Börse New York
Fed und US-Arbeitsmarkt belasten Wall Street

Die Entscheidung der US-Notenbank Fed keine weiteren Konjunkturhilfen bereitzustellen haben die US-Aktienmärkte gedämpft. Nur die Einigung auf ein Griechenland-Sparpaket sorgt für etwas Erleichterung
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New YorkDie Furcht vor einer anhaltenden Schwächephase der US-Wirtschaft hat der Wall Street am Donnerstag überwiegend Verluste eingebrockt. Den Börsianern drückten noch immer die skeptischen Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke aufs Gemüt - dieser hatte am Mittwoch vor einer schleppenden Erholung gewarnt, ohne gleichzeitig neue Unterstützung durch die Notenbank in Aussicht zu stellen. Kurz vor Handelsschluss sorgte jedoch die Nachricht für etwas Erleichterung, dass sich die griechische Regierung mit IWF und EU auf ein neues Sparpaket geeinigt hat - dadurch schaffte es die Technologiebörse Nasdaq sogar ins Plus. 

In die pessimistische Grundstimmung fügten sich schwache Arbeitsmarktdaten sowie die Ankündigung der Internationalen Energie-Agentur (IEA), zur Unterstützung der Konjunktur strategische Ölreserven anzuzapfen. Dies weckte Sorgen, dass es um die Weltwirtschaft schlechter steht als bislang angenommen. Zudem zog die davon verursachte Talfahrt des Ölpreises die Aktien von Energieunternehmen mit in die Tiefe. 

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent schwächer auf 12.050 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,3 Prozent auf 1283 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq dagegen kletterte 0,7 Prozent auf 2686 Stellen. In Frankfurt war der Dax mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 7149 Punkten aus dem Handel gegangen. 

Trotz unsicherer Konjunktur-Aussichten kappt die Federal Reserve ihre Milliardenhilfen für die kränkelnde Wirtschaft. Wie die Notenbank am Mittwoch bekanntgab, läuft das 600 Milliarden Dollar schwere Staatsanleihen-Aufkaufprogramm wie geplant Ende Juni aus. Wegen der bislang enttäuschend ausgefallenen wirtschaftlichen Erholung senkte die Fed zudem ihren Konjunkturausblick für dieses Jahr. 

Daten vom Arbeitsmarkt unterstrichen am Donnerstag die trüben Aussichten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der Woche zum 18. Juni auf 429.000. Analysten hatten lediglich mit 415.000 gerechnet. „Die Erstanträge haben hier Öl ins Feuer geschüttet“, sagte Frank Lesh, Analyst und Händler bei FuturePath Trading. „Der Aktienmarkt ist zu dem Schluss gekommen, dass die Abschwächung deutlicher ausfällt als erwartet - wir befinden uns nicht nur in einer kurzen Schwächephase, sondern in einer längerfristigen Flaute“, sagte James Dailey von Team Asset Strategy Funds. 

Der Preisverfall beim Öl beutelte die Aktien der gesamten US-Energiebranche: Der Teilindex für diese Industrie fiel um 1,2 Prozent. Zu den größten Verlierern im Dow-Jones-Index gehörten demnach Chevron und Exxon mit einem Minus von jeweils fast zwei Prozent. 

Auf der Gewinnerseite stachen die Papiere von Bristol-Myers Squibb hervor: Der Pharmakonzern meldete Erfolge mit einem Schlaganfall-Medikament. Die Aktien kletterten daraufhin um fast sechs Prozent. Pfizer-Papiere legten rund zwei Prozent zu. Der Konzern hatte das Mittel zusammen mit Bristol-Myers Squibb entwickelt. Für die deutsche Bayer ist der Erfolg der US-Konkurrenz ein herber Rückschlag - deshalb fielen die Titel des deutschen Pharmakonzerns in Frankfurt um mehr als sechs Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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