Börse New York
Finanzwerte und niedrigere Ölpreise belasten die Wall Street

Die Milliardenforderung des US-Justizministeriums an die Deutsche Bank hat für Kursverluste bei Finanzwerten und schlechte Stimmung an der Wall Street gesorgt. Auch US-Konkurrenten kamen dabei unter die Räder.

New YorkKursverluste bei Finanzwerten wegen der drohenden Mega-Strafe für die Deutsche Bank haben zum Wochenschluss die Wall Street belastet. Das US-Justizministerium will von Deutschlands größtem Geldhaus als Wiedergutmachung für Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt 14 Milliarden Dollar. Dadurch kamen nicht nur Deutsche-Bank-Aktien unter die Räder, sondern auch die Titel der US-Konkurrenten Goldman Sachs und JPMorgan. Auf die Stimmung drückte zudem der niedrigere Ölpreis und die Nervosität vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,5 Prozent auf 18.123 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,38 Prozent auf 2139 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 5244 Punkte nach. Am Aktienmarkt stach Oracle mit einem Kursrutsch von 4,75 Prozent negativ heraus. Trotz eines Umsatz- und Ergebnisanstiegs im vergangenen Quartal hatte der Softwarekonzern die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Die Anteilsscheine von Apple zollten derweil ihrem jüngsten Höhenflug Tribut: Zum Schluss notierten sie 0,56 Prozent im Minus. Mit dem Verkaufsstart des neuen iPhone 7 ging der Aktie der Schwung aus, für den zuletzt positive Meldungen zu den Vorbestellungen gesorgt hatten. Bei Exxon ging es 1,2 Prozent nach unten. Die Behörden des Bundesstaates New York prüfen einem Insider zufolge, warum der Energiekonzern trotz des Einbruchs beim Ölpreis keine Abschreibungen vorgenommen hat.

In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 1,5 Prozent auf 10.276 Punkten aus dem Handel. Das war der tiefste Stand seit Anfang August. Auf Wochensicht beliefen sich die Verluste auf 2,8 Prozent. Der EuroStoxx50 verabschiedete sich mit einem Abschlag von 1,3 Prozent auf 2935 Zähler ins Wochenende. Die drohende Strafe für die Deutsche Bank machte die Anleger nervös. Sie warfen die Titel des größten deutschen Geldhauses in hohem Bogen aus ihren Depots und lösten einen Kurssturz von 8,5 Prozent aus. Auch andere Finanzwerte rauschten in die Tiefe.

Dagegen gehörten die Anteilsscheine von Intel mit einem Plus von 2,3 Prozent zu den Gewinnern. Der Chipkonzern hob seine Prognose für das dritte Quartal an, weil die Nachfrage nach PCs gestiegen ist.

In der Aussicht auf einen Bieterwettkampf haben sich Anleger mit Aktien des US-Pharmakonzerns Depomed eingedeckt. Die Papiere sprangen um 13 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen stellte sich Insidern zufolge selbst zum Verkauf und kam damit dem Druck des aktivistischen Investors Starboard Value nach, der sich im April bei dem Schmerzmittel-Produzenten mit zehn Prozent eingekauft hatte.

An den Devisenmärkten flammten Zinsspekulationen wieder auf, nachdem die US-Verbraucherpreise im August stärker gestiegen waren als Volkswirte erwartet hatten. Sie legten 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Der Dollar baute daraufhin seine Gewinne deutlich aus, der Euro verbilligte sich im Gegenzug um fast einen US-Cent auf 1,1155 Dollar. Kaum ein Börsianer rechnet jedoch damit, dass die US-Notenbank Fed bereits bei ihrer nächsten Sitzung kommenden Mittwoch die Zinsen anhebt. Für Dezember ist die Wahrscheinlichkeit an den Terminmärkten aber gestiegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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