wirkten nach Aussagen von Börsianern auch die Sorgen um die Schuldenkrise in Europa. Diese waren von Portugals Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos erneut verstärkt worden. Dos Santos hatte der „Financial Times“ gesagt, das Risiko sei „hoch“, dass sein Land um finanzielle Hilfe von der internationalen Gemeinschaft ersuchen werde.

Der Dow-Jones-Index, der zwischenzeitlich mit mehr als 0,7 Prozent im Plus gelegen hatte, gab im späten Handel den Großteil seiner Gewinne wieder ab und rettete sich mit plus 0,08 Prozent bei 11 201,97 Punkten über die Schlussglocke. Der breiter gefasste S&P- 500-Index verlor 0,12 Prozent auf 1197,75 Punkte.

Auch an der Technologiebörse Nasdaq gaben die Kurse zum Ende hin nach, so dass der Composite-Index 0,17 Prozent auf 2513,82 Punkte verlor und der Nasdaq-100-Index 0,30 Prozent auf 2131,48 Punkte einbüßte.

Auf Unternehmensseite sorgten die Ankündigungen mehrerer milliardenschwerer Übernahmen für Aufsehen. So hatte der Baumaschinenhersteller Caterpillar bekanntgegeben, den auf Bergbaumaschinen spezialisierten Konzern Bucyrus für 8,6 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen.

Daraufhin sprangen Bucyrus-Titel um 28,99 Prozent auf 89,80 Dollar an, Caterpillar-Aktien stiegen um 0,96 Prozent auf 81,82 Dollar. Ein Analyst lobte das angepeilte Geschäft als langfristig positiv. Dadurch würde sich die Produktpalette von Caterpillar im wichtigen Bergbaugeschäft verbreitern.

Von dieser Branchennachricht profitierten auch andere Titel. So ging es für die Aktien des US-Maschinenbauers Terex um 2,91 Prozent auf 25,13 Dollar nach oben und für die Anteilsscheine des Bergbauzulieferers Joy Global sogar um 7,45 Prozent auf 77,77 Dollar. Der Preis, den Caterpillar für Bucyrus bezahlen wolle, deute darauf hin, dass Joy Global möglicherweise mehr wert sei, als es der derzeitige Kurs widerspiegele, sagte ein Börsianer.

Zudem war bekanntgeworden, dass der Speicherspezialist EMC Corp. das Speicherdaten-Unternehmen Isilon Systems für 2,25 Milliarden Dollar kaufen möchte. Infolgedessen büßten EMC-Aktien 1,24 Prozent auf 21,45 Dollar ein, während die Papiere von Isilon um 28,45 Prozent auf 33,77 Dollar kletterten.

Es war bereits die zweite Milliardenübernahme in dieser Branche binnen weniger Monate. Im Sommer hatte das Bietergefecht zwischen Dell und Hewlett-Packard (HP) um den Speicherspezialisten 3Par für Aufregung gesorgt. Letztlich hatte HP gewonnen und 2,4 Milliarden Dollar gezahlt.

Deutlich nach unten ging es für die Titel von Amazon.com. Sie rutschten um 4,09 Prozent auf 158,90 Dollar ab. Börsianer verwiesen auf Gerüchte, wonach Einzelhändler wie Wal-Mart künftig ihren Kunden Gratislieferungen nach Hause anbieten wollen. Das wiederum könnte die Erlöse des Online-Händlers Amazon.com schmälern, hieß es. Wal-Mart- Titel verbuchten ein Minus von 0,33 Prozent auf 53,95 Dollar.

Um 0,92 Prozent auf 7,56 Dollar nach unten ging es für die Aktien von Advanced Micro Devices (AMD). Der Konzern hatte angekündigt, sich an dem gemeinsam von Intel und Nokia entwickelten Mobilfunk- Betriebssystem MeeGo beteiligen zu wollen.

Die Titel von Colgate-Palmolive profitierten von einem positiven Analystenkommentar der Citigroup und gewannen überdurchschnittliche 2,34 Prozent auf 78,37 Dollar. Genau umgekehrt lief es für National Semiconductor. Diese Titel waren von den Citigroup-Experten abgestuft worden und verloren daraufhin 2,05 Prozent auf 13,36 Dollar.

Der Euro ist wieder unter die Marke von 1,36 US-Dollar gefallen und kostete zuletzt 1,3588 Dollar. Als Grund machten Börsianer auch hier die Sorgen um die europäische Schuldenkrise aus. Richtungweisende zehnjährige US-Anleihen gaben um 1 12/32 Punkte auf 97 6/32 Punkte nach und rentierten mit 2,950 Prozent.

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