Börse New York Quartalsberichte lasten auf US-Börsen

Enttäuschende Quartalsberichte haben die US-Börsen ins Minus gedrückt. Zudem wirkt die gestrige Panne von Google an der Wall Street nach. Die Wochenbilanz des Dow-Jones-Index dürfte dennoch positiv ausfallen.
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Händler an der NYSE: Der von Pannen begleitete Quartalsbericht von Google wirkt an der Wall Street nach. (Foto:Richard Drew/AP/dapd) Quelle: dapd

Händler an der NYSE: Der von Pannen begleitete Quartalsbericht von Google wirkt an der Wall Street nach.

(Foto:Richard Drew/AP/dapd)

(Foto: dapd)

New YorkEnttäuschende Bilanzen von Microsoft und General Electric haben den US-Börsen am Freitag heftige Verluste eingebrockt. Auch der von Pannen begleitete Quartalsbericht von Google wirkte an der Wall Street nach. Es werde dauern, bis Google das Vertrauen der Investoren wiederherstellen könne, sagte Marktbeobachter Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Die schwachen Konzernbilanzen schürten bei den Investoren die Furcht vor den Folgen der globalen Konjunkturabkühlung. "Die Umsätze fallen immer wieder schwach aus - dieser Trend geht durch die Bank", erklärte Ken Polcari von ICAP Equities.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel am 25. Jahrestag des Crashs von 1987 um 1,5 Prozent auf 13.343 Punkte. Am "Schwarzen Montag" war der Dow-Jones-Index um mehr als 22 Prozent gefallen - der größte Tagesverlust seiner Geschichte. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 1,7 Prozent auf 1433 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab sogar 2,2 Prozent auf 3005 Punkte nach. In der Wochenbilanz legte der Dow-Jones-Index 0,1 Prozent zu und der S&P-500 gewann 0,3 Prozent, während die Nasdaq per Saldo 1,3 Prozent einbüßte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 7380 Punkten aus dem Handel.

Der Siemens -Rivale General Electric wies vor Börseneröffnung in New York für das dritte Quartal zwar eine Gewinnsteigerung von 8,3 Prozent aus, verfehlte beim Umsatz aber die Analystenerwartungen. Deshalb fielen die Aktien um mehr als drei Prozent.

Auf diese Aktien setzen die Profis

RIO TINTO PLC REG.SHARES(SPONS.ADRS)1/LS-,10

WKN
ISIN
US7672041008
Börse
L&S

+5,19 +12,47%
+45,86€
Chart von RIO TINTO PLC REG.SHARES(SPONS.ADRS)1/LS-,10
Rio Tinto
1 von 11

Rio Tinto: Starkes Edelmetall

Gold, Silber und Bronze kamen bei den Olympischen Spielen in London von Rio Tinto. Das Bergbau-Unternehmen, eines der größten weltweit, hat die Edelmetalle für die Olympischen Medaillen geliefert. Im Kerngeschäft baut Rio Tinto Aluminium, Kupfer und Eisenerz ab, aber auch Edelmetalle, Diamanten und Uran.

Bei den Analysten herrscht große Einstimmigkeit: Sie sprechen eine deutliche Kaufempfehlung aus. Der Zwölfmonatszielpreis für die Aktie liegt bei 3 300 Pence. Einige Analysten sind deutlich optimistischer und erwarten gar einen Kurssprung auf 5 200 Pence. Rio Tinto ist einer der stärksten Werte im Londoner FTSE 100 Index. (ski)

Börsenwert: 70,1 Mrd. Euro

Prognostiziertes Kurspotenzial: +32,1 %

Analysten-Empfehlungen: 24 kaufen, 5 halten, 2 verkaufen

ANGLO AMERICAN PLC REGISTERED SHARES DL -,54945

WKN
ISIN
GB00B1XZS820
Börse
L&S

-0,10 -0,49%
+20,54€
Chart von ANGLO AMERICAN PLC REGISTERED SHARES DL -,54945
Anglo American
2 von 11

Anglo American: Potenzial im Bergbau

Bei den Analysten steht Anglo American deutlich schlechter da als der große Konkurrent im Bergbaugeschäft Rio Tinto. Über die Hälfte der Experten haben die Aktie auf „hold“ gesetzt.

