Börse New York
Europa-Hoffnungen verschaffen Wall Street ein Plus

Europa ist in jedermanns Munde. Auch die Anleger in Amerika schauen auf die Entwicklungen im alten Kontinent und treffen daraufhin ihre Anlageentscheidungen. Der Wall Street verschaffte das am Mittwoch ein sauberes Plus.
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New YorkHoffnungen auf eine schnelle Lösung der Bankenkrise in Spanien haben den US-Börsen Dow Jones und S&P den höchsten Tagesgewinn seit Mitte Dezember beschert. Zudem trieb die Erwartung die Kurse, große Zentralbanken wie die Fed in den USA könnten weitere Schritte zur Stützung der schwächelnden Weltwirtschaft ergreifen. Vor allem Bankenwerte legten zu. Wasser in den Wein goss allerdings die Europäische Zentralbank, die trotz enormen politischen Drucks die Zinsen am Mittwoch nicht weiter senkte.

Alle drei Indizes schlossen auf ihrem Tageshoch. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 2,4 Prozent auf 12.414 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 2,3 Prozent fester mit 1315 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,4 Prozent auf 2844 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 2,1 Prozent im Plus mit 6093 Punkten.

Die Anleger setzten darauf, dass in Europa mit Hochdruck an einer Rettung der spanischen Banken gearbeitet wird und es damit in der Euro-Schuldenkrise eine Baustelle weniger geben könnte. Dabei wird Kreisen zufolge nach Wegen gesucht, Spanien bei einer Hilfsanfrage nicht als Schuldensünder zu brandmarken. Spaniens Regierung stemmt sich vor allem gegen weitreichende Spar-Auflagen, die mit einem umfassenden Hilfsprogramm verbunden wären.

Die Hoffnung auf Hilfe für die Weltwirtschaft durch Zentralbanken wurde genährt durch Äußerungen des Fed-Präsidenten von Atlanta, Dennis Lockhart. Der sagte am Mittwoch, die US-Notenbank könnte weitere Schritte zur Lockerung der Geldpolitik in Betracht ziehen, falls sich die Wirtschaftslage in den USA verschlechtere oder die Euro-Schuldenkrise zu heftigeren Turbulenzen an den Finanzmärkten führe. EZB-Chef Mario Draghi deutete indes an, dass sich seine Notenbank mit weiteren Hilfen zunächst zurückhalten wollte.

Der Markt schiele derzeit auf Zentralbanken wie Hunde auf ein Stück Fleisch, sagte Marktstratege Peter Boockvar von Miller Tabak + Co. „Draghi hat aber nicht die gewünschte Sorte Fleisch geliefert.“ Der Druck von Politik und Finanzmärkten auf die EZB sei offensichtlich noch nicht groß genug. Investoren warteten nun auf Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke vor einem Ausschuss des Kongresses am Donnerstag.

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  • Eine Austritt aus der Währungsunion ist nur zusammen mit einem Austritt aus der EU möglich und erlaubt.
    Es sei denn dass alle andere Mitglieder der Währungsunion zustimmen, was ich mich kaum vorstellen kann.

  • "Europa-Hoffnungen"
    Verlässt endlich Deutschland doch die Währungsunion und die EU?
    Das wären endlich Good News an Good riddance!!
    Nein, es war nur wishful thinking.
    Das Unglück ist in der Vergangenheit immer durch Deutschland über Europa gekommen, es wird diesmal nicht anderes sein.
    Frankreich als Komplice ist aber diesmal auch Schuld an der Krise, wer hat zum eigenen Vorteil die Verträge den anderen Mitgliedern diktiert wenn nicht die deutsche-französische Achse?

  • UND:

    "Die USA und Großbritannien verlangen einen Sofortplan für die angeschlagene Eurozone.
    Dies hätten US-Präsident Obama und der britische Premierminister Cameron bei einem Telefonat besprochen.

    Sofortmaßnahmen müssten aber auch von langfristigen Plänen begleitet werden, um eine starke Gemeinschaftswährung sicherzustellen. Pläne der EU-Kommission, wonach Steuerzahler geschützt und Rettungsmaßnahmen für Staaten vermieden werden sollten, stuften die beiden Politiker als positiven Schritt ein.

    Der britische Premierminister will am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin zusammenkommen. Cameron befürchtet, dass die ohnehin schon angeschlagene britische Wirtschaft durch die Euro-Krise noch weiter in Mitleidenschaft gezogen wird. Sein Land befindet sich aktuell in einer Rezession."

    Die Schwäche dieser beiden Staaten werden der EURO-Krise in die Schuhe geschoben, von den eigenen Verfehlungen ablenkend, bewirkt durch die anglo-amerikanische Finanzpolitik, der viele Staaten so gerne gefolgt sind.

    Das Prinzip, legales Falschgeld - fiat money - zu drucken und in den Markt zu werfen, ist ein altes Prinzip der FED, das sollen wir nun auch vermehrt aktivieren, bis wir gemeinsam im Schuldensumpf untergehen.

    Der Dollar verlor in den vergangenen Jahrzehnten über 95% seines Wertes!

    Die D-Mark verlor in 50 Jahren 40% an Wert!

    Der Euro verlor in den wenigen Jahren seit seinem Bestehen sogar 50%!!!

    Noch nie haben sich so viele Staaten weltweit so extrem verschuldet, wie aktuell.

    Weil die Notenbanken Geldpakete in Ausmaßen auf den Markt werfen, die vom Verstand kaum noch zu fassen sind.

    Inzwischen liegt der Verschuldungsgrad der Euroländer im Schnitt bei 88%

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