Börse New York: Explosionen in Boston drücken Wall Street

Börse New York
Explosionen in Boston drücken Wall Street

Nach schwachen Konjunkturdaten aus China lagen die US-Börsen ohnehin schon weit im Minus, da kam die Nachricht, dass es beim Boston-Marathon zu tödlichen Explosionen kam. Der Dow gab 1,8 Prozent ab.
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New YorkDie Explosionen beim Bostoner Marathon und überraschend schwache Konjunkturdaten aus China haben die Wall Street am Montag tief ins Minus gedrückt. Wichtige Aktienindizes gaben deutlich nach. Auch Kupfer und Öl verbilligten sich, weil Investoren eine schwächere Nachfrage aus der Volksrepublik fürchten. Die Börsen hatten kurz vor Handelsschluss bereits deutlich im Minus gelegen, als die Nachrichten aus Boston den Ausverkauf verstärkten. Nach offiziellen Angaben gab es mindestens zwei Tote. Die Hintergründe der Explosionen waren zunächst unklar. In Sicherheitskreisen hieß es, es habe sich um Bomben gehandelt.

Der Dow-Jones-Index mit den 30 Standardwerten schloss 1,8 Prozent tiefer fast auf Tagestief mit 14.599 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 14.598 und 14.865 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 2,3 Prozent auf 1552 Stellen. Der Nasdaq-Index gab 2,4 Prozent auf 3216 Zähler nach. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Minus um 0,4 Prozent auf 7712 Punkte. Der Goldpreis brach um rund acht Prozent auf 1345 Dollar je Feinunze ein.

Die Nachricht der Explosionen beim Boston Marathon kam knapp eine Stunde vor Handelsschluss. Zunächst war von vier Verletzten die Rede, später von zwei Toten und 23 Verletzten. Auch gab es zunächst keinerlei Informationen über die Hintergründe.

Den bereits deutlichen Kursrückgang vor den Detonationen hatte der Experte Andrew Wilkinson von Miller Tabak & Co auf die Weltkonjunktur zurückgeführt. Es gehe die Angst um, dass sich das Wachstum verlangsamen könnte. In China wuchs das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März nur um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit deutlich schwächer als erwartet.

Als Reaktion sank der Preis für US-Rohöl um 3,6 Prozent. An den US-Aktienmärkten gehörten dementsprechend Energiefirmen zu den größten Verlierern. So sanken Papiere von Chevron um 2,8 Prozent.

Den Ausverkauf bei Rohstoffen bekamen Bergbauunternehmen zu spüren. So ging es für Papiere von Freeport-McMoRan Copper & Gold um 8,3 Prozent nach unten. Newmont Mining gaben um 6,7 Prozent nach.

Die Stimmung war aber nicht bei allen Investoren getrübt. So stiegen die Aktien der Citigroup um 0,2 Prozent, weil der Finanzkonzern im ersten Quartal mehr Geld verdiente als erwartet und die Finanzkrise langsam hinter sich lässt.

Die Aktien des Telekommunikationsunternehmens Sprint Nextel zogen um etwa 14 Prozent an. Der zweitgrößte Anbieter von Satellitenfernsehen in den USA, Dish Network, will den Konzern für 25,5 Milliarden Dollar kaufen und könnte mit dem Angebot die geplante Sprint-Übernahme durch den japanischen Mobilfunker Softbank verhindern. Dish-Aktien fielen um 2,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 970 Millionen Aktien den Besitzer. 371 Werte legten zu, 2664 gaben nach,und 81 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 278 im Plus, 2244 im Minus und 55 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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