Börse New York
Euro-Krise drückt Wall Street ins Minus

Der New Yorker Aktienmarkt hat mit Kursverlusten geschlossen. An der Wall Street ging die Angst vor einer Verschärfung der Schuldenkrise in Europa um. Nachrichten aus Griechenland und Spanien beunruhigten die Anleger.
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New YorkDie Furcht vor einer Verschärfung der europäischen Schuldenkrise hat den US-Börsen am Montag deutliche Kursverluste eingebrockt. Der Rücktritt des griechischen Finanzministers Vassilis Rapanos sorgte für Unruhe auf dem Parkett. Zudem stellte mit Zypern eines weiteres Euro-Land einen Antrag auf Rettungshilfen.

Bei vielen Anlegern schwanden die Hoffnungen auf einen Befreiungsschlag beim EU-Gipfel Ende der Woche. Vielmehr befürchteten sie, dass Spanien nach dem nun auch offiziell gestellten Antrag auf Hilfe für seinen maroden Bankensektor bald ganz unter den Euro-Rettungsschirm flüchten muss, wie Händler erläuterten. Hintergrund seien die hohen Refinanzierungskosten des Landes am Kapitalmarkt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 12.502 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 12.458 und 12.639 Punken. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1313 Punkten, ein Abschlag von 1,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor knapp zwei Prozent und ging mit 2836 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 2,1 Prozent mit 6132 Punkten aus dem Handel.

"Am Markt herrscht die Meinung vor, dass der EU-Gipfel ergebnislos verlaufen wird", sagte Analyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. So enttäuschten Aussagen Deutschlands, wonach auf dem Treffen der Staats- und Regierungschefs keine Entscheidungen über das Reformprogramm für das mit Milliardenhilfen gestützte Griechenland absehbar sind.

Allerdings dämpften auch anhaltende Sorgen um die Weltwirtschaft die Stimmung am Markt. "Wenn es in Asien und in den USA bessere Wachstumsraten gäbe, wäre die Lage in Europa für die Börsen nur zweitrangig", sagte Cardillo.

Zu den größten Verlierern gehörten die Finanzwerte. So büßten die Papiere der Citigroup 4,4 Prozent ein. Die Aktien der Bank of America fielen um 4,3 Prozent.

Auch Energiewerte tendierten tiefer. So rutschte Chesapeake 8,5 Prozent ab. Reuters hatte berichtet, dass sich Chesapeake unter der Führung von Konzernchef Aubrey McClendon mit seinem wichtigsten Wettbewerber abgesprochen hatte, um Bodenpreise bei einem vielversprechenden Öl- und Gasfeld zu drücken.

Im Blickpunkt standen auch die Titel der Pharmariesen Pfizer und Bristol-Myers Squibb. Die beiden Unternehmen erlitten bei ihrem gemeinsam entwickelten Thrombose-Mittel einen Rückschlag: Die US-Gesundheitsbehörde FDA verlangte weitere Informationen, bevor sie dem Bayer-Konkurrenzmittel Eliquis die Zulassung für die Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern erteilen will. Pfizer-Aktien verloren 1,1 Prozent. Die Titel von Bristol-Myers Squibb gaben 3,5 Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 686 Werte legten zu, 2319 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,48 Milliarden Aktien 649 im Plus, 1868 im Minus und 82 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kommt schon - ein paar Tage schaffen wir noch!

    Es ist wie Herr Schäuble es immer so schön sagt: "...glauben, dass wir es ernst meinen...". So lange alle an unser Finanzsystem glauben und alle Fakten ausblenden geht es noch lustig weiter!

    Naja, inzwischen merken auch die weniger begabten Finanzexperten, dass irgendetwas nicht stimmt. Dabei würde es schon ausreichen die Zinslast pro Tag PI*Daumen zu überschlagen um zu erkennen was die begabteren Finanzexperten schon wissen.



  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer entgegen wirken.
    Durch die Sparmaßnahmen ist bis jetzt gerade das Gegenteil erreicht worden, die Divergenzen innerhalb der Währungsunion haben zugenommen und die Produktivität der Peripherieländer hat weiter abgenommen.

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