Börse New York

Ex-GE-Chef warnt vor Implosion der Märkte

US-Präsident Trump soll die Justiz behindert haben. Eine Anschuldigung mit großer Sprengkraft, sagt ein Trump-Vertrauter. Auch US-Anleger bereitet sie Sorge: Am Mittwoch legten die US-Börsen den Rückwärtsgang ein.
Update: 17.05.2017 - 22:54 Uhr Kommentieren
Die NYSE gilt als wichtigste Leitbörse der Welt. Quelle: AFP
New York Stock Exchange

Die NYSE gilt als wichtigste Leitbörse der Welt.

(Foto: AFP)

New YorkWieder einmal steht die Wall Street im Zeichen der Politik. Bei den Anlegern mehren sich offenbar die Zweifel daran, dass der Republikaner Trump seine Steuersenkungs- und Investitionspläne zur Ankurbelung der Konjunktur bald umsetzen kann. Denn neue Medienberichte setzen ihn stark unter Druck. Ihm wird vorgeworfen, den kürzlich überraschend entlassenen FBI-Chef James Comey aufgefordert zu haben, die Untersuchung zu den Verbindungen des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn zu Russland einzustellen.

Eine schwerwiegende Anschuldigung: Sollte sich der Vorwurf, die Justiz behindert zu haben, erhärten, könnte dies ein Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten zur Folge haben. Erst am Dienstag hatte Trump die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an Russland eingeräumt. Und es mehren sich die Stimmen, die einen Vergleich zur Watergate-Affäre ziehen, die Richard Nixon im August 1974 zum Rücktritt vom Amt des US-Präsidenten zwang.

Für die Finanzmärkte wäre ein formales Amtsenthebungsverfahren gegen Trump – das sogenannte Impeachment – ein Desaster, unabhängig wie es ausgehen sollte. Dies jedenfalls prophezeit der ehemalige Vorstandsvorsitzende des US-Mischkonzerns General Electric (GE): „Ein Amtsenthebungsverfahren würde den Markt wegpusten“ , sagte Jack Welch, der als Trump-Vertrauter gilt, am Mittwoch dem US-amerikanischen TV-Sender CNBC.

Investoren reagieren sensibel auf das aktuelle Chaos im weißen Haus: So gaben alle wichtigen US-Leitindizes am Mittwoch bereits im frühen Handel um mehr als ein Prozent nach. „Die Anleger machen sich allmählich Sorgen über die innenpolitische Situation“, sagte Volkswirt Peter Cardillo vom Broker First Standard Financial.

Die US-Börsen schlossen am Mittwoch deutlich im Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 1,8 Prozent auf 20.606 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank ebenfalls 1,8 Prozent auf 2357 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 2,6 Prozent auf 6011 Punkte.

Die US-Börse folgte damit der bereits schwachen Tendenz an den Handelsplätzen in Asien und Europa. Auch dort hatten die Anleger verunsichert auf immer neue Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump reagiert.

Seit dem Wahlsieg Donald Trumps im vergangenen November ging es für die US-Börse nur in eine Richtung: aufwärts. Der Dow Jones legte gut 15 Prozent zu. Allerdings warnen Analysten schon seit längerem, die Aktienkurse der US-Unternehmen seien überhitzt.

Diese zehn Aktien laufen auch bei Flaute

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+29,24 +0,22%
Chart von DAX ®
Leitindex DAX
1 von 11

Der bedeutendste deutsche Aktienindex ist der Dax. Er spiegelt die Kursentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen wider. Während es lange bergauf ging, herrscht aktuell jedoch Flaute: In dieser Woche hat sich der Dax mit einem Wochenplus von lediglich rund 0,11 Prozent kaum bewegt. Wer jedoch auf die richtigen Unternehmen setzte, konnte ordentlich Kasse machen. Zehn Konzerne legten zu – entgegen der allgemeinen Stagnation – und weisen ein solides Wachstum auf.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
L&S

+1,46 +1,39%
+106,21€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Bayer
2 von 11

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer ist weltweit tätig und teilt sich in die Sparten Gesundheit, Ernährung und Kunststoffe. Der Konzern ist besonders gut im Bereich Schädlingsbekämpfung und Saatgutentwicklung aufgestellt. Analysten sehen die Übernahme des US-Konzerns Monsanto positiv. Geduldige Anleger wurden bei Bayer belohnt, über die ganze Woche berechnet (unser Kurs in der oberen rechten Ecke bezieht sich nur auf den Freitag) stieg die Aktie um rund 0,91 Prozent an – und schlug den Dümpel-Dax damit locker.

