Börse New York
Gewinnmitnahmen bremsen die Jagd auf die 20.000 Punkte

Die Rekordjagd an der Wall Street ist am Mittwoch gebremst worden: Der Dow-Jones-Index gab nach und entfernte sich ein bisschen mehr von der 20.000-Punkte-Marke. Experten sprechen von Gewinnmitnahmen.
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New YorkIm US-Aktienhandel hat der Dow Jones am Mittwoch in seinem Endspurt auf die Rekordmarke von 20.000 Punkten eine Pause eingelegt. Überraschend schwach ausgefallene Daten zum Immobilienmarkt dämpften die Stimmung an der Wall Street. Händler sprachen zudem von Gewinnmitnahmen bei dünnem Handel. Dennoch steuert der Dow auf den stärksten Zuwachs binnen eines Jahres seit 2013 zu.

Das Börsenbarometer schloss bei 19.833 Punkten und damit 0,6 Prozent tiefer, nachdem es kurz nach Handelsstart bis auf 19 Punkte an die psychologisch wichtige und bislang nie erreichte Marke von 20.000 Punkten herangekommen war. Es war der erste Rückgang seit drei Tagen.

Der S&P500-Index gab 0,8 Prozent nach auf 2249 Zähler, der Index der Technologie-Börse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 5438 Stellen. In Frankfurt ging der Dax unverändert bei 11.475 Punkten aus dem Handel.

„Es sieht aus, als ob wir nach den jüngsten kräftigen Kursgewinnen Gewinnmitnahmen haben, was absolut gesund für den Markt ist“, sagte Adam Sarhan, Chef von 50 Park Investments in Orlando, Florida. „Die Tatsache, dass der Dow die 20.000 noch nicht geknackt hat, zeigt, dass einige Investoren ihre Gewinne sichern.“

Für einen Dämpfer sorgten die Daten zu den Verkäufen gebrauchter Häuser. Im November wurden so wenige Kaufverträge abgeschlossen wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Das deutet darauf hin, dass höhere Zinsen den Markt belasten. Die US-Notenbank Fed hatte Anfang Dezember erstmals seit einem Jahr ihren Leitzins wieder angehoben und weitere Schritte für 2017 in Aussicht gestellt.

Für die Papiere von Boeing ging es um 0,88 Prozent nach unten, womit sie zu den schwächsten Werten im Dow gehörten. Der Flugzeugbauer muss eine Abbestellung verkraften. Die amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines hatte einen Auftrag über 18 Maschinen des Typs 787-8 storniert, die der 2008 übernommene Konkurrent Northwest Airlines bestellt hatte. Für die Anteilsscheine von Delta ging es um 1,69 Prozent abwärts.

Die Anteilsscheine von Qualcomm waren mit minus 2,23 Prozent einer der größten Verlierer im Nasdaq 100. Der Chiphersteller steht wegen Wettbewerbsverstößen auch in Südkorea vor einer hohen Millionenstrafe. Qualcomm stufte die neue Forderung als unhaltbar ein und will gegen den Erlass vorgehen, sobald die schriftliche Aufforderung mit Begründung der Behörde dafür vorliegt.

Dem Experten Stacy Rasgon vom Analysehaus Bernstein zufolge ist es unwahrscheinlich, dass sich die im Raum stehende Strafe in Höhe von rund einer Billion Won (rund 815 Millionen Euro) in absehbarer Zeit direkt auf das Gewinnpotenzial von Qualcomm auswirkt. Seiner Meinung nach könnten sich Berufungsverfahren noch über Jahre hinweg hinziehen.

Der Kurs des Euro stieg im späten Handel wieder über 1,04 US-Dollar und lag zuletzt bei 1,0411 Dollar. Zuvor war er bis auf 1,0372 Dollar abgerutscht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0401 (Dienstag: 1,0445) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9615 (0,9574) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 620 Millionen Aktien den Besitzer. 795 Werte legten zu, 2167 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,31 Milliarden Aktien 772 im Plus, 2101 im Minus und 186 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 13/32 auf 95-17/32. Die Rendite sank auf 2,5135 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 29/32 auf 95-26/32 und rentierte mit 3,0906 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit einer starken Nachfrage bei einer milliardenschweren Auktion von fünfjährigen Papieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Gewinnmitnahmen bremsen die Jagd auf die 20.000 Punkte"

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  • @ALLE

    Gott sei Dank fällt der 1.Januar dieses Jahr auf einen Sonntag,stellt Euch vor es wäre Montag, dann könnte man wieder einen Tag weniger kommentieren. :(
    Der erste Feiertag, 26. Dez., war doch schon fürchterlich. :(
    Am schönsten ist es, wenn Heiligabend an einem Freitag ist :)

    "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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