Börse New York
Euro-Krise drückt US-Börsen leicht ins Minus

Die Angst vor einer Eskalation der Euro-Krise durch einen Austritt Griechenlands hat erneut die Wall Street etwas belastet. Der Dow Jones hatte zunächst leichte Gewinne verbucht und sich dann schwächer verabschiedet.
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New YorkDie erneut aufflammende Furcht vor einem Euro-Austritt Griechenlands hat am Dienstag die Erholung der US-Börsen abrupt abgewürgt. Händler zitierten Medienberichte, in denen der ehemalige griechische Ministerpräsident Lucas Papademos einräumte, das Land erwäge Vorbereitungen für einen Austritt. Diese Berichte drückten auch den Euro deutlich. Zuvor hatte eine schwungvolle Belebung des US-Immobilienmarktes noch etwas Optimismus verbreitet und vor allem Finanzwerten einen Schub gegeben. Der Risikoappetit der Anleger wurde jedoch auch durch weitere Kursverluste der Facebook-Aktie gezügelt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich nach einer Berg- und Talfahrt minimal schwächer bei 12.502 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 konnte sich dagegen leicht auf 1316 Zähler verbessern. Die Technologiebörse Nasdaq büßte 0,3 Prozent auf 2839 Stellen ein. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Kursgewinn von 1,7 Prozent bei 6435 Punkten aus dem Handel.

Anleger hatten sich zunächst ermutigt darüber gezeigt, dass der Absatz bestehender Eigenheime im April auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren kletterte. "Der Markt sucht nach guten Nachrichten und am Immobilienmarkt scheint die Talsohle erreicht zu sein. Dies gleicht die schwachen Daten aus der Industrie von vergangener Woche etwas aus", sagte Subodh Kumar, der in Toronto die Investitionen seines gleichnamigen Fonds verwaltet. Erst kurz vor Handelsschluss machte die Angst vor einer Eskalation der Euro-Krise diesen Optimismus zunichte.

Einige Anleger hatten den Kursgewinnen jedoch auch zuvor schon nicht über den Weg getraut. So warnte Analyst Richard Ross von Auerbach Grayson, erst Kurgewinne beim Euro, Rohstoffen und in den Schwellenländern würden Gewissheit über die Nachhaltigkeit eines Aufwärtstrends liefern.

Weil eine Erholung des seit der Finanzkrise stark gebeutelten Immobilienmarktes vor allem den Banken zugutekommen würde, verteuerten sich die Titel der Branche im Schnitt um 0,7 Prozent. Bei Bank of America belief sich das Plus auf 2,2 Prozent und bei JPMorgan auf 4,6 Prozent. Zu den Gewinnern gehörten auch die Titel der Software-Firma Ariba, die um knapp 20 Prozent in die Höhe schossen, nachdem die deutsche SAP die Übernahme des Unternehmens verkündet hatte.

Das Börsen-Trauerspiel um Facebook setzte sich fort: Die Titel büßten nach dem Kurssturz am Montag noch einmal neun Prozent auf 31 Dollar ein - verglichen mit einem Ausgabepreis von 38 Dollar. Dabei richtet sich der Blick enttäuschter Anleger zunehmend auf die den IPO begleitende Bank Morgan Stanley. Unmittelbar vor dem Sprung auf das Parkett senkte das Kreditinstitut Anlegern zufolge die Umsatzprognose für das weltgrößte Online-Netzwerk. "Das passierte noch während der Werbetour - so was habe ich in den vergangenen zehn Jahren nicht erlebt", sagte ein Insider bei einer Fondsgesellschaft. Nach Ansicht von Investoren hat Morgan Stanley damit Anleger verschreckt und zu dem schwachen Börsendebüt beigetragen. Morgan Stanley -Aktien profitierten dennoch von dem Aufwind in der Finanzbranche und zogen ein Prozent an.

Zu den Gewinnern zählten auch die Aktien des weltgrößten Elektronik-Einzelhändlers Best Buy, der im Quartal mehr verdiente als von Analysten erwartet. Dies nährte Hoffnungen bei den Anlegern, dass die Umstrukturierungen des Konzerns erste Früchte tragen. Die Aktie gewann rund 1,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,84 Milliarden Aktien den Besitzer. 1545 Werte legten zu, 1448 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 921 im Plus, 1603 im Minus und 111 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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