Börse New York
Erleichterung über Ukraine, Sorge über Nahost

Hoffnung treibt die Kurse in New York an. Anleger sehen nach der Übergabe des MH17-Flugschreibers an malaysische Behörden Lichtblicke im Ukraine-Konflikt. Der Fokus richtet sich wieder mehr auf Unternehmensergebnisse.
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New YorkHoffnungen auf eine Entspannung der Ukraine-Krise haben die Wall Street am Dienstag gestützt. Nach einem anfänglichen Schock wegen der Eskalation in der Ukraine und Nahost scheine sich der Fokus wieder auf die US-Unternehmensergebnisse zu richten, sagte Andreas Paciorek, Analyst von CMC Markets. Eine Verschärfung der Krise in der Ukraine, im Gazastreifen und dem Irak habe aber das Potenzial, die Finanzmärkte ins Wanken zu bringen, warnte Daily-FX-Chefanalyst Jens Klatt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um knapp 0,4 Prozent auf 17.113 Punkte zu. Er pendelte zwischen 17.040 und 17.133 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,5 Prozent auf 1983 Zähler. Zwischenzeitlich war er auf den Rekordstand von 1986 Stellen geklettert. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,7 Prozent auf 4456 Punkte vor. Der Dax schloss 1,3 Prozent höher auf 9734,33 Punkten.

Nach Druck westlicher Staaten hatte der russische Präsident Wladimir Putin zugesichert, bei der Untersuchung des mutmaßlichen Flugzeugabschusses in der Ostukraine seinen Einfluss auf die Separatisten geltend zu machen. Dies wurde an den Märkten als Entspannungssignal aufgenommen.

Die jüngsten US-Inflationsdaten fielen zudem etwa wie erwartet aus und änderten laut Börsianern nichts an den zinspolitischen Spekulationen. Der Druck auf die US-Notenbank, verstärkt über eine Zinswende nachzudenken, werde sich in Grenzen halten.

In New York gehörten McDonald's und Coca-Cola zu den Verlierern. Die Aktien gaben 1,3 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent nach. Der Getränkekonzern verdiente trotz der Fußball-WM im zweiten Geschäftsquartal weniger. Bei der Fastfood-Kette geht der Umsatz zurück. Die Papiere der Online-Videothek Netflix büßten 4,6 Prozent ein. Analysten äußerten Bedenken, dass die Expansionspläne für Europa das Unternehmen teurer werden könnten als gedacht. Die Anteilsscheine von Harley-Davidson gaben um 5,4 Prozent nach. Das Unternehmen wird nach eigenen Prognosen dieses Jahr weniger Motorräder verkaufen als erhofft.

Die Papiere von Fluggesellschaften tendierten unterschiedlich, nachdem sie wegen des Gazakonflikts ihre Flüge nach Tel Aviv stoppten. Während Delta Air Lines und United Airlines zulegten, verloren die Aktien der American Airlines Group leicht an Wert. Nach Börsenschluss wurden die Bilanzen von Apple und Microsoft erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 580 Millionen Aktien den Besitzer. 2080 Werte legten zu, 936 gaben nach, und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1804 im Plus, 888 im Minus und 104 unverändert.

Trotz der erhofften Entspannung in der Ukraine waren US-Staatsanleihen als sichere Häfen für Geldanlagen aber weiter gefragt. An den Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 2/32 auf 100-9/32. Sie rentierten mit 2,47 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 6/32 auf 102-9/32 und hatten eine Rendite von 3,25 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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