Die Streiks in den Südafrikanischen Eisenerz- und Platinminen bedrohen das Kerngeschäft. Einige der Minen in Südafrika seien zudem unprofitabel und müssten geschlossen werden, sagt Deutsche-Bank-Analyst Grant Sporre. Auch im Brasilien-Geschäft sieht Sporre Probleme. Der Kauf der Minas Rio Eisenerzstätte aus dem Jahr 2008 erweist sich bislang als teure Fehlinvestition.

Aber: Die Aktie ist weiterhin attraktiv, dank starker Unternehmenswerte, sagt der Deutsche-Bank-Analyst. Sollten die Probleme innerhalb des nächsten Jahres gelöst werden, könnte Anglo zu seinem Wettbewerber aufschließen und die Aktie anziehen, glaubt er. (ski)

Börsenwert: 31,5 Mrd. Euro

Prognostiziertes Kurspotenzial: +22,7 %

Analysten-Empfehlungen: 8 kaufen, 17 halten, 5 verkaufen

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

+0,18 +0,21%
+87,12€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
3 von 11

Erfolg in Weiß-Blau

Der Münchener Hersteller von Premiumautos schneidet in diesem Jahr im Vergleich zu den Konkurrenten Audi und Daimler sehr gut ab - in den ersten neun Monaten erzielte das Unternehmen einen Absatzrekord.

Allein von der Stammmarke BMW wurden 14 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft. In China konnten die Verkäufe sogar um 55 Prozent gesteigert werden. Kristina Church, Analystin bei Barclays, sieht vor allem noch Potenzial in westchinesischen Städten. Dort gebe es bisher noch niedrige Penetrationsraten im Bereich der Luxusfahrzeuge.

Trotzdem rechnen auch die Bayern aufgrund der anhaltenden Krise in Europa mit stagnierenden Verkaufszahlen während der nächsten ein bis zwei Jahre. Analysten stufen die Aktie dennoch als solide ein. (iko)

Börsenwert: 37,1 Mrd. Euro

Prognostiziertes Kurspotenzial: +22,6 %

Analysten-Empfehlungen: 24 kaufen, 12 halten, 3 verkaufen

BOEING CO. REGISTERED SHARES DL 5

WKN
ISIN
US0970231058
Börse
L&S

+1,11 +0,38%
+288,87€
Chart von BOEING CO. REGISTERED SHARES DL 5
Boeing
4 von 11

Boeing: Hoffnung auf die 787

Schafft Boeing in diesem Jahr wieder den Sprung an die Spitze? Neun Jahre in Folge musste sich der US-Flugzeugkonzern bei den Auslieferungen dem Erzrivalen Airbus geschlagen geben. Nun könnte der "Dreamliner", das Modell 787, die Wende bringen. Dabei hatte Boeing gerade bei der Entwicklung dieses Jets mit zahlreichen Rückschlägen und Verzögerungen zu kämpfen. Doch nun konnte Boeing allein im dritten Quartal zwölf Dreamliners ausliefern, doppelt so viele wie im Vorquartal. Demnächst soll die Produktionsrate sogar bei zehn pro Monat liegen.

Noch im vergangenen Jahr war Boeings Marktanteil auf den schlechtesten Wert seit 40 Jahren gesunken. Analysten erwarten deshalb, dass die Aktie wieder kräftig steigen wird - auch deshalb, weil die Mischung in den Auftragsbüchern wieder lukrativer ist. (ank)

Börsenwert: 40,6 Mrd. Euro

Prognostiziertes Kurspotenzial: +25,1 %

Analysten-Empfehlung: 28 kaufen, 3 halten, 1 verkaufen

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

-0,01 -0,02%
+71,45€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
5 von 11

Daimler: Der Stern wird poliert

Bei Daimler hat sich die Stimmung eingetrübt: Zuletzt vermeldete der schwäbische Automobilhersteller zwar einen Absatzrekord für die ersten neun Monate dieses Jahres, allerdings mit einem mageren Plus von zwei Prozent. Weitaus weniger als bei der Konkurrenz. Konzernchef Dieter Zetsche gab eine Gewinnwarnung heraus und kündigte umfangreiche Sparmaßnehmen an.

