Börse New York
Fed-Entscheid drückt den Dow

Die US-Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Nachdem die Märkte lange Zeit im Plus tendierten, reagierte der Leitindex Dow Jones empfindlich auf die Fortsetzung der Nullzinspolitik durch die Notenbank Fed. Dies überlagerte die positiven Impulse durch Konjunkturdaten und Banktitel. Der Marktbericht.
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HB NEW YORK. Die US-Börsen haben nach dem Festhalten der Notenbank Federal Reserve an der Nullzinspolitik uneinheitlich geschlossen. Der Dow Jones drehte ins Minus, nachdem die Notenbank am Mittwoch bekanntgegeben hatte, „für eine längere Zeit“ den Schlüsselzins in einem Korridor von null bis 0,25 Prozent zu halten. Händler sagten, die Entscheidung sei am Markt schon eingepreist gewesen; darüber hinaus habe es aber wenig Neues über die weitere Konjunkturentwicklung gegeben. Der Notenbank zufolge befindet sich die US-Wirtschaft nach ihrer schweren Rezession wieder leicht im Aufwind. Auch die Talfahrt am Arbeitsmarkt verlangsame sich.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 10 441 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 10 427 und 10 509 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 legte dagegen 0,1 Prozent auf 1109 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,3 Prozent auf 2206 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit 1,6 Prozent im Plus bei 5903 Punkten auf einem neuen Jahreshoch.

Neben der Entscheidung der US-Notenbank standen am Mittwoch vor allem Konjunkturdaten und Bankentitel im Fokus der Anleger und hatten lange Zeit für gute Stimmung gesorgt. So sind die US-Verbraucherpreise im November nach Angaben des Arbeitsministeriums im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent gestiegen. Dies dämpfte die Inflationssorgen, die am Dienstag wegen höherer Erzeugerpreise noch auf den Kursen gelastet hatten. Zudem verbesserte sich im November die Lage am Immobilienmarkt. Die Zahl der Baugenehmigungen für Eigenheime stieg nach Angaben des Handelsministeriums um sechs Prozent; aufs Jahr hochgerechnet lag die Zahl der genehmigten Anträge mit 584 000 so hoch wie seit November 2008 nicht mehr. Die Zahl ist ein Barometer für den zukünftigen Häuserbau und lag höher als von Volkswirten mit 570 000 erwartet.

Auf Unternehmensseite standen Banken im Blickpunkt. Kreisen zufolge zeichnet sich eine längere Schonfrist bei den schärferen Eigenkapitalforderungen für die Institute ab. So gewannen etwa Goldman Sachs-Titel 1,4 Prozent. Die Papiere von JP Morgan legten 1,2 Prozent zu.

Dagegen büßten die Aktien von Intel 2,1 Prozent ein. Die Kartellbehörde FTC wirft dem weltgrößten Chiphersteller Verstöße gegen die Wettbewerbsregeln vor und reichte eine Klage gegen Intel ein. Die Titel des Rivalen AMD kletterten daraufhin deutlich und gingen 3,7 Prozent höher aus dem Handel.

Unter Druck gerieten die Aktien des Mischkonzerns Honeywell, die 2,1 Prozent verloren. Der weltgrößte Hersteller von Cockpit-Elektronik rechnet für das kommende Jahr wegen der Kosten in Verbindung mit Pensionszahlungen mit einem Gewinneinbruch von 13 bis 21 Prozent. Auch den Aktien von Playboy Enterprises ging die Puste aus. Einem Bloomberg-Bericht zufolge sind die Gespräche des Männermagazins mit dem Kauf-Interessenten Iconix Brand Group geplatzt. Die Playboy-Papiere stürzten zehn Prozent ab.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,16 Mrd. Aktien den Besitzer. 1967 Werte legten zu, 1058 gaben nach und 113 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,02 Mrd. Aktien 1568 im Plus, 1128 im Minus und 128 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen 98-02/32. Sie rentierten mit 3,609 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken auf 97-14/32 und hatten eine Rendite von 4,531 Prozent.

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