Börse New York
Dow und S&P auf Rekordhoch, Technologie bricht ein

Anleger in den USA zeigen sich unbeeindruckt von der Wahlniederlage der britischen Premierministerin Theresa May. Die US-Börsen steigen auf Rekordstände. Aber Technologiewerte brachen mächtig ein..
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New YorkTrotz des Wahldebakels der britischen Premierministerin Theresa May ist die Wall Street am Freitag zwischenzeitlich auf Rekordstände gestiegen. Die Konservativen verloren zwar ihre Mehrheit im Londoner Parlament. Allerdings kündigte May an, eine Regierung mit Hilfe der nordirischen Regionalpartei DUP bilden zu wollen. Der Chef des New Yorker Vermögensverwalters Ladenberg Thalmann, Phil Blancato, sagte, die Konservativen verlören in den Brexit-Gesprächen nicht gänzlich die Kontrolle. Die Verhandlungen über den Austritt aus der EU könnten noch immer geordnet vonstattengehen.

US-Investoren zeigten sich auch erleichtert, weil die Befragung des früheren FBI-Chefs James Comey nach ihrer Ansicht keine Neuigkeiten ans Licht brachte, die zu einer Amtsenthebung von Präsident Donald Trump führen könnten. Die Vernehmung vor einem Senatsausschuss hatte schon am Donnerstagabend für steigende Kurse gesorgt.

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,42 Prozent fester bei 21 271,97 Punkten, womit er einen Großteil seines Tagesgewinns ins Ziel rettete. Dagegen rutschte der marktbreite S&P-500-Index ins Minus und verlor letztlich 0,08 Prozent auf 2431,77 Punkte. Heftig traf es die Technologiewerte-Indizes: Der Nasdaq Composite büßte nach zwischenzeitlich noch kräftigeren Verlusten 1,80 Prozent auf 6207,92 Punkte ein und der Nasdaq 100 sackte um 2,44 Prozent auf 5741,94 Zähler ab. Beide Indizes sind seit Jahresbeginn allerdings auch deutlich stärker gestiegen als Dow und S&P 500. Ein Experte vermutete eine Umschichtung aus Technologie- in Bankaktien als Grund für die auseinander laufende Entwicklung der Standardwerte- und Tech-Indizes. In Frankfurt war der Dax mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent ins Wochenende gegangen.

In New York waren tatsächlich vor allem Bank-Aktien gefragt. Goldman Sachs stiegen um 1,8 Prozent, JP Morgan um 2,1 Prozent und Bank of America um 2,6 Prozent. Die US-Notenbank Fed wird wahrscheinlich in der kommenden Woche ihre Leitzinsen erneut erhöhen. Das wiederum könnte sich auf die Gewinne der Institute positiv auswirken. Nach einer Analyse des Börsenbetreibers CME sehen Händler die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in der kommenden Woche bei 99,8 Prozent. Außerdem winken den Banken unter Trump deutliche Entschärfungen bei der Bankenregulierung.

Eine Achterbahnfahrt gab es für den Chiphersteller Nvidia. Die Aktie erreichte zunächst den Rekordwert von 168,50 Dollar. Dann aber erklärte das Onlineportal Citron Research, die Aktie könnte bis auf 130 Dollar zurückfallen. Im Nachmittagshandel betrug das Minus dann 5,9 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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