Börse New York
E-Mail-Ermittlungen belasten Wall Street

Neue Ermittlungen gegen Hillary Clinton schreckten die Wall Street auf. Anfängliche Gewinne gingen verloren. Schlecht aufgenommen wurden daneben vor allem die Quartalszahlen von Amazon.

New YorkWeitere Nachforschungen zur E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton haben die US-Börsen am Freitag belastet. FBI-Chef James Comey kündigte an, die im Sommer eingestellten Ermittlungen gegen die frühere Außenministerin wiederaufzunehmen. Im Zusammenhang mit der Nutzung ihres privaten Servers in ihrer Zeit als Ministerin seien weitere E-Mails aufgetaucht, die möglicherweise relevant seien, heißt es in einem Schreiben Comeys an führende Kongress-Politiker. „In dem Moment, wo die ersten Meldungen aufschlugen, ging es abwärts“, sagte ein Händler. Die Märkte setzten auf einen Sieg Clintons gegen den weithin als unberechenbar eingestuften republikanischen Kandidaten Donald Trump. Neue Ermittlungen könnten sich zu einer Gefahr für einen Sieg Clintons auswachsen.

Im frühen Handel hatten noch gute Konjunkturdaten die Wall Street gestützt. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent zu und damit stärker als erwartet. Das sei ein gutes Signal für die Weltwirtschaft, urteilte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Die US-Notenbank kann deshalb im Dezember beruhigt an der Zinsschraube drehen.“ Börsianer sehen die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im Dezember mittlerweile bei fast 80 Prozent. Schlecht aufgenommen wurden dagegen die Quartalszahlen von Amazon.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 18.161 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 2126 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,5 Prozent auf 5190 Punkte. Im Wochenvergleich legte der Dow 0,1 Prozent zu, während der Nasdaq-Index um 1,3 Prozent und der S&P-Index um 0,7 Prozent fielen.

Bei den Einzelwerten büßten Amazon -Aktien mehr als fünf Prozent an Wert ein. Der Internet-Händler hat Investoren im Weihnachtsquartal nur einen überraschend geringen Gewinn in Aussicht gestellt.

Gefragt waren dagegen die Titel der Google-Mutter Alphabet. Sie kletterten um 0,3 Prozent. Der Internet-Riese hat im abgelaufenen Vierteljahr dank eines boomenden Werbegeschäfts erneut deutlich zugelegt.

Der Siemens-Rivale General Electric (GE) zeigt unterdessen Interesse an Baker Hughes, etwa über eine Partnerschaft. Die Aktien des Ölfeldausrüsters verteuerten sich um mehr als acht Prozent. GE-Titel zogen rund zwei Prozent an.

Zum Abschluss einer mit Bilanzzahlen vollgepackten Woche gingen Europas Anleger auf Tauchstation. Gemischt ausgefallene Quartalsergebnisse und Spekulationen auf ein Ende der ultralockeren Geldpolitik trübten die Stimmung am Freitag. Der Dax verlor 0,2 Prozent auf 10.696,19 Punkte. Der EuroStoxx50 schloss ebenfalls 0,2 Prozent niedriger bei 3079,24 Zählern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 960 Millionen Aktien den Besitzer. 1178 Werte legten zu, 1759 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1146 im Plus, 1614 im Minus und 235 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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