Börse New York
„Fed-Bonanza“ lässt den Dow klettern

Die US-Notenbank dreht den Geldhahn auf und die Anleger jubeln. Das 600 Milliarden Dollar schwere Hilfspaket der US-Notenbank für die angeschlagene Wirtschaft hat den amerikanischen Aktienmarkt angetrieben. Investoren steigen ein und Rohstofftitel sind besonders gefragt.
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HB NEW YORK. US-Aktien legen heute kräftig zu. Das 600 Milliarden Dollar schwere Hilfspaket der US-Notenbank für die angeschlagene Wirtschaft hat die New Yorker Börsen am Donnerstag beflügelt. "Die Fed hat das Richtige zur richtigen Zeit getan", sagte ein Analyst. "Der Markt hat ziemlich an Schwung gewonnen, so dass die Rally bis zum Jahresende anhalten könnte." Selbst ein unerwartet starker Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA konnte die positive Stimmung nicht trüben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss knapp zwei Prozent höher auf 11 435 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11 216 und 11 440 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte 1,9 Prozent auf 1221 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,5 Prozent auf 2577 Punkte. In Frankfurt schloss der Deutsche Aktienindex (Dax) 1,8 Prozent fester mit 6735 Punkten.

Weiteren Schwung gab auch die Nachricht, dass die Produktivität der US-Wirtschaft im dritten Quartal unerwartet stark stieg. Nach endgültigen Berechnungen stieg die Produktivität der US-Unternehmen auf das Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent nach einem Rückgang von 1,8 Prozent im Vorquartal. Im Bankensektor kam es im Schlussgeschäft zu einer Rally. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, die US-Notenbank werde starken US-Geldhäusern bald erlauben, die Dividenden anzuheben. Aktien der Bank of America kletterten um 5,3 Prozent.

Gefragt waren nach Bekanntgabe der Fed-Konjunkturhilfen vor allem Rohstoffwerte. Sie profitieren von Hoffnungen auf einen Anstieg der weltweiten Nachfrage. Zu den Gewinnern zählten beispielsweise Freeport McMoRan Copper and Gold. Die Aktie des Bergbauunternehmens sprang über sieben Prozent.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen zudem die Aktien von Target. Die Anteilsscheine des zweitgrößten Einzelhändlers in den USA verteuerten sich nach Vorlage der Umsatzzahlen für Oktober um 1,5 Prozent. Zu einer Kursplus von knapp 14 Prozent kam es bei den Dividendenpapieren von Zumiez, nachdem der auf Bekleidung spezialisierte Einzelhändler unerwartet hohe Umsatzerlöse ausgewiesen hatte.

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  • Geschätzte vier billionen Dollar wanderten während der Krise aus dem US-Aktienmarkt in den Geldmarkt. Wenn das Geld jetzt zurück fließt, kann dies zu einer längeren US-Hausse führen.

  • " Selbst ein unerwartet starker Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA konnte die positive Stimmung nicht trüben."

    Natürlich nicht.

    Die Entwicklung der Aktienkurse hat doch nur noch am Rande etwas mit der Nachfrageentwicklung nach Produkten, also: der Konjunktur zu tun...

    ... es geht Primär um eine inflationssichere Anlage.

    Die erklärt auch den Preisanstieg der Rohstoffe.
    (Gold ist heute mal eben um 4% gestiegen...)

    und woher kommt wohl der Produktivitätszuwachs?
    Richtig: die Unternehmen sitzen dann eben doch lieber auf neuen Maschinen als auf einem Haufen Dollars - welche tendenziell weniger Wert werden.Müssen.


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