Börse New York
Fed-Bernanke enttäuscht Wall Street, Dow dennoch im Plus

Die Wall Street schloss am Donnerstag uneinheitlich. Nach euphorischem Start verloren die Titel nach der Rede von Fed-Chef Bernanke an Schwung. Der Dow ging mit einem Plus aus dem Handel, der S&P beendete flach.
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New YorkUS-Notenbankchef Ben Bernanke hat die Spekulation auf weitere Konjunkturhilfen gebremst und damit die Freude der Wall Street über eine Zinssenkung in China gedämpft. Bernanke wollte sich im US-Kongress nicht auf weitere Geldspritzen festlegen und erklärte, Geldpolitik sei kein Allheilmittel.

Nur im Notfall will die US-Notenbank Federal Reserve die US-Wirtschaft zusätzlich mit Geld schmieren. Auch die Freude über eine erfolgreiche Emission spanischer Anleihen hielt nicht lange, denn die Ratingagentur Fitch senkte den Daumen über das Land.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,4 Prozent fester mit 12.460 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte das Barometer zwischen 12.416 und 12.555 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 blieb mit 1315 Zählern nahezu unverändert, der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,5 Prozent auf 2831 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,8 Prozent fester bei 6144 Punkten.

Im Kampf gegen eine Konjunkturflaute senkte Chinas Notenbank erstmals seit der Weltfinanzkrise vor vier Jahren den Leitzins, und zwar um einen Viertelprozentpunkt auf 6,31 Prozent. Die Aktien von US-Rohstoffkonzernen, die besonders viel in China absetzen, profitierten zunächst deutlich von der Zinssenkung. Im Handelsverlauf gaben sie diese Gewinne jedoch wieder vollständig ab, so dass Steel Corp 0,7 Prozent schwächer schlossen und Freeport-McMoRan Copper 0,2 Prozent.

Neue Daten zeigen, dass sich der Arbeitsmarkt in den USA weiter erholt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche erstmals seit April zurückgegangen. Auch in der Euro-Krise nahmen die Börsianer dank der spanischen Auktion etwas Entspannung war. Das gebeutelte Land lieh sich mehr als zwei Milliarden Euro zu zwar höheren, aber noch erträglichen Zinsen. Zudem sprachen Anleger von Anzeichen für Bewegung in der Krise. „Es sieht so aus, als ob Deutschland langsam seinen Widerstand gegen die Unterstützung von Ländern am Rande der Euro-Zone aufgibt“, erklärte Stephen Massoca von Wedbush Morgan.

Die Rating-Agentur Fitch senkte mitten im Handelsverlauf die Bonitätsnote Spaniens auf „BBB“ von zuvor „A“, ohne dadurch jedoch einen Kursrutsch auszulösen. Die Experten versahen die Bewertung zudem mit einem negativen Ausblick und signalisierten damit, dass eine weitere Verschlechterung droht. Das Land sei wegen seiner hohen Auslandsverschuldung besonders anfällig für eine Verschärfung der Schuldenkrise, erklärte Fitch. Zudem hieß es, Spaniens Banken könnten bis zu 100 Milliarden Euro benötigten. Das entspräche neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Zu den großen Verlierern gehörten Titel von Navistar, die nach der Meldung eines Verlustes um 14 Prozent abstürzten. Außerdem senkte der Lastwagen-Hersteller seine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr. Auch die Titel von Best Buy mussten Federn lassen, nachdem Gründer Richard Schulze die Elektronik-Kette verließ. Die Titel fielen rund ein Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,85 Milliarden Aktien den Besitzer. 1378 Werte legten zu, 1628 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,64 Milliarden Aktien 1015 im Plus, 1480 im Minus und 131 unverändert.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dieser Bernanke kann QE3 nicht verkünden. Da lügt er dieses mal gar nicht. QE3 und QE4 sind schon lange gelaufen! Natürlich ohne Ankündigung still und leise. So werden die Märkte manipuliert. Die Geldflut wird uns alle in extreme Schwierigkeiten bringen. Die Europäer drucken Geld als gäbe es kein Morgen - bald keinen Teuro mehr. Nur bei den Amis sind nicht nur Pleiteländer als Rettungspartner im Boot, sondern ein gewaltiges Militär steht zur Verfügung, welches Interessen überall auf der Welt durchsetzen kann.Weiters beherrschen sie den Rohstoffmarkt einerseits durch Manipulationen ihrer Großbanken andererseits ist das Militär überall präsent, wo es Öl und andere Rohstoffe zum einhamstern gibt.
    Also die AMIS werden später durch den gewaltigen Gelddruck über den Jordan gehen. Die Europäer werden gleich absaufen! Viel Spaß noch mit den Sparguthaben auf ihrer Bank - ähhh ich wollte sagen als Kredit in Griechenland, Spanien oder sonst wo versenkt!!!!!!!!!!!!!!!!

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