Börse New York
Fed hilft den US-Börsen

Die US-Notenbank hält nach wie vor an ihrem Plan fest, das Anleihekaufprogramm nur schrittweise bis Ende des Jahres reduzieren zu wollen. Den Anleger reicht das schon. Sie schieben die US-Börsen leicht ins Plus.
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New YorkÄußerungen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke haben die Wall Street am Mittwoch gestützt. Er bekräftigte im US-Repräsentantenhaus, dass die Federal Reserve in nächster Zeit keine geldpolitische Wende plane. Die Finanzmärkte schauen genau auf Hinweise auf den Beginn des Ausstiegs aus der expansiven Geldpolitik und hatten zuletzt auf Andeutungen von Notenbankern mit heftigen Ausschlägen reagiert. Am Mittwoch erschienen die Händler beruhigt von Bernankes Worten: "Immer wenn es Schwierigkeiten gibt, tritt die Fed auf den Plan und rettet den Markt", sagte Dennis Dick von Bright Trading. In ihrem Konjunkturbericht Beige Book unterstrich die Fed, dass sich die US-Wirtschaft weiter in einem moderaten Tempo erhole.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 15.502 und einem Tief von 15.438 Punkten. Er ging mit einem Plus von 0,1 Prozent auf einem Stand von 15.470 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,3 Prozent auf 1680 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,3 Prozent auf 3610 Stellen vor. In Frankfurt zog der Dax bei geringen Umsätzen 0,7 Prozent auf 8254 Punkte an.

Bernanke sagte: "Es ist unsere Zielsetzung, die Geldpolitik für die vorhersehbare Zukunft konjunkturstimulierend zu lassen." Der Grund dafür sei, dass die Teuerungsrate unter der Zielmarke der Fed liege und die Arbeitslosigkeit immer noch ziemlich hoch sei. Der Leitzins liegt bei rekordniedrigen 0 bis 0,25 Prozent. Zudem kauft die Fed Monat für Monat für 85 Milliarden Dollar Staats- und Immobilienanleihen und pumpt auf diese Weise frisches Geld in den Wirtschaftskreislauf.

Hinweise auf eine Kursänderung hatte zuletzt zu Turbulenzen an den Märkten geführt, doch allmählich scheinen sich die Anleger mit dem Fed-Zeitplan abzufinden - auch in Europa.

In New York standen Bank of America und Yahoo im Fokus des Börsengeschehens. Für das US-Geldhaus macht sich der harte Sparkurs bezahlt. Im zweiten Quartal lag der Nettogewinn bei 3,57 Milliarden Dollar und damit 70 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Aktie stieg um 2,8 Prozent.

Beim Internetkonzern Yahoo lässt die Trendwende hingegen weiter auf sich warten. Yahoo senkte nach einem Einbruch bei den Anzeigenpreisen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Im abgelaufenen Quartal gingen die Erlöse leicht zurück. Anleger waren trotzdem alles andere als enttäuscht, da Yahoo vom Erfolg des chinesischen Internetkonzerns Alibaba profitiert, an dem die Amerikaner beteiligt sind. Die Aktie gewann mehr als zehn Prozent.

Schlechter als erwartet verlief das vergangene Quartal für den weltgrößten Spielzeughersteller Mattel. Erneut verkaufte Mattel weniger Barbie-Puppen. Die Aktie rutschte fast sieben Prozent ab.

American-Express-Papiere verbilligten sich um 1,9 Prozent. Der Konzern litt unter der Ankündigung der EU-Kommission, die Gebühren für Kreditkarten zu deckeln.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 675 Millionen Aktien den Besitzer. 1947 Werte legten zu, 1018 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,5 Milliarden Aktien 1467 Titel im Plus, 1020 im Minus und 107 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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