Börse New York
Fed-Entscheid sorgt für Auftrieb an US-Börsen

Die US-Notenbank Federal Reserve hebt den Leitzins an. An den US-Börsen kommt es in der Folge der Entscheidung zu Kursgewinnen. Leittragende der eher gemäßigten Erklärung sind Finanztitel. Auch der Dollar büßt ein.
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New YorkDie Aussicht auf moderate Zinserhöhungen in diesem Jahr hat der Wall Street am Mittwoch zu Kursgewinnen verholfen. Der Dollar dagegen büßte zu Euro wie Yen an Wert ein. Die US-Notenbank (Fed) hob den Leitzins erwartungsgemäß um 0,25 Punkte auf 0,75 bis 1,00 Prozent an. Außerdem signalisierte sie zwei weitere Erhöhungen in diesem Jahr.

An den Märkten hatte es zuvor Spekulationen gegeben, dass die Fed noch drei solcher Schritte andeuten könnte. In ihrer Mitteilung habe sich die Notenbank etwas weniger aggressiv gezeigt als erwartet, sagte Anlagestratege John Canally vom Wertpapierhändler LPL Financial.

Börsianern zufolge wurden die Märkte gut darauf vorbereitet, dass die Fed ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte straffte. „Die Wirtschaft läuft so gut, dass sie der Stimulierung durch Niedrigzinsen immer weniger bedarf“, kommentierte Dr. Martin Moryson, Chefvolkswirt der Privatbank Sal. Oppenheim, den mittlerweile dritten Zinsschritt seit der Finanzkrise.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent höher aus dem Handel mit 20.950 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,8 Prozent auf 2385 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,7 Prozent auf 5900 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax schloss 0,2 Prozent fester bei knapp 12.010 Punkten.

Der Zinsentscheid in den USA machte am Mittwoch den Auftakt für weitere geldpolitische Entscheidungen am Donnerstag in Japan, der Schweiz und Großbritannien. Ein zentrales Thema an den Finanzmärkten war auch die Wahl in den Niederlanden, wo die Wahllokale zeitgleich mit der Schlussglocke an der Wall Street ihre Türen schlossen.

Dass sich die befürchtete Erhöhung des Straffungstempos nicht bewahrheitete, sorgte bei zinsempfindlichen Aktien für Rückenwind. Der Teilindex der im S&P-500-Index gelisteten Versorger baute seine Gewinne im Späthandel bis auf 1,64 Prozent aus. Auch Immobilienwerte waren gefragt. Leidtragende der eher gemäßigten Fed-Erklärung waren Finanztitel, die im Schnitt um 0,1 Prozent sanken. Banken profitieren in der Regel von Zinsanhebungen. Titel von Goldman Sachs etwa fielen im Dow um 0,38 Prozent.

Die Kurse von Ölfirmen wie Exxon legten hingegen zu, was Händler auf die Erholung des Ölpreises zurückführten. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte zuvor erklärt, sollten die Opec-Länder ihre Pläne zur Förder-Kürzung weiter umsetzen, könnte es zu Engpässen bei der Ölversorgung in der ersten Jahreshälfte 2017 kommen.

Twitter rutschten um 1,9 Prozent ab, nachdem Dutzende Konten des Kurznachrichtendienstes gehackt und zur Verbreitung von Nazi-Symbolen genutzt worden waren- Außerdem stand dort auf türkisch der Satz: „Wir sehen uns am 16. April wieder.“ An diesem Datum stimmen die Türken über eine Verfassungsreform ab, mit der Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Macht ausbauen will.

Unter Indexanbietern sorgten Übernahmegerüchte für Aufsehen. Die Aktien von MSCI wurden zeitweise vom Handel ausgesetzt, nachdem es in Medienberichten hieß, dass Konkurrent S&P Global ein Gebot abgegeben habe. Nach einem frühen Kurssprung um mehr als 13 Prozent auf ein Rekordhoch bei 109 Dollar pendelten sie sich bei einem deutlich kleineren Plus von rund 3 Prozent ein, nachdem MSCI den Erhalt einer Offerte zurückwies. S&P Global schlossen mit 1,4 Prozent im Minus.

Ansonsten standen am ehesten noch Analystenkommentare im Blickfeld. Für die Netflix-Titel ging es nach einer positiven Stimme um 1,44 Prozent hoch. Eine Umfrage in den wichtigen Märkten Deutschland und Indien habe bessere Wachstumsaussichten ergeben als bisher erwartet, schrieb John Janedis vom Analysehaus Jefferies. Er gab daher seine bisherige Verkaufsempfehlung für die Aktie des Streaming-Anbieters auf.

An der New Yorker Börse wechselten rund 0,91 Milliarden Aktien den Besitzer. 2628 Werte legten zu, 384 gaben nach und 84 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1.91 Milliarden Aktien 1987 im Plus, 870 im Minus und 205 unverändert.

Dass die Fed keine Beschleunigung ihrer Zinsanhebungen in Aussicht stellte, trieb auch die Kurse der US-Staatsanleihen an. Die zehnjährigen Papiere gewannen 25/32 auf 97-25/32. Sie rentierten mit 2,50 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 1-02/32 auf 97-23/32 und hatten eine Rendite von 3,12 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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