Börse New York
Fed und Microsoft feuern Wall Street an

Neue Hoffnungen auf eine anhaltende Geldschwemme ließen den Dow mit Rekordwerten flirten. Die Aussicht auf eine neue Spitze für den Microsoft gab der Aktie Auftrieb - doch der Nasdaq gab nach, und Tesla litt weiter.
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New YorkHoffnungen auf unverminderte Konjunkturhilfen der US-Notenbank und starke Konjunkturdaten aus Europa haben den Standardwerten der Wall Street am Mittwoch Auftrieb gegeben. Zudem zog ein kräftiger Kursanstieg bei Microsoft den Index S&P nach oben. Grund war eine Reuters-Meldung, wonach der Software-Konzern bei der Suche nach einem neuen Firmenchef offenbar vorankommt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent fester bei 15.746 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 15.628 und 15.750 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,4 Prozent auf 1770 Punkte und lag damit nur knapp unter seinem Allzeithoch. Der Index der tech-lastigen Nasdaq gab indes 0,2 Prozent ab auf 3931 Stellen. Der Deutsche Aktienindex in Frankfurt schloss 0,35 Prozent fester mit 9040 Punkten und damit so hoch wie nie zuvor in seiner Geschichte.

Im Hin und Her bei der Frage, wann die US-Notenbank wohl mit dem Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes beginnen wird, gab es am Mittwoch Auftrieb für jene Anleger, die auf einen eher späteren Schritt setzen. Grund dafür waren Aussagen des Fed-Chefs von San Francisco, John Williams. Er sprach sich dafür aus, dass die Notenbank noch abwartet, bevor sie ihre massiven Wertpapierkäufe zurückfährt. Zunächst seien stärkere Hinweise für einen Aufschwung erforderlich, sagte er.

Weil der jüngste US-Haushaltsstreit der Konjunktur einen Dämpfer versetzt haben könnte, gehen viele Börsianer ohnehin davon aus, dass die Fed erst Anfang 2014 mit der Drosselung ihrer Anleihenkäufe beginnen wird. Ermutigende Wirtschaftsdaten hatten zuletzt aber auch Argumente für eine andere Sichtweise geliefert.

Aus Deutschland kamen am Mittwoch starke Konjunkturdaten, die nach Angaben von US-Händlern auch die Wall Street stützten. Die deutsche Industrie verzeichnete im September ein kräftiges Auftragsplus, was Hoffnungen auf mehr Investitionen schürte.

Unter den US-Einzelwerten standen Tesla-Aktien mit einem Abschlag von 14,5 Prozent im Fokus. Der Elektroauto-Pionier enttäuschte mit seinem Geschäftsausblick. Tesla kommt trotz eines Absatzrekords wegen Akku-Lieferproblemen mit der Produktion nicht hinterher.

Microsoft -Titel zogen dagegen um 4,2 Prozent an und stiegen auf den höchsten Stand seit rund zwölf Jahren. Der Kreis der Kandidaten für die Nachfolge von Konzernchef Steve Ballmer wird immer kleiner. Inzwischen seien nur noch eine Handvoll externe und mindestens drei interne Anwärter auf der Liste, wie Reuters von Insidern erfuhr.

Amtsinhaber und Bill-Gates-Nachfolger Steve Ballmer hatte nach über 13 Jahren an der Spitze im August seinen Rückzug binnen zwölf Monaten angekündigt.

Die Aktien des Medienkonzerns 21st Century Fox von Rupert Murdoch gaben 0,50 Prozent ab. Unter anderem wegen Startkosten zweier neuer Fernsehsender war der Gewinn im ersten Geschäftsquartal gefallen. Branchenkollege Time Warner hatte in seinem dritten Jahresviertel beinahe anderthalb mal so viel wie im Vorjahreszeitraum verdient. Die Aktien gaben dennoch 0,79 Prozent ab. Der Umsatz hatte insgesamt stagniert. Für die Papiere von Abercrombie & Fitch ging es 13,52 Prozent nach unten. Die Modefirma macht nach konzernweit schwachen Verkäufen die Läden ihrer Tochter Gilly Hicks dicht. Im gerade abgeschlossenen Geschäftsquartal war der Umsatz des Konzerns um zwölf Prozent geschrumpft.

Ein starkes Börsendebüt gab es für den Internetsicherheits-Anbieter Barracuda Networks. Die Aktien legten zum Ausgabepreis von 18 Dollar ein Fünftel an Wert zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,7 Milliarden Aktien den Besitzer. 1583 Werte legten zu, 1391 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Milliarden Aktien 1221 im Plus, 1321 im Minus und 107 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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