Börse New York
Finanzwerte belasten den Dow

Abschläge bei Finanzwerten haben die US-Börsen am Donnerstag ins Minus gedrückt. Die Anleger befürchteten, dass wegen einer staatlichen Untersuchung zu den Geschäftspraktiken von Banken bei Zwangsversteigerungen überschuldeter Immobilien neue Milliardenbelastungen auf die Geldhäuser zukommen könnten.
  • 0

HB NEW YORK. Die Furcht vor neuen Milliardenbelastungen bei den Banken hat die Stimmung an den US-Börsen am Donnerstag gedrückt. Anleger sorgten sich, das eine landesweite Untersuchung zu den Geschäftspraktiken bei Zwangsversteigerungen von Immobilien Löcher in die Bilanzen der Geldhäuser reißen könnte. Zudem hielten sich viele Investoren vor den nach Börsenschluss vermeldeten Quartalszahlen der Technologieschwergewichte Google und AMD zurück. Unterstützung erhielt der Markt vom anhaltend schwachen Dollar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte machte zum Handelsende seine leichten Verluste aus dem Tagesverlauf wieder wett und schloss nahezu unverändert bei 11 094 Punkten. Zuvor war zwischen 11 112 und 11 023 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,4 Prozent auf 1173 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,2 Prozent auf Punkte 2435 Punkte nach. Der deutsche Leitindex Dax ging dagegen in Frankfurt mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 6455 Punkte und damit dem höchsten Schluss-Stand seit Anfang September 2008 aus dem Handel.

Am Mittwoch hatten alle 50 Bundesstaaten beschlossen, die Bankenpraktiken bei der Zwangsversteigerung von Häusern zu untersuchen. Einige Kreditinstitute sollen die Verfahren mit fragwürdigen Mitteln verkürzt haben. „Die Frage der Zwangsversteigerungen wird uns solange beschäftigen, bis die Talsohle am kriselnden Immobilienmarkt erreicht ist“, sagte Analyst Jeffrey Friedman von Lind-Waldock. „Derzeit wissen wir noch nicht, welche Belastungen auf die Banken zukommen.“ Der Banken-Index KBW verlor 2,6 Prozent. Die Papiere des Branchenprimus' Bank of America rutschten gut fünf Prozent ab. Die Aktien des Rivalen Citigroup fielen um 4,5 Prozent, die Titel von JPMorgan gaben 2,8 Prozent nach.

Hilfe erhielten die Kurse von der Dollar-Schwäche, die amerikanische Produkte auf dem Weltmarkt verbilligt. Angesichts der erwarteten Fortsetzung der Politik des billigen Geldes durch die Notenbank Federal Reserve sank der Dollar-Index auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2009. Für Enttäuschung sorgten wiederum Daten vom Arbeitsmarkt, die schlechter als erwartet ausfielen und die Sorgen um die Konjunkturerholung schürten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der Woche zum 9. Oktober unerwartet stark auf 462 000. Analysten hatten lediglich mit 445 000 gerechnet.

Auf den Kaufzetteln der Händler standen die Papiere von Yahoo: Mehrere Kapitalgesellschaften sollen auf Medienkonzerne zugegangen sein, um ein Interesse an Yahoo zu erkunden. Wegen der Gerüchte waren Yahoo-Aktien stark gefragt: Das Papier notierte 4,5 Prozent im Plus. Kreisen zufolge kontaktierten die Private-Equity-Gesellschaften unter anderen News Corp und AOL, um ein mögliches Interesse zu erkunden.

Von den Quartalszahlen von des Internetriesen Google und des Chipherstellers AMD erhoffen sich die Anleger Aufschluss darüber, ob die Erholung in der Technologiebranche anhält. Google-Aktien notierten rund ein Prozent schwächer, die von AMD knapp zwei Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,11 Mrd. Aktien den Besitzer. 1203 Werte legten zu, 1773 gaben nach und 128 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,02 Mrd. Aktien 1202 im Plus, 1423 im Minus und 121 unverändert. An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen 22/32 auf 100-31/32. Sie rentierten mit 2,513 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 52/32 auf 99-07/32 nach und hatten eine Rendite von 3,919 Prozent.

Kommentare zu " Börse New York: Finanzwerte belasten den Dow"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%