Börse New York

Energiewerte stützen US-Börsen

An der Wall Street dominiert die Vorsicht: Viele Anleger hielten sich am Montag zurück. Auf die Rekordfusion in der Pharmabranche zwischen Pfizer und Allergan reagierten die Börsianer mit Skepsis.
In der verkürzten Börsenwoche vor Thanksgiving am Donnerstag dürfte der Handel wahrscheinlich ruhig ausfallen. Quelle: AFP
Die New York Stock Exchange

In der verkürzten Börsenwoche vor Thanksgiving am Donnerstag dürfte der Handel wahrscheinlich ruhig ausfallen.

(Foto: AFP)

New YorkAn der Wall Street hat zum Wochenbeginn die Vorsicht dominiert. Nach den zuletzt deutlichen Kursgewinnen hielten sich viele Anleger am Montag zurück. Ein wichtiges Thema in den Handelsräumen war die Rekordfusion in der Pharmabranche zwischen Pfizer und Allergan, auf die die Börse mit Skepsis reagierte. Eine Erholung bei den Ölpreisen stützte den Energiesektor. Wegen des Feiertags Thanksgiving am Donnerstag werde der Handel auch in den kommenden Tagen wahrscheinlich sehr ruhig ausfallen, sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Brokers Janlyn Capital.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 17.792 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 2086 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq sank 0,1 Prozent auf 5102 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent schwächer aus der Sitzung mit 11.092 Punkten.

Investoren richteten ihr Augenmerk auf die größte Fusion in der Geschichte der Pharmaindustrie. Für rund 160 Milliarden Dollar will Branchengigant Pfizer den Botox-Hersteller Allergan kaufen. Beide Unternehmen machten das Vorhaben, über das schon seit Wochen spekuliert worden war, nun bekannt. Analysten äußerten sich skeptisch zu den Plänen. Ihrer Einschätzung zufolge handelt es sich um einen sehr komplexen Deal, der nur vergleichsweise geringe Synergieeffekte bringt und Bedenken der Kartellbehörden aufwerfen dürfte. Allergan-Aktien verloren 3,4 Prozent, Pfizer-Papiere 2,6 Prozent.

Pharmaindustrie im Fokus der Anleger

Außerdem beschäftigte ein Übernahmevorhaben in der Geldautomatenindustrie die Börsianer. Der US-Konzern Diebold legt 1,8 Milliarden Dollar für den deutschen Hersteller Wincor-Nixdorf auf den Tisch. Der Diebold-Kurs brach 6,7 Prozent ein. Wincor-Nixdorf schlossen in Frankfurt 6,1 Prozent im Plus.

Energieaktien tendierten im Zuge anziehender Ölpreise im Schnitt 0,7 Prozent höher. Auslöser waren Äußerungen Saudi-Arabiens, wonach das Königreich zu Kooperationen mit anderen Förderländern bereit ist, um den Ölmarkt zu stabilisieren. Exxon legten 0,6 Prozent zu, Chevron 1,1 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 860 Millionen Aktien den Besitzer. 1581 Werte legten zu, 1466 gaben nach und 149 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 1566 im Plus, 1236 im Minus und 152 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 3/32 auf 99-31/32. Die Rendite sank auf 2,2517 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 8/32 auf 99-28/32 und rentierte mit 3,007 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit einer starken Nachfrage bei der milliardenschweren Auktion für zweijährige Anleihen.

Was bringt 2016 für Investoren?
Ruchir Sharma,Leiter Schwellenländeraktien und Global Macro, Morgan Stanley Investment Management
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„Es fehlt nur noch ein großer Schock für einen weltweiten Abschwung, und der nächste wird wahrscheinlich seinen Ursprung in China haben, wo starke Verschuldung, überhöhte Investitionen und Bevölkerungsrückgang zusammen das Wachstum untergraben. Dagegen scheinen die relativ gering verschuldeten Länder von Osteuropa bis Südasien besser gerüstet, um die unvermeidliche Wende im Zyklus zu überstehen.“ Festzins-Anlage vor einem steinigen Weg...

