Börse New York Dow Jones schließt im Minus

Die Stimmung an der Wall Street ist trübe. Die Aussicht auf eine mögliche Zinserhöhung in China lastet auf US-Börsen. Nicht die einzige Belastung für die Märkte. Auch die Schuldenkrise Irlands sorgt weiter für Unruhe.
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Quelle: DAPD

HB NEW YORK. Spekulationen auf eine Zinserhöhung in China haben die US-Börsen ins Minus gedrückt. Die Wall Street beendete auch die Woche mit Verlusten, nachdem es zuvor fünf Wochen hintereinander bergauf gegangen war. Vor allem Rohstofftitel gaben am Freitag nach. Anleger beschäftigte vor allem die Aussicht, die chinesische Notenbank könnte die Zinsen erhöhen, um die Inflation im Zaum zu halten. Diese Erwartung drückte weltweit die Rohstoffpreise und sorgte für massive Kursverluste an der Börse in Shanghai. Diese rutschte um 5,2 Prozent ab - der größte prozentuale Verlust seit mehr als einem Jahr.

In New York schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,8 Prozent im Minus auf 11 193 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sich in einer Spanne zwischen 11 144 und 11 284 Punkten bewegt. Der breiter gefasste S&P 500 gab 1,2 Prozent nach auf 1199 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 1,5 Prozent tiefer bei 2518 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax dagegen 0,2 Prozent höher auf 6735 Punkten.

Die US-Börsen hatten vergangene Woche so hoch notiert wie seit der Lehman-Pleite vor mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Sorgen um die finanzielle Stabilität des schuldengeplagten Irland, ein unerwartet schwacher Ausblick des Netzwerkausrüsters Cisco sowie die sinkenden Rohstoffpreise trübten zuletzt jedoch die Stimmung. "Der Markt bekommt langsam Gegenwind", sagte Ryan Larson von Voyageur Asset Management in Chicago.

Nach der jüngsten geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank und den Kongresswahlen hielten die Anleger Ausschau nach den nächsten maßgeblichen Handelsimpulsen, sagte Andy Fitzpatrick von Hinsdale Associates. "In der Zwischenzeit werden die Märkte von Europa und China abgelenkt."

Andere Börsianer betonten, der grundsätzliche Aufwärtstrend sei ungebrochen. "Die Nachrichten heute sind nur Lärm", sagte Anlageexperte Mike Morcos von Old Second Wealth Management. "Wir hatten eine starke Aufwärtsbewegung, jetzt gibt es eben einen kleinen Rückzug." In der abgelaufenen Handelswoche verloren Dow und S&P je 2,2 Prozent. Beim Nasdaq betrug das Minus 2,4 Prozent.

Unter den Verlierern waren vor allem Rohstofftitel. Die Aktien des Ölkonzerns Exxon fielen um 1,2 Prozent, die des Aluminiumherstellers Alcoa um 2,3 Prozent.

Boeing gaben 3,5 Prozent nach. Anleger reagierten damit auf eine Herabstufung der Aktie durch die Analysten von Sanford C. Bernstein. Hintergrund sind Befürchtungen, der Marktstart des Großraumfliegers 787 könne sich weiter verzögern.

Auf der Gewinnerseite standen dagegen Intel. Der Kurs des Chipherstellers legte um 1,5 Prozent zu, nachdem das Management eine Anhebung der Quartalsdividende um 15 Prozent bekanntgegeben hatte. Die Anteilsscheine von Nvidia rauschten um 5,2 Prozent nach oben. Der Grafikchip-Hersteller hatte für das laufende Quartal höhere Umsätze in Aussicht gestellt. Walt Disney verteuerten sich um 5,3 Prozent.

Der Unterhaltungskonzern blickt wegen des jüngsten Werbebooms optimistisch in die Zukunft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Mrd. Aktien den Besitzer. 515 Werte legten zu, 2471 gaben nach und 76 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,2 Mrd. Aktien 508 im Plus, 2138 im Minus und 97 unverändert.

An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 39/32 auf 98-19/32. Sie rentierten mit 2,79 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten dagegen um 17/32 auf 99-12/32 und hatten eine Rendite von 4,29 Prozent.

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