Börse New York
Euro-Schuldenkrise greift auf US-Börsen über

Die US-Börsen haben am Freitag leichter tendiert. Die Anleger scheuten das Risiko, weil sie das von Schuldenproblemen gebeutelte Europa vor einem Flächenbrand sahen. Nach Irland rückte Portugal ins Visier der Investoren. Auch die anhaltenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel machten die Anleger an der Wall Street nervös.
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HB NEW YORK. Die US-Börsen sind am Freitag mit Verlusten aus dem verkürzten Handel gegangen. Die Anleger scheuten das Risiko, weil sie in dem von Schuldenproblemen gebeutelten Europa einen Flächenbrand fürchteten. Nach Irland rückte Portugal ins Visier der Investoren. Der Euro geriet unter Druck und fiel mit 1,32 Dollar zeitweise auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Der höhere Dollar setzte Rohstoffpreise unter Druck, die ihrerseits auf den Aktien der Branche lasteten. Auch die anhaltenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel machten die Anleger an der Wall Street nervös, wo einen Tag nach dem Feiertag zum amerikanischen Erntedankfest nur verkürzt gehandelt wurde. Die Börsianer richteten ihren Blick auch auf die Einzelhändler. Mit dem Thanksgiving-Wochenende beginnt traditionell das Weihnachtsgeschäft.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von knapp 0,9 Prozent auf 11 092 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 11 067 und 11 183 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 büßte knapp 0,8 Prozent auf 1189 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte 0,3 Prozent tiefer bei 2534 Stellen. Der Umsatz an den US-Börsen fiel gering aus. Auf Wochensicht ergab sich ein uneinheitliches Bild. Während der Dow um ein Prozent und der S&P um 0,9 Prozent nachgaben, gewann der Nasdaq-Index knapp 0,7 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax 0,5 Prozent im Minus bei 6848 Punkten.

Auch am deutschen Aktienmarkt machte Portugal die Anleger nervös. Viele sahen das südeuropäische Land bereits auf dem Weg unter den Rettungsschirm der EU. Laut der "Financial Times Deutschland" wird Portugal von einer Mehrheit der Euro-Zonen-Mitglieder und der EZB zur Annahme von Hilfen gedrängt. Portugal und die Europäische Kommission dementierten dies. Unter Druck gerieten erneut die Aktien von Europas in New York notierten Banken. So gaben das spanische Institut Santander und die griechische Nationalbank jeweils fast fünf Prozent nach, die Allied Irish Bank verbilligte sich sogar um knapp sechs Prozent.

"Die Schuldenkrise in Europa veranlasst eine Menge Anleger zu Dollar-Käufen", sagte Peter Cardillo von Avalon Partners.

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  • Wenn Spekulanten in die Versorger gehen, beginne ich doch noch mir Sorgen zu machen.

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