Börse New York
Fusionen stützen, Japan bremst

Japans Wirtschaft sorgte für einen kleinen Schock unter Anlegern. Experten sehen allerdings keine große Trendumkehr für den Markt. Für Kurssprünge sorgen Mega-Übernahmen in der Öl- und Pharmaindustrie.
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New YorkDie überraschende Rezession in Japan hat zu Wochenbeginn auch die Wall Street belastet. Die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft schrumpfte im dritten Quartal um 0,4 Prozent. Experten hatten einen Zuwachs von 0,5 Prozent vorhergesagt. Japan habe die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt, sagten Experten. Großfusionen in der Pharma- und Energiebranche konnten dagegen etwas die Kauflust der New Yorker Anleger wecken.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 17.675 und einem Tief von 17.606 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 17.647 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich ebenfalls um 0,1 Prozent und ging mit 2041 Punkten aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,4 Prozent auf 4671 Stellen. In Frankfurt beendete der Dax den Tag 0,6 Prozent fester auf einem Stand von 9306 Stellen.

Für Auftrieb sorgten auch Hoffnungen der Anleger auf eine weitere Öffnung der Geldschleusen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Auslöser waren Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi. Er hatte vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments erklärt, die Maßnahmen der EZB könnten auch den Ankauf von Staatsanleihen umfassen.

Auch die US-Börsen wurden von Draghis Bemerkungen gestützt. Außerdem brachten die Fusionspläne großer Konzerne Bewegung in den Markt: Der Kurs des Öldienstleisters Baker Hughes schoss fast neun Prozent in die Höhe. Das Unternehmen soll für knapp 35 Milliarden vom größeren Rivalen Halliburton gekauft werden. Dessen Kurs rutschte zehn Prozent ab.

Eine andere Großübernahme wurde in der Pharmabranche beschlossen: Der US-Konzern Actavis will den Botox-Hersteller Allergan für 66 Milliarden Dollar schlucken. Allergan-Titel zogen 5,3 Prozent an. Actavis-Aktien gewannen 1,7 Prozent.

Nachlassende Spekulationen auf eine Übernahme durch den Spielwaren-Hersteller Hasbro schickten DreamWorks auf Talfahrt. Die Aktien des Spezialisten für Animationsfilme, der unter anderem "Shrek", "Madagascar" oder "Kung-Fu Panda" produziert hat, sackten gut 14 Prozent ab. Einem Insider zufolge sind Meinungsverschiedenheiten über die Struktur des künftigen Konzerns eine Hürde auf dem Weg zu einer Einigung. Hasbro-Papiere gewannen 4,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 693 Millionen Aktien den Besitzer. 1373 Werte legten zu, 1720 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 920 Titel im Plus, 1780 im Minus und 144 unverändert.

An den US-Kreditmärkten lösten die schwachen Konjunkturdaten aus Japan und Draghis Äußerungen zur künftigen EZB-Politik zu Gewinnmitnahmen aus. So sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 99-06/32. Sie rentierten mit 2,34 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 13/32 auf 98-24/32 nach und hatten eine Rendite von 3,06 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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