Analysten reagieren zurückhaltend. Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe rät zum Halten, da es zum Kaufen noch zu früh sei. Die Absatzzahlen seien durch hohe Rabatte erkauft worden. Bei leicht steigenden Umsätzen rechnet er mit einem rückläufigen Vorsteuergewinn. (iko)

Börsenwert: 40,5 Mrd. Euro

Prognostiziertes Kurspotenzial: +22,3 %

Analysten-Empfehlung: 18 kaufen, 16 halten, 4 verkaufen

LVMH MOET HENN. L. VUITTON SE ACTIONS PORT. (C.R.) EO 0,3

WKN
ISIN
FR0000121014
Börse
L&S

+0,97 +0,39%
+248,08€
Chart von LVMH MOET HENN. L. VUITTON SE ACTIONS PORT. (C.R.) EO 0,3
LVMH
6 von 11

LVMH: Lukrativer Luxus

Luxus läuft, auch in der Krise. Gut 60 Edelmarken vereint die Gruppe LVMH Moët Hennessy - Louis Vuitton mit Sitz in Paris. Zwar schwächelt der Absatz in Europa, der Umsatz liest sich dank der Auslandsgeschäfte aber gut. 37 Prozent seines Umsatzes machte LVMH im ersten Halbjahr 2012 in Asien. Seit fast drei Jahren zieht der Aktienkurs an. Analysten rechnen noch mit weiterem Zuwachs. Luxusgüter wie Champagner von Moët & Chandon, Louis Vuitton Mode, und TAG Heuer Uhren haben den Konzern von Geschäftsführer Bernard Arnault bei Analysten beliebt gemacht. 2011 übernahm LVMH auch den Schmuckhersteller Bulgari. Rund ein Drittel der Analysten setzt auf ein Kursziel über 150 Euro. (ski)

Börsenwert: 60,4 Mrd. Euro

Prognostiziertes Kurspotenzial: +22,2 %

Analysten-Empfehlung: 22 kaufen, 11 halten, 1 verkaufen

OCCIDENTAL PETROLEUM CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US6745991058
Börse
L&S

-2,32 -3,95%
+55,30€
Chart von OCCIDENTAL PETROLEUM CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
Occidental Petroleum
7 von 11

Occidental Petroleum: Läuft wie geschmiert

Der amerikanische Öl- und Gasförderer Occidental Petroleum hat im vergangenen Jahr in den USA 428 000 Barrel Rohöl pro Tag geschöpft, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit machte das USA-Geschäft knapp 60 Prozent der gesamten Fördermenge aus. Das Unternehmen aus Los Angeles betreibt Fördergebiete in den USA, im Mittleren Osten, Nordafrika und Lateinamerika. Die texanische Tochter OxyChem zählt in der Chemiebranche ebenfalls zu den Marktführern. Seit zehn Jahren in Folge können sich die Anleger über eine jährlich erhöhte Dividende freuen. Die Analysten der UBS bewerten die Aktie unverändert mit Kaufen. (iko)

Börsenwert: 52,4 Mrd. Euro

Prognostiziertes Kurspotenzial: +30,6 %

Analysten-Empfehlung: 18 kaufen, 11 halten, 1 verkaufen

Die Anteilsscheine von Google rutschten um zwei Prozent ab, nachdem sie am Donnerstag infolge des zu früh veröffentlichten Quartalsberichts acht Prozent verloren hatten. Der Überschuss des Internetriesen sank im dritten Quartal um 20 Prozent. Die Microsoft -Aktien standen auch am Freitag unter Druck und verloren drei Prozent. Der Technologiekonzern hatte am Donnerstag nach Börsenschluss einen größeren Gewinnrückgang als erwartet bekanntgegeben. Die Papiere von AMD sackten um 17 Prozent ab, nachdem der Chiphersteller angekündigt hatte, fast 2000 Stellen zu streichen.

McDonald`s -Aktien gaben 4,5 Prozent nach. Der Gewinn der weltgrößten Schnellrestaurant-Kette fiel im Quartal auf 1,46 von 1,51 Milliarden Dollar und damit deutlicher als erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 940 Millionen Aktien den Besitzer. 663 Werte legten zu, 2323 gaben nach und 97 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,22 Milliarden Aktien 472 im Plus, 1980 im Minus und 100 unverändert.

Wie der Wall-Street-Handel lief

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