Börse New York: Furcht vor Krise in Schwellenländern drückt Wall Street

Börse New York
Furcht vor Krise in Schwellenländern drückt Wall Street

Das Kursplus von Donnerstag ist wieder abgebaut. Die New Yorker Wall Street verabschiedete sich mit einem Minus ins Wochenende. Bei den Einzelwerten enttäuschte Mattel - auch Amazon musste Federn lassen.
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New York Die Furcht vor einer tiefgreifenden Schwellenländer-Krise hat die US-Aktienbörsen am Freitag ins Minus gedrückt. Die Abwertung vieler Währungen von Schwellenländern setzte sich fort. Sie erleben derzeit einen massiven Kapitalabfluss, weil die Straffung der US-Geldpolitik Investitionen in den Vereinigten Staaten wieder attraktiver macht. "Die Turbulenzen in den Schwellenländern erweisen sich als hartnäckiger Belastungsfaktor", sagte LBBW-Analyst Berndt Fernow. "Wichtig ist jetzt, dass die gesamte Weltkonjunktur nicht den Faden der Erholung verliert und ins Straucheln gerät", ergänzte sein Kollege Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent tiefer auf 15.698 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 1782 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ließ 0,5 Prozent auf 4103 Punkte Federn. Im Wochenvergleich ermäßigte sich der Dow um 1,1 Prozent, der S&P um 0,4 Prozent und der Nasdaq um 0,6 Prozent.

In Deutschland rutschte der Dax um bis zu 2,2 Prozent auf 9166 Zähler ab. Aus dem Handel ging er noch 0,7 Prozent schwächer bei 9306 Punkten. Seit Jahresbeginn kommt der Dax auf ein Minus von 2,6 Prozent. Der EuroStoxx50 verlor zum Wochenschluss 0,3 Prozent.

Bei den Einzelwerten gehörten die Aktien des weltweit größten Spielwarenherstellers Mattel mit einem Abschlag von gut zwölf Prozent zu den größten Verlierern. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft setze dem Barbie-Hersteller zu. Auch Amazon ging zu Weihnachten die Puste aus. Das Geschäft wuchs weniger stark als noch im Sommer. Die Aktien verloren knapp elf Prozent.

Dagegen gewannen die Anteilsscheine von Google vier Prozent an Wert. Sprudelnde Werbe-Einnahmen füllten die Kassen der Internet-Suchmaschine. Höhere Verluste bei der Handy-Tochter, die demnächst an den chinesischen Computer-Hersteller Lenovo geht, konnten dem Konzern nichts anhaben.

Die Papiere des Internet-Spieleerfinders Zynga sprangen 24 Prozent in die Höhe. Um die Pipeline wieder aufzufüllen, kauft Zynga den Rivalen NaturalMotion für 527 Millionen Dollar. Zudem kündigte die Firma an, aus Kostengründen 15 Prozent der Stellen zu streichen.

Die Kauflaune der US-Konsumenten trübte sich im Januar etwas ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank nach endgültigen Berechnungen auf 81,2 Punkte, nach 82,5 Zählern im Dezember. Ökonomen hatten mit 81,0 Punkten gerechnet. Ende 2013 war die US-Wirtschaft dank der Konsumlaune der Verbraucher kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt war von Oktober bis Dezember mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent gewachsen. Impulse kamen vor allem vom privaten Konsum.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 950 Millionen Aktien den Besitzer. 1123 Werte legten zu, 1894 gaben nach und 157 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,26 Milliarden Aktien 769 im Plus, 1835 im Minus und 123 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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