Börse New York
Dow und S&P schließen so hoch wie nie zuvor

Die US-Wirtschaft schafft mehr Arbeitsplätze als erwartet. Doch bei den Anlegern steht der Freude über das Wachstum die Angst vor einer frühzeitigen Zinswende gegenüber. Dow und S&P schließen in Rekordhöhen.
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New YorkStarke Arbeitsmarktzahlen haben die US-Börsen zum Wochenschluss angetrieben. Der Dow-Jones-Index und der S&P 500 schlossen so hoch wie nie zuvor. Vor allem Banken-Werte legten zu. „Der Job-Bericht stützt die These, dass es mit der Wirtschaft aufwärts geht“, sagte Adam Sarhan von Sarhan Capital in New York. „Und je mehr die Wirtschaft brummt, desto mehr brummt es auch bei den Finanz-Konzernen.“

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 17.958 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 17.903 und 17.991 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte ebenso um 0,2 Prozent auf 2075 Zähler wie der Index der Technologiebörse Nasdaq, der mit 4780 Stellen aus dem Handel ging.

In dieser Woche stieg der Dow damit um 0,7 und der S&P um 0,4 Prozent, während die Nasdaq 0,2 Prozent nachgab. In Frankfurt hatte der Dax 2,4 Prozent zugelegt und schloss mit 10.087 Punkten ebenfalls so hoch wie nie zuvor.

In den USA wurden im November 321.000 neue Jobs geschaffen, erwartet worden waren nur 230.000. Damit steigt auch die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen früher anhebt als bislang gedacht - etwa schon im Juli. Allerdings fielen nicht alle Konjunkturdaten ermutigend aus. So sank der Auftragseingang der US-Industrie den dritten Monat in Folge.

Zu den Kursgewinnern zählten vor allem Finanztitel. Bank of America stiegen um 2,7 und Goldman Sachs um 1,8 Prozent. JPMorgan gewannen an der Dow-Spitze 2,15 Prozent.

Hier kam zum positiven Branchentrend die Mitteilung des langjährigen Unternehmenschefs Jamie Dimon, dass die Befunde nach der Behandlung seiner Krebserkrankung erfreulich ausgefallen seien.

Die Aktien von Starbucks stachen mit Kursgewinnen von 2,78 Prozent heraus. Die Ladenkette will den Umsatz außerhalb des Kerngeschäfts mit Kaffee kräftig steigern. In den nächsten fünf Jahren sollen die Snack-Verkäufe in den USA verdoppelt werden, wie Starbucks-Chef Howard Schultz ankündigte. Bereits 2015 sollen Hunderte zusätzliche Läden eröffnen, in denen es Sandwiches und andere Häppchen gibt. Außerdem setzt das Unternehmen verstärkt auf Alkohol - bis 2019 will es in 20 bis 25 Prozent seiner US-Filialen Bier und Wein verkaufen.

Papiere von American Eagle Outfitters verloren 13,8 Prozent. Die Teenager-Bekleidungskette hatte Anleger mit ihren Quartalszahlen und Prognosen enttäuscht. Ähnlich war es in dieser Woche schon den Rivalen Aeropostale und Abercrombie & Fitch gegangen. Gar um 84 Prozent brachen die Papiere des Wettbewerbers Delia ein, der ankündigte, in Kürze einen Antrag auf Gläubigerschutz zu stellen. Die Aktien des Bekleidungseinzelhändlers Gap verteuerten sich nach einem überraschenden Umsatzanstieg im November um 0,44 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,75 Milliarden Aktien den Besitzer. 1612 Werte legten zu, 1480 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,76 Milliarden Aktien 1809 im Plus, 927 im Minus und 129 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Auch hier war der starke Arbeitsmarktbericht ausschlaggebend. Die Zehnjährigen fielen um 19/32 auf 99-15/32. Sie rentierten mit 2,309 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 17/32 auf 100-21/32 und hatten eine Rendite von 2,966 Prozent.

Der Euro notierte bei 1,2290 US-Dollar knapp über seinem niedrigsten Stand seit über zwei Jahren. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,2362 (Donnerstag: 1,2311) Dollar festgesetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Während die Arbeitslosenzahl von 5,8% unverändert bleibt (Household Review), steigen die neuen Stellen im Business Review deutlich an.

    So sorgen zwei verschiedene einerseits privat andererseits bei Unternehmen erfragte Ergebnisse für Verunsicherung. Und das nicht zum ersten Male.

    Yellen sagte öffentlich, wie sie diese Zahlen sieht, was aber nicht bedeutet, das dies so bleibt.

    So läßt sich alles damit begründen, wenn man nur will.

    Ganz unabhängig davon sollten jedoch die Zinsen endlich dem Markt nordwärts angepaßt werden.

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