DEUTSCHE BOERSE AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005810055
Börse
L&S

+0,55 +0,56%
+98,73€
Chart von DEUTSCHE BOERSE AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Börse
3 von 11

Die Deutsche Börse ist mit 37 Standorten in 29 Ländern global vertreten. Seit der 2007 vollzogenen Fusion der Terminbörse Eurex mit der US-amerikanischen ISE versteht sich der Konzern weltweit größter Betreiber von transatlantischen Marktplätzen für Derivate. Mit der Frankfurter Wertpapierbörse betreibt das Unternehmen die mit Abstand größte deutsche Börse. Auch wenn die Fusion mit der London Stock Exchange scheiterte, kehren die Anleger zurück: Die Aktie legte über die ganze Woche gerechnet um rund 1,15 Prozent zu und lag damit fast ein Prozent über der Wochenentwicklung des Dax-Index.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
L&S

-1,59 -0,63%
+247,95€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Continental
4 von 11

Continental mit Sitz in Hannover gehört weltweit zu den größten Zulieferern der Automobilindustrie, für die er zahlreiche Komponenten und Module entwickelt und fertigt. Laut einer Analyse der Commerzbank von dieser Woche ist der Autozulieferer und Reifenhersteller stark gewachsen und konnte seine Erwartungen beim Umsatz in allen Bereichen übertreffen. Die Anleger honorierten dieses Lob – die Aktie stieg über die gesamte Woche gerechnet um rund 1,23 Prozent.

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

+0,22 +1,47%
+14,81€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Telekom
5 von 11

Die Deutsche Telekom ist im Bereich der Telekommunikation in Europa und auch weltweit einer der größten Spieler. Privatkunden werden mit Festnetz, Mobilfunk, Internet und TV, Konzerne mit Lösungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie versorgt. Laut Analysten fällt der Konzern durch einen zwar langsamen, aber steten Fortschritt auf. Mut macht Anlegern der Ausbau des Glasfasernetzes und die möglichen Einsparungen durch eine Fusion der US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem US-Wettbewerber Sprint. In der aktuellen Woche legte die Aktie ganze 1,44 Prozent zu.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,00 +0,02%
+17,62€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE
6 von 11

Der Energiekonzern RWE ist eines der fünf größten Strom- und Gasunternehmen in Europa. RWE fördert Öl, Gas und Braunkohle und erzeugt Strom aus Gas, Kohle, Kernkraft und regenerativen Quellen. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für RWE von 13,50 auf 16 Euro angehoben und stuft die Aktie auf „Hold“ ein. An der Börse entwickelten sich die Papiere in dieser Woche 1,46 Prozent nach oben.

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
L&S

-0,28 -1,11%
+25,09€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Infineon
7 von 11

Der Tech-Hersteller Infineon entwickelt, fertigt und vermarktet eine breite Palette von Halbleiterprodukten und kompletten Systemlösungen für ausgewählte Anwendungsbereiche. Ein Wachstumsbereich soll das Geschäft mit der Autoindustrie sein, Geschäftsperspektiven gibt es mittelfristig auch für Infineons Siliziumkarbid-Technologie. Die Aktie kletterte diese Woche um satte rund 2,05 Prozent.

Zu den Verlierern an den US-Börsen zählten Finanzwerte, die von der Rally nach Trumps Wahlsieg besonders profitiert hatten. Der US-Bankenindex rutschte um vier Prozent ab. Bank of America büßten fast sechs und Goldman Sachs 5,2 Prozent ein.

Angesichts der politischen Turbulenzen in den USA kletterte der Euro über 1,11 US-Dollar und kostete zuletzt 1,1158 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1117 (Dienstag: 1,1059) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8995 (0,9042) Euro. Seit dem 1. Januar hat der Greenback gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung gut fünf Prozent an Wert eingebüßt.

  • rtr
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