Börse New York
Fed-Chefin bremst Euphorie an der Wall Street

Starke US-Banken-Zahlen konnten die Kurse nur kurz antreiben. Zwischenzeitlich schwang sich der Dow Jones auf einen neuen Rekord, schloss aber dann kaum verändert. Janet Yellen bremste die Euphorie.
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New YorkUS-Notenbankchefin Janet Yellen hat am Dienstag mit Äußerungen über eine hohe Bewertung einiger Branchen der Stimmung an den Börsen einen Dämpfer versetzt. "Ihre Bedenken mit Blick auf die Bewertung einiger Branchen stoßen vielen Investoren auf", sagte Portfoliomanager Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Zur weiteren Zinspolitik der Fed habe es indes kaum Neuigkeiten gegeben.

Die Bewertung von Social-Media- und Biotechnologie-Unternehmen erscheine hoch im historischen Vergleich, sagte Yellen. Bei einigen Anlageklassen gebe es Anzeichen, dass die Risikobereitschaft der Investoren gestiegen sei. Weitergehend äußerte sich die Fed-Chefin indes nicht. An der Wall Street büßten Facebook -Aktien mehr als ein Prozent an Wert ein. Die Anteilsscheine des Bewertungsportals Yelp ließen sogar knapp drei Prozent Federn.

Der Dow-Jones-Index gab nach den Yellen-Äußerungen seine zu Handelsbeginn erzielten Gewinne weitgehend wieder ab und schloss kaum verändert. Das Barometer der Standardwerte schloss 0,03 Prozent höher auf 17.060 Punkten. Dabei pendelte er zwischen 17.006 und 17.120 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,19 Prozent auf 1973 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss mit einem Verlust von 0,54 Prozent bei 4416 Stellen. Der Dax in Frankfurt verabschiedete sich mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 9719 Punkten aus dem Handel. "Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass sich die Fed zu bestimmten Branchen äußert, daher drücken die Aussagen auf die Kurse", sagte ein Marktstratege.

Quartalszahlen kamen von JPMorgan und Goldman Sachs. Beide Banken schlugen sich im zweiten Quartal deutlich besser als von Analysten erwartet. JPMorgan-Aktien verteuerten sich um 3,5 Prozent, Goldman-Papiere zogen um 1,3 Prozent an.

In der Tabakbranche übernimmt der "Camel"-Hersteller Reynolds für rund 25 Milliarden Dollar den Rivalen Lorillard. Lorillard-Aktien fielen um rund zehn Prozent, während Reynolds-Papiere um knapp sieben Prozent nachgaben. Knapp zehn Prozent nach oben ging es dagegen für die Aktien des Chemiekonzerns Rockwood. Der Rivale Albemarle hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 6,2 Milliarden Dollar vorgelegt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 730 Millionen Aktien den Besitzer. 1029 Werte legten zu, 1997 gaben nach und 151 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 749 im Plus, 1907 im Minus und 135 unverändert.

Die US-Kreditmärkte bewegten sich nach den Äußerungen Yellens nur in engen Spannen. Die zehnjährigen Staatsanleihen notierten zuletzt unverändert bei 99-18/32. Die Rendite betrug 2,5486 Prozent. Der 30-jährige Bond legte 1/32 auf 100-4/32 zu und rentierte mit 3,3673 Prozent. Händler interpretierten die Bemerkungen der Notenbankchefin dahingehend, dass die Leitzinsen nicht früher als erwartet erhöht werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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