Börse New York: EZB-Geldschwemme treibt Wall Street an

Börse New York
EZB-Geldschwemme treibt Wall Street an

Beflügelt von den EZB-Plänen zum massiven Aufkauf von Staatsanleihen können die großen US-Indizes am Donnerstag deutlich zulegen. Bei den Einzelwerten gab es Licht bei Ebay und Schatten bei American Express.
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New YorkBeflügelt von den EZB-Plänen zum massiven Aufkauf von Staatsanleihen haben die US-Aktienbörsen am Donnerstag zugelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigte an, mehr als eine Billion Euro in das Finanzsystem zu pumpen. Damit soll ein Abrutschen der Wirtschaft in eine langanhaltende Schwächephase mit fallenden Preisen auf breiter Front und schrumpfenden Investitionen verhindert werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,5 Prozent höher auf 17.813 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 1,5 Prozent auf 2063 Zähler vor, der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 4750 Stellen.

Bei den Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von Ebay um sieben Prozent. Der Konzern erwägt neben der Abspaltung seines Bezahldienstes Paypal auch den Börsengang oder den Verkauf der Sparte Enterprise. Händlern zufolge könnten die drei Teile mehr wert sein als es die derzeitige Ebay-Bewertung widerspiegelt.

Blackberry-Papiere stiegen um knapp sechs Prozent. Einem Medienbericht zufolge erwägt Samsung die Übernahme des Smartphone-Herstellers oder zumindest den Kauf eines größeren Anteils. Ein Übernahmeangebot der Royal Bank of Canada trieb die Aktien der US-Bank City National um knapp 19 Prozent in die Höhe. RBC will das Geldhaus für 5,4 Milliarden Dollar kaufen. Rund ein Fünftel an Wert verloren Papiere von Lands End. Bei dem auch in Deutschland aktiven Modehändler liefen die Geschäfte im Schlussquartal schlechter als erwartet.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von American Express mit einem Minus von rund vier Prozent. Der weltgrößte Kreditkartenkonzern streicht als Teil eines Restrukturierungsprogramms mehr als 4000 seiner fast 63.000 Stellen.

Die EZB will Bonds und Staatsanleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat aufkaufen. Begonnen werden soll damit im März, das Ende ist für September 2016 angepeilt. EZB-Chef Mario Draghi hielt sich offen, das Programm noch zu verlängern. „Mario Draghi hat geliefert, was er versprochen hat und sogar ein wenig mehr“, sagte Chefstratege Philippe Gijsels von BNP Paribas Fortis Global Markets. Am Vortag hatten Berichte über ein Volumen von monatlich 50 Milliarden Euro kursiert. „Mir fällt nur ein Wort ein: 'Wow'“, sagte NordLB-Analyst Fabian Gerlich.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 14/32 auf 103-4/32. Die Rendite stieg auf 1,899 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 25/32 auf 111-3/32 und rentierte mit 2,473 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit einer Umschichtung von Kapital aus den Bonds in die riskanteren Aktienmärkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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