Börse New York
Europa frustet die Wall Street

Bereits den sechsten Tag hintereinander schließt die Wall Street im Minus. Wie so häufig drückte die Lage in Europa die Stimmung der Anleger. Griechenland sucht eine neue Regierung und Spanien rutscht tief in die Krise.
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New YorkBefeuert durch politische Turbulenzen in Griechenland hat die Wall Street den fünften von sechs Handelstagen in Folge Verluste verbucht. Allerdings begrenzten die wichtigsten Indizes im Handelsverlauf ihre Abschläge wieder. Auftrieb erhielten die Kurse, nachdem Griechenland Kreisen zufolge trotz Probleme bei der Regierungsbildung und scharfer sparkritischer Töne aus Athen die Freigabe zumindest für Teile von Hilfsgeldern erhielt. Allerdings gab der Rettungsfonds EFSF mit der Zurückhaltung von einer Milliarde Euro einen deutlichen Warnschuss ab. Finanztitel standen auf den Verkaufszetteln. Die Furcht vor einer Ansteckung Spaniens habe die Anleger zusätzlich verschreckt, sagten Händler. Quartalsergebnisse von US-Unternehmen konnten die Stimmung etwas abfedern.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,75 Prozent bei 12.835 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.748 und 12.921 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1354 Punkten, ein Abschlag von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 2934 Zähler. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 6475 Punkten.

Neben Griechenland könnte Spanien immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise geraten. Die EU-Kommission fürchtet, dass der unter einer Rezession, hoher Arbeitslosigkeit und einer geplatzten Immobilienblase leidende Staat ohne Kursschwenk seine Sparziele dieses und nächstes Jahr verfehlen wird, wie aus der Brüsseler Behörde verlautete. In den USA gelistete Aktien von Banco Santander stürzten mehr als fünf Prozent ab.

Auch US-Finanzwerte gehörten zu den Verlierern an der Wall Street. Die Aktien von JP Morgan gaben 1,8 Prozent nach, die Papiere der Citigroup büßten 2,8 Prozent ein.

Aktien von MetroPCS Communications kletterten 14 Prozent. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass die Deutsche Telekom ein Zusammengehen von T-Mobile USA mit dem fünftgrößten US-Mobilfunkanbieter diskutiere. Die Deutsche Telekom und MetroPCS lehnten einen Kommentar ab.

Gegen den Trend zulegen konnte mit einem Plus von 1,6 Prozent auch Walt Disney. Der Unterhaltungskonzern konnte seinen Quartalsgewinn vor allem dank gut besuchter Freizeitparks und florierender Werbeeinnahmen im TV-Geschäft überraschend kräftig steigern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 940 Millionen Aktien den Besitzer. 957 Werte legten zu, 2032 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,06 Milliarden Aktien 879 im Plus, 1608 im Minus und 111 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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