Börse New York
Dow Jones setzt Talfahrt fort

Nach starken Verlusten vom Vortag geht es an den US-Börsen weiter abwärts. Konjunkturdaten fielen "etwas weniger schlimm aber immer noch schrecklich" aus. Die Moody's-Schelte hat kaum Auswirkungen auf die Wall Street.
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New YorkDie US-Börsen haben nach einer Berg- und Talfahrt am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Aus Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur zogen sich einige Anleger aus den Aktienmärkten zurück. Händler sprachen vor einem insgesamt nervösen Geschäft.

Am Mittwoch waren alle drei Marktindizes über zwei Prozent eingebrochen. Vor den Arbeitsmarktdaten für Mai, die am Freitag veröffentlicht werden, hielten sich Börsianer mit großen Kaufaufträgen zurück.

Gestoppt wurde der Abwärtstrend von der Nachricht, dass sich hochrangige Vertreter der Euro-Zone Kreisen zufolge grundsätzlich auf ein neues Hilfsprogramm für Griechenland geeinigt hätten. Es werde bis Mitte 2014 laufen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Der private Sektor werde an den Hilfen beteiligt sein. Allerdings werde der Anteil begrenzt, um eine Kreditklemme zu vermeiden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab nach einem zunächst freundlichen Auftakt 0,3 Prozent auf 12.248 Punkte nach. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.190 und 12.306 Stellen.Der breiter gefasste S+P-500 sank 0,1 Prozent auf 1312 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,2 Prozent auf 2773 Punkte.

In Frankfurt schloss der Deutsche Aktienindex mit einem Abschlag von zwei Prozent bei 7074 Stellen. Eine Serie schlechter Konjunkturdaten weckte Zweifel an der Stärke des Aufschwungs in den USA. Sorge bereiten vor allem die Negativmeldungen vom Arbeitsmarkt. Auch die Industrie schwächelt auf breiter Front. Führende Vertreter der Notenbank Fed ließen deshalb durchblicken, dass die Nullzinspolitik noch eine Weile fortgesetzt wird.

Die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft stieg im Mai so langsam wie seit September 2010 nicht mehr. Der Zuwachs betrug lediglich 38.000. Im April hatte es noch ein Plus von 177.000 gegeben. Die Arbeitslosigkeit sinkt deshalb nur langsam. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der abgelaufenen Woche lediglich um 6000 auf 422.000 zurück.

Ein Schelte der Ratingagentur Moody's für die USA fand an den Aktienmärkten kaum Beachtung. Die Bonitätswächter warnten vor steigenden Risiken für das Kredit-Rating des weltgrößten Schuldensünders. Aktien von Goldman Sachs VERLOREN 1,3 Prozent. Die US-Großbank erhielt Kreisen zufolge eine Vorladung wegen ihrer Rolle in der Finanzkrise. Es gehe um Vorwürfe des US-Senatsausschusses im Zusammenhang mit dem Kollaps des Immobilienmarktes in den USA, hieß es.

Gegen den Markttrend kletterten die Anteilsscheine von Joy Global um mehr als fünf Prozent. Der Hersteller von Maschinen und Gerät für Minenbetreiber hatte zuvor seine Prognose für das Geschäftsjahr zum zweiten Mal erhöht.

Die Google-Aktie notierte zuletzt mit einem halben Prozent im Plus, obwohl der Internetkonzern Opfer eines Hacker-Angriffs wurde. Im Fokus standen auch die Aktien von Einzelhändlern, die ihre Mai-Verkaufszahlen veröffentlichten. Costco lag über den Erwartungen und profitierte dabei besonders von den Geschäften an seinen Tankstellen. Das Papier gab dennoch 1,5 Prozent nach. Target schnitt weniger gut ab. Die Aktien fielen um 1,3 Prozent.

Wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise verzichteten einige Kunden auf den Weg in die Mall. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1 Milliarde Aktien den Besitzer. 1412 Werte legten zu, 1584 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden Aktien 1269 im Plus, 1272 im Minus und 123 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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