Dan Fuss, Vice Chairman bei Loomis Sayles & Co. und Co–Portfoliomanager des 20 Milliarden Dollar schweren Loomis Sayles Bond Fund
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Die Renditen der zehnjährigen US-Benchmarkanleihe werden bis Ende 2016 wohl auf 2,6 Prozent bis 2,8 Prozent ansteigen, erklärt Fuss, allerdings mache die geopolitische Lage die Prognose besonders schwierig. Investoren, die in diesen harten Zeiten ein Anleihenportfolio haben, empfiehlt Fuss einen Mix aus Treasuries, Investment-Grade-Unternehmensanleihen (mit Laufzeiten zwischen fünf und zwölf Jahren) und Hochzinsanleihen, der seiner Ansicht nach 2016 die besten Erfolgschancen hat. Bei Hochzinsanleihen empfiehlt er, besonders wählerisch zu sein: „Es ist klar, dass High Yield den besten Wert im Verhältnis zu Aktien bietet, aber die Streuung ist hier auch viel höher.“ Welche Aktien besonders gut laufen werden...

Thomas J. Lee, Managing Partner bei Fundstrat Global Advisors
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„Aktien werden sich 2016 wirklich gut entwickeln, vor allem Banken und Blue-Chips. Die Banken werden von der Fed-Straffung profitieren und ihre Kapitalrenditen verbessern, wenn die Wirtschaft wächst. Die Blue Chips können höhere Erträge erwirtschaften, wenn die Konjunktur anzieht.“ Der EU steht ihre größte Herausforderung noch bevor...

Rebecca Patterson, Chief Investment Officer von Bessemer Trust, der mehr als 100 Millionen Dollar verwaltet (1)
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Das größte Risiko für Europa im neuen Jahr? „Das ist die Flüchtlingskrise“, sagt Patterson. „Ich denke, das ist die größte Herausforderung für die Europäische Union bislang. Die furchtbaren Terroranschläge in Paris haben das Risiko erhöht, dass die Flüchtlingskrise zu einer Politikänderung führt, oder dass die Verbraucher ihre Ausgabegewohnheiten ändern. Beides könnte die Stimmung, das Wachstum in Europa und die Unternehmensgewinne belasten...“

Rebecca Patterson (2)
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Patterson habe solche möglichen Veränderungen im Blick, sei aber weiter übergewichtet bei europäischen Aktien und für einen schwächeren Euro positioniert, erklärt Patterson. „Die Anschläge in Paris haben leider die europäische Flüchtlingskrise in den Fokus gerückt; vermutlich denken jetzt weltweit mehr Investoren darüber nach, was Millionen von Einwanderern für die Wirtschaft und die Märkte bedeuten können. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob sie ausreichend darüber nachgedacht haben, welche Ausstrahlungseffekte die Flüchtlingskrise im Lauf des kommenden Jahres auslösen könnte.“ Auftrieb für langlaufende US-Treasuries...

Jim Caron, Managing Director bei Morgan Stanley Investment Management
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„Ich glaube, dass die Inflations-Risikoprämie in die Märkte zurückkehrt. Das dürfte den Renditen 30-jähriger Treasuries Auftrieb geben. Die Märkte dürften auch überrascht sein, wie langsam die Fed die Zinsen anhebt, angesichts eines Konjunkturklimas, von dem wir erwarten, dass es sich verbessert.“ 2016 wird das Jahr der „Einhörner“ – oder auch nicht...

Alan Patricof, Mitgründer von Greycroft Partners
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„Ich mache mir Sorgen wegen des Überschwangs bei der Finanzierung von Startups. Es gibt im Moment einfach zu viele davon, und es ist nicht genug Geld da, um sie zu unterstützen. Ich glaube, dass sich mehr dieser „Unicorns“, also Startups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden, am öffentlichen Markt versuchen werden, und dann werden wir sehen, ob sie sich halten können. Ich glaube übrigens nicht, dass genug Mittel für alle da sind. Wir werden sehen, welche Unicorns es schaffen werden.“ Die Jagd nach Rendite wird sich verschärfen...

  • rtr
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