Börse New York
Fed-Protokolle sorgen für Verluste an der Wall Street

Im frühen Handel trieben unerwartet starke Arbeitsmarktzahlen die Kurse noch an. Doch die Stimmung auf dem Parkett änderte sich mit den Fed-Protokollen der März-Sitzung. Die US-Börsen schlossen leicht im Minus.
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New YorkDie US-Börsen haben belastet von den Zinsprotokollen der US-Notenbank am Mittwoch mit leichten Abschlägen geschlossen. Die Federal Reserve will noch dieses Jahr mit dem Abschmelzen ihrer billionenschweren Bilanz beginnen. Bei entsprechend günstiger Konjunktur halten die meisten Währungshüter einen solchen Schritt im „späteren Jahresverlauf“ für angemessen, wie aus den Protokollen der Notenbanksitzung von Mitte März hervorgeht.

Bei diesem Treffen hatten sie den Leitzins auf 0,75 bis 1,0 Prozent erhöht. Angesichts der rund laufenden Wirtschaft will die Fed schrittweise nachlegen. Laut der aktuellen Sprachregelung müssen Zinserhöhungen zunächst „voll im Gang sein“, bevor die Notenbank den Abbau des in der Krise ausgeweiteten Wertpapier-Portfolios in Angriff nehmen kann.

Ein Händler sagte, dass aus dem Markt ein wenig Optimismus angesichts der zusätzlichen Hinweise auf ein Anziehen der Geldpolitik gewichen sei. Vor allem Bankenwerte kamen unter die Räder. Der S&P für Finanzwerte gab 0,7 Prozent nach. Die Wall-Street-Banken hatten nicht vor Mitte 2018 mit einem Bilanzabbau der Fed gerechnet.

Im frühen Handel hatten noch unerwartet starke Arbeitsmarktzahlen die US-Börsen angeschoben. Die US-Firmen schufen im März 263.000 neue Jobs, wie der Arbeitsvermittler ADP unter Berufung auf seine Umfrage unter Privatunternehmen mitteilte. Von Reuters befragte Fachleute hatten nur mit 187.000 gerechnet. Die Zahlen unterstreichen die gute Verfassung der US-Wirtschaft.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 20.648 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 2352 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 5864 Stellen. Im Handelsverlauf hatte das Marktbarometer ein neues Rekordhoch bei 5936 Punkten markiert.

Besondere Aufmerksamkeit zogen die Aktien von Panera Bread auf sich, die um 14,21 Prozent auf knapp 313 Dollar hochsprangen. Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann will über ihre Finanzholding JAB die Bäckereikette für 7,5 Milliarden Dollar inklusive Verbindlichkeiten übernehmen. Der Preis je Aktie beträgt 315 Dollar in bar. Übernahmespekulationen hatten die Panera-Papiere bereits zu Wochenbeginn angetrieben.

Monsanto-Anteilsscheine gewannen 0,49 Prozent dazu. Vor der Rekordübernahme durch Bayer blickt der Agrarkonzern mit etwas mehr Zuversicht auf das laufende Geschäftsjahr. Den Gewinn je Aktie erwartet der Konzern im noch bis Ende August laufenden Geschäftsjahr nun am oberen Ende der bisher angegebenen Spanne.

Walgreens-Aktien verbilligten sich um 1,6 Prozent. Die Drogeriekette hatte zuvor einen unerwarteten Umsatzrückgang bekanntgegeben.

Staples-Aktien bauten ihre Vortagesgewinne weiter aus und stiegen um 2,63 Prozent. Bereits am Vortag hatte die Aussicht auf einen Verkauf der Büroartikelkette an Finanzinvestoren für ein Kursplus von fast 10 Prozent gesorgt. Ein Artikel im „Wall Street Journal“ war der Auslöser gewesen.

Aus Furcht vor einem handfesten Handelsstreit zwischen den USA und China scheuten Investoren erneut davor zurück, den Dax auf ein Rekordhoch zu hieven. Er fiel am Mittwoch bei dünnen Umsätzen um 0,5 Prozent auf 12.217 Punkte und lag damit etwa 170 Zähler unter seiner Bestmarke aus dem April 2015.

Der Eurokurs zeigte sich im US-Handel nach einer kleinen Berg- und Talfahrt bei 1,0671 Dollar wenig verändert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0678 (Dienstag: 1,0651) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9365 (0,9389) Euro.

Der EuroStoxx50 gab 0,3 Prozent auf 3472 Stellen nach. Am Donnerstag treffen sich US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Kollege Xi Jinping. Trump wirft China vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um die eigene Exportwirtschaft zu stärken.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 940 Millionen Aktien den Besitzer. 999 Werte legten zu, 1931 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,19 Milliarden Aktien 790 im Plus, 2063 im Minus und 213 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten nach den Fed-Protokollen leicht zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 5/32 auf 99-9/32. Die Rendite sank auf 2,3319 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 8/32 auf 100-13/32 und rentierte mit 2,9792 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was schreibt der Finken-Prophet seit Wochen, die USA gewinnt und die EU verliert.
    Wir Finken gewinnen immer Ha Ha Ha

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