Börse New York
Dow Jones verarbeitet schlechte Konjunkturdaten

Trotz negativer Daten zur US-Konjunktur hält sich der Dow Jones wacker und pendelte lange um die Nulllinie. Am Ende landete er praktisch unverändert bei 10 466 Punkten. Ein Grund: Kurz vor Jahresschluss ist die Nachfrage nach Aktien traditionell hoch.
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HB NEW YORK. Schwache Zahlen vom Immobilienmarkt haben die US-Börsen am Mittwoch gebremst. Nach einem optimistischen Auftakt drehte der Dow-Jones-Index der Standardwerte zeitweise ins Minus und schloss kaum verändert. Am letzten vollen Handelstag vor der Weihnachtspause schürte der unerwartete Rückgang beim Verkauf von Eigenheimen im November Sorgen um die Wirtschaftserholung: Nachdem der Kollaps des US-Häusermarkts als einer der Auslöser der Krise gilt, wird seiner Erholung für den Aufschwung große Bedeutung beigemessen. Die Enttäuschung über die Novemberzahlen schwappte auch über den Atlantik und nahm dem Frankfurter Dax den Schwung. In New York konnte sich die Technologiebörse Nasdaq dank positiver Zahlen von Micron und Red Hat behaupten.

Der Dow Jones pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10 492 und einem Tief von 10 437 Punkten. Er ging praktisch unverändert bei 10 466 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 0,2 Prozent fester bei 1120 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,8 Prozent auf 2269 Punkte zu. Sowohl der S&P-Index als auch der Nasdaq verbuchten damit den höchsten Schlussstand seit mehr als einem Jahr. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent im Plus bei 5957 Zählern. Rohöl wurde gut zwei Dollar höher zu 76,45 Dollar je Fass gehandelt.

Die Zahl der verkauften Eigenheime brach um 11,3 Prozent ein, wie das Handelsministerium mitteilte. Aufs Jahr hochgerechnet wurden 355 000 Häuser und Wohnungen verkauft - so wenige wie seit sieben Monaten nicht mehr. Analysten hatten im Schnitt mit einer Rate von 440 000 verkauften Wohnimmobilien gerechnet. „Die Märkte geben nach, weil die Zahlen so weit von der durchschnittlichen Schätzung entfernt liegen“, sagte John Praveen, Investment-Stratege bei Prudential International Investments Advisers. Außerdem seien die Zahlen ein besonderer Schreck, weil sich zuvor bereits eine Besserung am Häusermarkt abgezeichnet habe.

Unter dem Eindruck der überraschenden Eintrübung des Immobiliensektors trennten sich die Anleger von Home Depot. Mit einem Minus von rund einem Prozent lastete die Baumarktkette auf dem Dow. Für etwas Optimismus sorgten dagegen die Zahlen aus der High-Tech-Branche: Mit Aufschlägen von 6,2 Prozent honorierten die Anleger den jüngsten Erfolg des Chipherstellers Micron, der dank höherer Preise nach fast drei Jahren wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehrte. Red Hat übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen und wurde mit einem Kursplus von 5,2 Prozent belohnt.

Der Kurs des US-Autokonzerns Ford reagierte mit Aufschlägen von 1,9 Prozent auf den Verkauf der schwedischen Tochter Volvo an den chinesischen Autobauer Geely und kosteten damit erstmals seit 2005 wieder mehr als zehn Dollar. Verhandlungskreisen zufolge spült das Geschäft Ford bis zu zwei Mrd. Dollar in die Kassen. Der Konzern braucht das Geld zum Schuldenabbau. Die Citigroup schloss unterdessen ihre Rückzahlung von 20 Mrd. Dollar Tarp-Hilfen ab. Citi verbilligten sich um 1,5 Prozent und kosteten 3,29 Dollar.

An Heiligabend endet der Handel bereits um 13.00 Uhr (Ortszeit), die Börse öffnet danach erst wieder am Montag. Vor dieser Weihnachtspause blieben die Umsätze am Mittwoch insgesamt schwach: An der New York Stock Exchange wechselten rund 786 Mio. Aktien den Besitzer. 2161 Werte legten zu, 847 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Mrd. Aktien 1835 Titel im Plus, 855 im Minus und 132 unverändert. Die zehnjährigen Staatsanleihen verharrten bei 96-27/32 Punkten. Sie rentierten mit 3,76 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen minimal auf 96-05/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,61 Prozent.

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